Open Calls zur Ausstellung Lee Mingwei 2020

Gropius Bau

Pressemeldung vom 23.10.2019

Vom 27. März 2019 bis 7. Juni 2020

Im Mittelpunkt von Lee Mingweis künstlerischer Praxis stehen Rituale des Schenkens und Beschenktwerdens. Vom 27. März bis 7. Juni 2020 zeigt der Gropius Bau eine Einzelausstellung des Künstlers, die seine Performances und Installationen der letzten dreißig Jahre präsentiert und Kunst als Geschenk untersucht. In Lees Arbeiten werden immaterielle Gaben wie Lieder, Gespräche und Raum für Kontemplation verschenkt und empfangen. Ansatzpunkt seiner Projekte sind häufig persönliche Begegnungen, auf deren Basis der Künstler Installationen entwickelt. Arbeiten wie The Letter Writing Project oder The Mending Project laden die Besucher*innen zum Austausch ein und begründen so einen gemeinsamen Erfahrungsraum, der heilende und fürsorgliche Rituale erlaubt.

Kuratiert von Stephanie Rosenthal, Direktorin des Gropius Bau, mit Clare Molloy, Assistenzkuratorin

Open Calls

Für die im Rahmen der Ausstellung präsentierten partizipativen Projekte veröffentlichen der Gropius Bau und Lee Mingwei drei Open Calls: So sucht der Künstler nach textilen Erinnerungsstücken mit emotionalem Wert, guten Gesprächspartner*innen mit Interesse an Handarbeit und Menschen mit einzigartigen Sammlungen, an denen sie andere teilhaben lassen möchten. Bewerbungsschluss für alle drei Aufrufe ist Dienstag, der 3.12.2019, um 17:00 Uhr. Um sich zu bewerben, folgen Sie bitte den Links unter den jeweiligen Projekten.

Fabric of Memory
Fabric of Memory zeigt, wie persönliche Geschichten in Gegenständen archiviert werden können. Im Vorfeld der Ausstellung lädt Lee Mingwei Berliner*innen dazu ein, persönliche Kleidung und andere Textilien einzureichen, die für sie gefertigt wurden. Diese Objekte werden dann in Holzkisten präsentiert. Wenn Besucher*innen der Ausstellung eine der Holzkisten öffnen, finden sie darin nicht nur den textilen Gegenstand, sondern auch eine sehr persönliche Geschichte, die die enge Beziehung zwischen den Empfänger*innen des textilen Objekts und seinen Hersteller*innen sichtbar macht.

„Ich möchte, dass Sie in Ihrer Wohnung nach Textilien suchen, an denen Sie hängen, und alle Erinnerungen aufschreiben, die Sie an sie haben – wer sie herstellte, wann und wie sie gebraucht wurden, welche anderen Erinnerungen und Assoziationen sie wachrufen.“
– Lee Mingwei
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The Mending Project
The Mending Project ist eine interaktive konzeptuelle Installation. Simple Elemente – Faden, Farbe, Nähen – dienen hier als Ausgangspunkt für Gespräche zwischen Fremden.

Im Rahmen eines Rituals des Reparierens lädt Lee Mingwei die Öffentlichkeit ein, beschädigte Kleidungsstücke mit in den Gropius Bau zu bringen. Die Textilien werden von dem Künstler selbst oder von ausgewählten Freiwilligen geflickt. Die ausgebesserte Kleidung wird dann über Fäden mit Spulen an der Wand verbunden, wodurch eine ständig wachsende Installation entsteht. Lee Mingwei sucht hierfür Gastgeber*innen, die mit den Besucher*innen ins Gespräch kommen, während sie die mitgebrachten Textilien ausbessern. Am Ende der Ausstellung werden die Fäden, die die Kleidungsstücke in der Installation verbinden, im Rahmen eines abschließenden Rituals feierlich zerschnitten; die Besitzer*innen können ihre geflickten Textilien dann wieder mit nach Hause nehmen.

„Im Gegensatz zu Schneider*innen, die einst schadhafte Stellen zu verbergen suchen, geschieht mein Ausbessern mit dem Gedanken des Zelebrierens – nach dem Motto: Hier wurde etwas Gutes getan, ein Geschenk wurde gemacht, dieser Stoff ist jetzt noch besser als zuvor.“
– Lee Mingwei
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The Living Room
Im Rahmen des Projekts The Living Room verwandelt Lee Mingwei einen Ausstellungsraum des Museums in ein Wohnzimmer und lädt Freiwillige ein, dort als Gastgeber*innen aufzutreten. Diese Gastgeber*innen sind aufgefordert, ihre eigenen Sammlungen von Dingen, die für sie persönliche oder ästhetische Bedeutung haben, einzubringen und mit den Besucher*innen in einen Dialog über diese Objekte zu treten.

Jede Woche wird ein*e Freiwillige*r ausgewählt, die oder der die Rolle der Gastgeberin oder des Gastgebers im Wohnzimmer übernimmt und ihre oder seine persönliche Sammlung anderen nahe bringt. In Living Room entsteht so eine Ausstellung innerhalb der Ausstellung. Das Projekt wirft Fragen auf wie „Warum sammeln wir?“, „Was sagen unsere Sammlungen über uns aus?“ und „In welcher Beziehung stehen wir zu unserer Sammlung?“
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Presse
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