Jazzfest Berlin – New York

Als internationalen Brückenschlag zwischen zwei Avantgarde-Szenen präsentiert das Jazzfest Berlin – New York einen zweitägigen Konzertmarathon mit zwölf innovativen Projekten in sechs transatlantischen Tandems: je ein Set als Livekonzert in der Betonhalle des silent green und ein Set als Livestream aus dem Roulette in New York.

Keyvisual Jazzfest Berlin – New York

Sowohl die Pandemie als auch politische Unruhen haben die Vereinigten Staaten in diesem Jahr massiv erschüttert. Seit der ersten Ausgabe im Jahr 1964 – rund um den legendären Berlin-Besuch von Dr. Martin Luther King, der der allerersten Ausgabe der Jazztage Berlin ein Geleitwort widmete – sind die Beziehungen des Festivals zu Jazzkünstler*innen aus den USA besonders intensiv gewesen.

Seit März 2020 sind tourende amerikanische Musiker*innen aufgrund der internationalen Reiseeinschränkungen von europäischen Bühnen weitgehend verschwunden. Das Jazzfest Berlin hält – nicht zuletzt vor dem Hintergrund der als folgenreich zu erwartenden US-amerikanischen Präsidentschaftswahlen, die am 3. November stattfinden – am transatlantischen Austausch fest: Das zweitägige Jazzfest Berlin – New York bildet das Herzstück der 57. Festivaledition.

Eine Auswahl von zwölf Projekten aus beiden Städten wird live vor Ort und per Livestream von und zu beiden Veranstaltungsorten einem lokalen Publikum präsentiert und zeitgleich für die globale Online-Community live ins Netz übertragen. Im Pingpong spielen in diesem außergewöhnlichen Szenario sechs stilistisch vielfältige New York-Berlin-Tandems: Von einem Ort zum anderen springend werden Bands per Streaming-Standleitung aus unserer Partnerlocation in New York, dem renommierten Veranstaltung- und Produktionsort für Jazz und experimentelle Musik Roulette, virtuell in die Betonhalle des silent green geholt – und umgekehrt die Bands aus Berlin auf die gleiche Weise virtuell nach New York und in die Welt gestreamt. Um Konzerterlebnisse auf Distanz zu ermöglichen, die der physischen Live-Erfahrung vor Ort so nah wie möglich kommen, wurde eigens für das silent green Kulturquartier eine mehrkanalige, audiophile Multiscreen-Streaming-Umgebung entwickelt.

Darüber hinaus wird der transatlantische Dialog in Auftragsarbeiten aufrecht erhalten: TRAINING, das Berliner Duo bestehend aus Max Andrzejewski und Johannes Schleiermacher, trifft auf den amerikanischen Musiker John Dieterich (Deerhoof) und die in Wien lebende türkische Video-Künstlerin Işıl Karataş. In einem weiteren innovativen Projekt widmet sich Silke Eberhard, 2020 mit dem Jazzpreis Berlin ausgezeichnet, der Musik des legendären amerikanischen Multiinstrumentalisten Henry Threadgill.

Die Aufzeichnungen der Konzerte dieses Schwerpunkts beim Jazzfest Berlin 2020 werden nach dem Festival auf Jazzfest Berlin on Demand veröffentlicht.

Freitag, 6.11.2020

Samstag, 7.11.2020