Campus

Das Campus-Programm richtet sich an die jugendlichen Teilnehmer*innen des Tanztreffens der Jugend. Es untergliedert sich in die Bereiche Intensiv-, Impuls- und Resonanz-Workshops.

Intensiv-Workshops

Die dreitägigen Intensiv-Workshops sind aufeinander aufbauende Kurse. Unter dem Aspekt des Teilens findet am Ende der Workshopreihe ein kleines Showing statt, das den anderen Tänzer*innen Eindrücke davon vermittelt, wie in den Workshops gearbeitet wurde.

Samstag, 19. bis Montag, 21. September 2020, 9:30–16:00
Showing: Montag, 21. September 2020, 17:00

Nähe – Distanz – Kunst
Mit Carmen Scarano

Wie erlebe ich Nähe und Distanz in Zeiten von Corona, aber auch allgemein? Der eigene Körper ist das Zentrum der Fragestellung und des Workshops.
Wir setzten uns kreativ in angeleiteten Übungen im Raum (unter Beachtung des Sicherheitsabstandes) sowie am Platz mit den Bewegungs- und Ausdruckmöglichkeiten des Körpers auseinander. Dabei beobachten wir, wie uns Musik oder auch das Beobachten anderer beeinflusst. Gemeinsam werden wir forschen, ausprobieren und improvisieren. Der Spaß und das kollektive Erlebnis sowie die daraus gewonnene Erfahrung stehen im Mittelpunkt des Workshops.
Als Requisiten und Hilfsmittel arbeiten wir mit Reifen, Schwimmnudeln, Texten, Poesie, Farben.

Der Workshop lässt sich leicht nach draußen verlegen. Wenn wir im öffentlichen Raum tanzen, beziehen wir die Umgebung (Geschichte des Ortes/Platzes/Stadtteils) sehr stark mit in unsere Übungen, Improvisationen und Performance ein. Dies kann sich über Texte, Musik o. ä. äußern. Auch das Spiel mit Farbe gewinnt draußen eine starke Bedeutung und Dimension. Was immer möglich ist, probieren wir aus. Die Basis des Workshops liegt auf dem zeitgenössischen Tanz und der Recherche nach Bewegungs- und Ausdrucksformen. Ziel des Workshops ist es, eine neue Erfahrung in Bezug auf Nähe, Distanz und Kunst zu schaffen.
Bitte bequeme Kleidung mitbringen.
Wir bewegen uns in Socken oder barfuß.

Carmen Scarano arbeitet seit über 17 Jahren als freischaffende Künstlerin, Choreografin und Tanzpädagogin für Tanz-, Theater-, Sozial- und Schulprojekte. Lai*innen und Profis arbeiten in unterschiedlichsten Produktionen mit Carmen zusammen. Durch ihre Lehraufträge an der Universität Erfurt und der DHBW kann sie ihr Wissen an Studierende weitergeben. Inklusions-, (mit Menschen mit Behinderung und Menschen mit Fluchterfahrung) und Jugendarbeit (Waldorf School Windhuk, Namibia) zählen zu Carmens Schwerpunkten. Sie ist Mitglied der Jury des Tanztreffens der Jugend der Berliner Festspiele.
__________

Vom Cypher ins Theater: Urbaner Tanz im Bühnenkontext
Mit Bahar Gökten und Daniela Rodriguez Romero

Tanzkulturen innerstädtischen Ursprungs wie z. B. Breaking, Vogueing, Popping, Locking oder Housedance, werden oft unter dem Schirmbegriff urbaner Tanz zusammengefasst. Eine Betitelung, die auf den ersten Blick vielleicht vergessen lässt, dass jede einzelne dieser Tanzkulturen eigene Werte, spezielles Bewegungsvokabular und spezifische kulturelle Praktiken mitbringt. Ob an der Straßenecke, im Club oder im Park – urbane Tanzstile teilen ihr Entstehen aus innerstädtischen Lebensumständen, sind stark musikalisch geprägt, interaktiv, sowie improvisatorisch. Eine gemeinsame Plattform der kulturellen Präsentation ist nicht die Bühne, sondern der sogenannte „Cypher“, ein vom Publikum und anderen Tänzer*innen geformter Kreis. Unter dem Motto Vom Cypher ins Theater erfahren die Teilnehmer*innen mit Bahar Gökten und Daniela Rodriguez Romero vom Tanzkollektiv nutrospektif, wie urbane Tanzstile in ihrer Kultur selbst praktiziert werden und wie sie auf der Bühne funktionieren können. Dies beinhaltet den Einblick in verschiedene urbane Tanztechniken, ihre Vermittlungsweisen wie das Lehren und Lernen im Cypher und die Entwicklung von eigenem Bewegungsmaterial durch urbane choreografische Methoden. Welchen Einfluss haben dabei Musik, Raum und Rhythmik? In einem dreitägigen Bewegungslabor werden die Teilnehmer*innen spielerisch forschen und in sogenannten Miniprozessen Gelerntes anwenden. Dabei ist immer genug Raum für Reflexion und Fragen. Ganz gleich, welcher Tanzstil, hier ist für alle etwas dabei, die Lust haben, urbane Inspiration zu entdecken und, wie bei allen Freestyle-Tänzen, die eigene Kreativität, Erfahrung und Persönlichkeit mit ein zu bringen.

