Grußwort von Andrea Zietzschmann

Intendantin Stiftung Berliner Philharmoniker

Herzlich Willkommen zum Musikfest 2021!

In der Pandemie nimmt man nichts mehr für selbstverständlich. Viele Künstlerinnen und Künstler sind durch eine lange Zeit ohne Auftritte und voller Sorgen gegangen. Umso mehr freuen wir uns, dass das Musikfest Berlin auch in diesem Jahr mit einem reichen und ambitionierten Programm stattfinden kann und Musikerinnen und Musiker aus dem In- und Ausland zu einem regen künstlerischen Austausch in die Philharmonie führt.

Im vergangenen Jahr haben wir im Rahmen des Musikfestes die ersten Projekte in der Philharmonie nach monatelanger Schließung der Kultureinrichtungen realisiert. Viele Konzerte bleiben aufgrund der Ausnahmesituation und dank ihrer Intensität unvergesslich. In 2021 sind die Sorgen längst nicht überwunden, doch die Leidenschaft und Überzeugung, dass gerade auch in schweren Zeiten Kunst und Kultur einen wichtigen Platz haben müssen, ist groß und hat die Vorbereitungen und Planungen beflügelt.

Das Musikfest Berlin wurde in Fortsetzung der vormaligen Berliner Festwochen auch als eine Ideenwerkstatt und eine Forum des kulturellen Dialogs ins Leben gerufen, um der Begegnung von Tradition und internationaler Moderne ein Forum zu bieten. Auch 2021 schlägt das Musikfest Berlin mutig Brücken zwischen musikalischen Epochen – von Werken des 16. Jahrhunderts bis hin zu Uraufführungen neuer Kompositionen wie etwa von Heiner Goebbels, Cathy Milliken, Wolfang Rihm und Jörg Widmann. Zu Igor Strawinskys 50. Todestag würdigt das Musikfest Berlin einen der herausragenden Komponisten des 20. Jahrhunderts mit einem großen Schwerpunkt – über die drei Festivalwochen verteilt erklingen eine Vielzahl seiner Werke, darunter Raritäten und Entdeckungen.

Die Berliner Philharmoniker freuen sich sehr, das Musikfest Berlin mit zwei interessanten Programmen bereichern zu können. Unter der Leitung von Jakub Hrůša erklingt Anton Bruckners 4. Symphonie, die „Romantische“, kombiniert mit der Premiere von Olga Neuwirths „Keyframes for a Hippogriff – Musical Calligrams in memoriam Hester Diamond“. Diese Uraufführung der österreichischen Komponistin wurde bereits im vergangenen Jahr mit Spannung erwartet und kann nun endlich stattfinden. Das zweite Programm der Berliner Philharmoniker wird unser Chefdirigent Kirill Petrenko leiten. Auf dem Programm stehen Strawinskys märchenhaft-farbenreiche Ballettmusik „L’Oiseau de feu“ und das erschütternde „Concerto funebre“ von Karl Amadeus Hartmann, das unmittelbar nach dem Ausbruch des 2. Weltkrieges entstanden ist. Hartmanns Violinkonzert wird die moldawische Geigerin Patricia Kopatchinskaja interpretieren, die in dieser Spielzeit Artist in Residence bei den Berliner Philharmonikern ist. Und auch die Karajan-Akademie leistet einen wichtigen Beitrag mit einem Programm, das unter der Leitung des Komponisten Matthias Pintscher neue und neueste Musik präsentiert.

Ich wünsche Winrich Hopp und seinem Team sowie allen Künstlerinnen und Künstlern ein erfolgreiches Festival. Und Ihnen, liebes Publikum, wünsche ich viel Freude und Inspiration bei den Konzerten des diesjährigen Musikfestes Berlin.

Andrea Zietzschmann
Intendantin Stiftung Berliner Philharmoniker