Tanztreffen der Jugend

Das Tanztreffen der Jugend sucht beispielhafte und bemerkenswerte Stücke von und mit Jugendlichen, die allein oder unter professioneller Anleitung ihre eigenen Themen finden und diese mit zeitgenössischen und/oder urbanen Bewegungssprachen in eine künstlerische Form bringen.

Der 2014 gegründete Bundeswettbewerb ist das einzige Format seiner Art in Deutschland, das sich dem zeitgenössischen und urbanen Tanz im Bühnenkontext widmet und diese als eigenständige Kunstformen innerhalb der kulturellen Bildung herausstellen und aufwerten will. Es ist offen für alle institutionellen und nicht-institutionellen Initiativen, bei denen es um die Erarbeitung von Tanzstücken mit Jugendlichen geht, das heißt Schulen, Tanzschulen und Tanzgruppen an freien, Stadt- und Staatstheatern sowie an freien Einrichtungen der Jugendkultur. Diese unterschiedlichen Orte miteinander zu verbinden und einen Austausch zwischen ihnen anzuregen, ist ebenso Ziel des Wettbewerbs wie die Ermöglichung einer Diskussion über Inhalte, Form und Arbeitsweisen im Sinne einer Qualitätsentwicklung im Bereich Tanz mit Jugendlichen.

Anders als Theater, das auch in Schulen als etablierte Kunstform und in vielen Bundesländern bereits als Schulfach anerkannt ist, findet Tanz immer noch überwiegend außerschulisch statt und ist kaum institutionell verankert. Auch die Ausbildung hinsichtlich der künstlerischen Praxis für Lehrer*innen und Tanzpädagog*innen ist noch vergleichsweise wenig standardisiert.

Das Tanztreffen der Jugend will wichtige Impulse für diese noch junge Szene innerhalb der kulturellen Bildung geben und die Stärke der Kunstform Tanz – die Möglichkeit des künstlerischen Ausdrucks jenseits von Sprache – hervorheben. Zudem will es für eine diversitätsorientierte Arbeit mit Jugendlichen sensibilisieren und die Förderung deren individueller Fähigkeiten im künstlerischen Ausdruck unterstützen. Gleichzeitig soll den Anliegen der jugendlichen Teilnehmer*innen ein öffentliches Forum gegeben werden.

Gefördert vom Bundesministerium für Bildung und Forschung.

Logo Bundesministerium für Bildung und Forschung

Bewerbung und Auswahl

Für das Tanztreffen der Jugend können sich jugendliche Tanzensembles, Duos und Solo-Künstler*innen mit ihren Arbeiten bewerben. Dabei gibt es weder zeitliche noch thematische oder formale Vorgaben. Eine wichtige Rolle spielen aber der bewusste Umgang mit künstlerischen Zeichen und die Festlegung eigener Themen. Mit dem Bewerbungsbogen muss ein vollständiger (Proben-)Durchlauf der Produktion eingereicht werden. Der Wettbewerb wird jedes Jahr im Oktober ausgeschrieben, Einsendeschluss ist Ende März.

In einem zweistufigen Verfahren wählt die unabhängige Jury anschließend aus einem deutschlandweiten Wettbewerb die Preisträger*innen-Ensembles aus. Zunächst entscheidet sie anhand der Bewerbungsunterlagen über eine Zwischenauswahl, nach Vorstellungsbesuchen und Ensemble-Gesprächen dann über die Endauswahl. Der Preis ist die Einladung zum Tanztreffen der Jugend nach Berlin. Neben künstlerischen, formalen Kriterien ist für eine Auswahl entscheidend, dass die Stücke im engen Dialog zwischen Choreograf*innen / pädagogisch-künstlerischen Leiter*innen und den Jugendlichen entstanden sind, es eine nachvollziehbare inhaltliche Relevanz für die Bearbeitung eines Themas mit Jugendlichen gibt und Haltungen und Sichtweisen der Jugendlichen deutlich werden. Die Stücke sollen sich als Arbeiten von und mit Jugendlichen zeigen.

Das Treffen

Das achttägige Tanztreffen der Jugend versteht sich als Lernort, an dem sich jugendliche Tänzer*innen und ihre Choreograf*innen in verschiedenen Formaten begegnen.

Jeden Abend zeigt eines der eingeladenen Ensembles im Bühne-Programm seine Produktion vor Publikum. Für das Einrichten und die Proben erhält es jeweils einen Tag Zeit und sämtliche Unterstützung durch das Technik-Team der Berliner Festspiele. Alle Aufführungen werden aufgezeichnet.

Der Campus des Tanztreffens der Jugend richtet sich an die jugendlichen Teilnehmer*innen. Es untergliedert sich in Impuls- und Intensiv-Workshops, Aufführungsgespräche und Diskussionen.

Das Forum-Programm für Choreograf*innen, Pädagog*innen und Studierende beinhaltet Workshops und diskursive Formate wie Aufführungsgespräche und Diskussionen zu Themenschwerpunkten. Im Vordergrund steht der kollegiale Austausch und die Reflexion der eigenen künstlerischen Praxis in der Arbeit mit jungen Menschen.