Bahar Gökten tanzt, kreiert und forscht. Ausgehend von ihrem Fundament in urbanen Tanzstilen, erschließt und entwickelt sie Bewegung aus einer Vielzahl von Ansätzen. Ihre prozessorientierte Schaffensphilosophie ist geprägt von einer genreübergreifenden Neugier und der Kraft der Improvisation. Zusammen mit fünf weiteren Tanzkünstlerinnen gründete sie 2012 das Kollektiv nutrospektif, mit dem sie interdisziplinäre Bühnenstücke realisiert, künstlerische Arbeitsweisen im urbanen Tanz erkundet und aktuell zu den Factory Artists des tanzhaus nrw, Düsseldorf gewählt wurde. Außerdem ist sie Jurymitglied des Tanztreffens der Jugend der Berliner Festspiele.

Daniela Rodriguez Romero ist freischaffende Choreografin, Tanzvermittlerin und urbane Tänzerin. In Ihrer künstlerischen Arbeit setzt sie sich mit urbaner Tanzkunst in anderen Kontexten auseinander. Ihre Prämisse ist dabei, nach künstlerischen Methoden zu forschen, mit welchen sich ein authentischer und individueller Ausdruck im Spektrum urbaner Bewegungsprinzipien finden lässt. In der Kooperation mit dem Rautenstrauch-Joest-Museum – Kulturen der Welt erhält ihre prozessorientierte Arbeit 2020 einen weiteren neuen Wirkungs- und Forschungsraum in Köln. Als Kuratorin für die Sonderausstellung „RESIST! – Die Kunst des Widerstands“ wird sie zusammen mit Bahar Gökten ihre informelle Tanzforschung in Kollaboration mit einer Institution weiterführen. Sie ist Mitbegründerin des Kollektivs nutrospektif.
__________

Cheers to Fears
Mit Olivia Hyunsin Kim

Seit dem postmodernen Tanz gibt es die These, dass ein tanzender Körper ein „neutraler Körper“ sein kann und den gesellschaftlichen Zuschreibungen entkommen kann. Was dabei oft vergessen wird, ist, dass es sich hier um eine Illusion handelt und diese „neutralen Körper“ hauptsächlich weiß, able-bodied und heterosexuell sind. Körper, die nicht in dieses Muster fallen, haben weiterhin mit Zuschreibungen z. B. von Seiten des Publikums oder auch der Tanzszene selbst zu kämpfen.

In „Cheers to Fears“ beschäftigen wir uns mit dem Thema Zuschreibungen im Tanz und auf der Bühne. Der Fokus liegt auf einen selbstermächtigenden Umgang mit diesem Thema. Wie können wir mit diesen Zuschreibungen tänzerisch umgehen? Welche Positionierung können wir einnehmen, um diese Zuschreibungen zu hinterfragen und uns mit ihnen kritisch und kreativ auseinander zu setzen? Wir werden gemeinsam verschiedene praktische Ansätze teilen und ausprobieren und für uns selbst choreografieren.

Olivia Hyunsin Kim gewann den ersten Platz des Amadeu Antonio Preises 2019. Als Choreografin, Dozentin und Kuratorin arbeitet sie in Berlin, Frankfurt am Main und Seoul. Sie schloss ihren Master in Choreografie und Performance am Institut für Angewandte Theaterwissenschaft Gießen und der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Frankfurt am Main mit Auszeichnung ab. 2017 war sie danceWEB-Stipendiatin beim ImPulsTanz in Wien. Unter dem Namen ddanddarakim arbeitet sie in wiederkehrenden Konstellationen mit Künstler*innen aus unterschiedlichen Sparten an choreografischen Arbeiten zu den Themen Körper, Identität und Feminismus. Ihre Arbeiten wurden u. a. in den Sophiensælen Berlin, im Art Sonje Center Seoul, am Künstlerhaus Mousonturm Frankfurt, im Museo Universitario del Chopo in Mexiko-Stadt gezeigt.
__________

FUTURELAND
Mit Jarita Freydank und Magda Korsinsky

Ein interdisziplinärer zukunftsorientierter Workshop mit der Musikerin Jarita Freydank und der Choreografin Magda Korsinsky. Nach einem Warm Up, das in unterschiedlicher Weise Musik und Bewegung kombiniert, begleiten wir euch auf dem Weg, eure eigenen Zukunftsvisionen zu verkörpern. Wie kann eine Zusammenarbeit gestaltet sein? Wie klingt die Musik der Zukunft? Wie wird sich der Tanz zeigen? In diesem dreitägigen Workshop entwickeln wir Fragen, Improvisationsstrukturen und Utopien. Wir arbeiten prozessorientiert und entscheiden uns gemeinsam, ob und was wir am Ende zeigen wollen. Bringt am ersten Tag ein visionäres Dokument Bild, Sound, Musik oder kurzes Video) als Inspirationsquelle mit.

Jarita Freydank ist eine afrodeutsche Schlagzeugerin, Sängerin und Musikpädagogin. Sie wuchs in Bad Essen, Nähe Osnabrück, auf und lebt seit 2011 in Berlin. Jarita war u. a. mit Judith Holofernes und Astrid North auf Tour und veröffentlichte 2017 ihr Debut „JARITA & THE AFROBEATMOVEMENT – Live At Planet Earth EP“. 2019 war sie als musikalische Leitung, Komponistin und Performerin in der Performance „PATTERNS“ von Magda Korsinsky am Ballhaus Naunynstraße tätig. Neben ihrer künstlerischen Tätigkeit gibt sie Drumset- und Gesangsunterricht. In ihren Workshops verbindet sie Stimme mit Trommeln, Bodypercussion und Bewegung. Sie arbeitet mit Menschen jeden Alters und nutzt die Energie der Musik als ein gemeinsames therapeutisches Erlebnis. Außerdem ist sie Jurymitglied des Treffens Junge Musik-Szene der Berliner Festspiele.

Magda Korsinsky ist Choreografin, Bildende Künstlerin und Dozentin mit tschechisch-eritreischem Hintergrund. Ihre Performances wurden u. a. im Ballhaus Naunynstraße, im Maxim Gorki Theater, in den Sophiensælen und in den Uferstudios gezeigt. Seit 2013 gibt Magda Korsinsky soziokulturelle Workshops u. a. auf dem 1. Heidelberger Kinder- und Jugendkongress, an der Akademie der Autodidakten am Ballhaus Naunynstraße, in der Rütli-Schule in Berlin sowie beim Kulturpädagogischen Dienst Stuttgart.

Impuls-Workshops

Die Impuls-Workshops bieten die Möglichkeit, während eintägiger Workshops verschiedene Tanzstile und Bewegungspraktiken auszuprobieren.

Dienstag, 22. bis Donnerstag, 24. September 2020, 9:30–16:00

YOGA&TANZ
Mit Tomas Bünger

Der Tänzer, Choreograf und Yoga-Lehrer Tomas Bünger stellt in diesem Workshop eine Verbindung von Yoga und Tanz her. Die äußere Form des Tanzes geht immer auch einher mit einem inneren Erleben, und Grenzen zu überschreiten, ist Teil der zeitgenössischen Kunst. Wir beginnen mit einfachen Yoga-Übungen und richten unseren Blick zunächst nach innen. Fließend gehen wir dann in einen choreografischen Teil über, der aus der Mitte erwächst und weit über die Yoga-Matte hinausgeht.

Tomas Bünger hat an der Hochschule für Musik, Theater und Medien in Hannover klassischen und modernen Bühnentanz studiert. Er war viele Jahre Tänzer und später auch Rehearsal Director beim Tanztheater Bremen und hat mit vielen internationalen Choreograf*innen gearbeitet und weltweit gastiert. Heute unterrichtet und choreografiert er national und international im professionellen und nicht-professionellen Bereich und ist künstlerischer Leiter der Young Choreographers´ Platform in Dhaka/Bangladesh.
Er ist Mitbegründer des TanzKollektivBremen, Lehrbeauftragter an der HKS Ottersberg und Yoga-Lehrer. Außerdem ist er Jurymitglied des Tanztreffens der Jugend der Berliner Festspiele.
__________

Themusiclovesthedancelovesthemusic – a journey into club culture!
Mit Bahar Gökten und Daniela Rodriguez Romero

Are you ready to vibe with us? Come as you are! Experience Clubbing! Inspiriert von der Club-Tanzkultur der USA wollen wir mit euch in ein Musik-Tanz-Erlebnis eintauchen. Mitte der 70er-Jahre beginnend, begeben wir uns in den Nachtclub als einen Ort der Toleranz, des Experimentierens und der Ausdrucksfreiheit. Ein Raum, in dem sich Tänzer*innen diverser Backgrounds zusammenfanden, in dem Einflüsse aus Capoeira, Tapdance oder Modern Dance verschmolzen und wo sich u. a. auch der Tanzstil Housedance formte. Dabei sind musikhistorische Entwicklungen der Beatmusik genauso ein Thema wie die Rolle des DJs. Im engen Zusammenspiel von Musik und Tanz wollen wir gemeinsam tanzkulturelle Praktiken aufdecken, indem wir Licht auf die „dances in the dark“ werfen und nachspüren, wie die Atmosphäre und die Gemeinschaft die eigenen Bewegungen formt. So tell us, how do YOU get lost in music?

Bahar Gökten tanzt, kreiert und forscht. Ausgehend von ihrem Fundament in urbanen Tanzstilen, erschließt und entwickelt sie Bewegung aus einer Vielzahl von Ansätzen. Ihre prozessorientierte Schaffensphilosophie ist geprägt von einer genreübergreifenden Neugier und der Kraft der Improvisation. Zusammen mit fünf weiteren Tanzkünstlerinnen gründete sie 2012 das Kollektiv nutrospektif, mit dem sie interdisziplinäre Bühnenstücke realisiert, künstlerische Arbeitsweisen im urbanen Tanz erkundet und aktuell zu den Factory Artists des tanzhaus nrw, Düsseldorf gewählt wurde. Außerdem ist sie Jurymitglied des Tanztreffens der Jugend der Berliner Festspiele.

Daniela Rodriguez Romero ist freischaffende Choreografin, Tanzvermittlerin und urbane Tänzerin. In Ihrer künstlerischen Arbeit setzt sie sich mit urbaner Tanzkunst in anderen Kontexten auseinander. Ihre Prämisse ist dabei, nach künstlerischen Methoden zu forschen, mit welchen sich ein authentischer und individueller Ausdruck im Spektrum urbaner Bewegungsprinzipien finden lässt. In der Kooperation mit dem Rautenstrauch-Joest-Museum – Kulturen der Welt erhält ihre prozessorientierte Arbeit 2020 einen weiteren neuen Wirkungs- und Forschungsraum in Köln. Als Kuratorin für die Sonderausstellung „RESIST! – Die Kunst des Widerstands“ wird sie zusammen mit Bahar Gökten ihre informelle Tanzforschung in Kollaboration mit einer Institution weiterführen. Sie ist Mitbegründerin des Kollektivs nutrospektif.
__________

The Solo Lab – Challenge yourself!
Mit Anthony Mejeh

Das Entwerfen eines Solos stellt sich für manche als eine Herausforderung dar. Es gibt diverse Herangehensweisen, um sich einem Solo Schritt für Schritt zu nähern und dabei seine eigene Körpersprache zu entwickeln.
In diesem Workshop stehen der kreative Prozess und das Erforschen von unbekannten Bewegungen im Vordergrund. Euch erwarten viele neue Eindrücke und herausfordernde Aufgaben zur eigenen Körperwahrnehmung. Wir beschäftigen uns mit der Vielfalt an Bewegungsmöglichkeiten, die uns der Körper bietet. Mut zur Improvisation ist hier gefragt. Dafür lösen wir uns von vertrauten Schrittabfolgen und erweitern unseren Horizont mithilfe von „choreografischen Tools“ und „Codes“. Wichtig ist, dass es kein richtig oder falsch gibt. Traut euch!

Der Fokus des Workshops: bestimmte Fragmente deiner Improvisation etwas genauer unter die Lupe zu nehmen. Doch wie könnten nun weitere Methoden aussehen? Give it a try! Lass uns zusammen an einem Solo arbeiten, dem du deine eigene Note verleihen wirst.

Anthony Mejeh war schon 2010 in der Jugendtanzgruppe iMove des Saarländischen Staatstheaters aktiv. Inspiriert von der Choreografin Daniela Rodriguez machte er dort erste Erfahrungen mit verschiedenen urbanen Tanzstilen. Seit 2015 wechselt er vermehrt in die Rolle des Choreografen und leitet zwei Hip-Hop-Kurse in der Tanzschule Euschen Gebhardt. Im September 2018 leitete er eine Jugendtanzgruppe am Staatstheater in Braunschweig und erarbeitete mit den Jugendlichen ein Tanzstück, das im Jahr 2019 zur Aufführung kam. Seit 2016 ist Anthony Teil des internationalen Tanzensembles Ohne Stimme, das jährlich ein Tanzprojekt mit fünf verschiedenen europäischen Nationen erarbeitet. Er ist Juror des Tanztreffens der Jugend der Berliner Festspiele.
__________

Voguing / Ballroom intensive
Mit Georgina Philp

Dieser Intensiv-Workshop konzentriert sich auf das Verständnis der verschiedenen Tanzstile und Kategorien in der Ballroom Kultur, wie z. B. Vogue Fem, New Way, Old Way and Runway, Face etc.

Es werden Grundtechnik-Übungen vermittelt durch kleine Kombinationen, konzeptionelle Übungen sowie Freestyle-Aufgaben mit wechselndem Fokus auf einzelnen Kategorien oder Elementen des Voguing wie z. B. Posing, Handsperformance, Duckwalk, Spins & Dips, Catwalk und Floor Performance.

Neben dem Verständnis für diese komplexe Kultur und ihre Tanzstile stehen Spaß und Empowerment im Mittelpunkt, ebenso wie die Möglichkeit, sich mit den verschiedenen Tools auszudrücken, die Ballroom bietet. Gerne können bei Wunsch High Heels mitgebracht werden, z. B. für Runway oder Vogue Fem.

Georgina Philp alias europäische Mutter Leo Saint Laurent schloss 2008 ihr Studium an der Fontys Dance Academy in Tilburg, Niederlande mit einem Bachelor of Performing Arts ab und arbeitet seitdem erfolgreich als freiberufliche Performerin und Choreografin in der europäischen Tanz- und Unterhaltungsindustrie. Sie gilt als Pionierin der Ballroom-Kultur in Deutschland und ist Gründerin der Organisation Berlin Voguing Out (2011 bis 2016) und Gründerin des House of Melody (2012 bis 2019).

2012 als das erste deutsche House gegründet wurde das House of Melody schnell als Pioneering House in Deutschland bekannt. Durch stetige Präsenz und einen gezielten Aufbau von lokalen Gemeinschaften hat sich das House in den letzten acht Jahren als führende Kraft für Ballroom-Kultur und Voguing in Deutschland etabliert. Die harte Gründungsarbeit hat eine künstlerische und selbstausdrucksstarke Ballroom Community in ganz Deutschland geschaffen. Im Juli 2019 schloss sich das House of Melody unter der Leitung der europäischen Mutter Leo Saint Laurent mit dem Iconic House of Saint Laurent (gegründet 1982 in New York City) zusammen.

House of Saint Laurent fokussiert sich auf Events, die die soziale Komponente der Kultur in den Mittelpunkt stellen und zelebrieren, da diese vor allem im Kontext aktueller sozialer und politischer Bewegungen immer wichtiger wird. Wir verstehen Kunst als einen positiven Beitrag zum heutigen Weltgeschehen, vor allem in Bezug auf Minderheiten und Problematiken wie Intoleranz, Rassismus, Trans- und Homophobie und Sexismus. Um tiefer in die Struktur und die soziale Komponente der Ballroom-Kultur einzutauchen, wird das Kollektiv seine Arbeit durch Bildungsveranstaltungen fortsetzen, die sich auf den Austausch mit der internationalen Szene konzentrieren. Das Bedürfnis nach mehr Räumen, Orten und Veranstaltungen mit und für die LGBTQI+ - und POC-Community spiegelt sich in der weltweiten Renaissance dieser amerikanischen Untergrundkultur wider.

Resonanz-Workshops

Die kurzen Workshops am frühen Abend laden Campus- und Forum-Teilnehmer*innen ein, sich gemeinsam Zeit für Entspannung, Achtsamkeit und Heilung zu nehmen.

Samstag, 19., Sonntag, 20. & Dienstag, 22. bis Donnerstag, 24. September 2020, 17:00–18:30

Das Spiel im Tanz mit Nähe und Distanz
Mit Ursula Schorn

Wir leben in Distanz – seit Corona-Zeit. Wie nah dürfen wir einander sein – wie fern sind wir uns nach dieser langen Zeit des Abstandhaltens und Masken-tragens?
Wie kann uns der Tanz helfen, in dieser Zeit unsere körperliche Lebendigkeit, unsere Freude im Ausdruck unseres Körpers wiederzugewinnen?
Im Tanz suchen wir Ausdruck für all das Verlorene – vielleicht auch für all das neu Gewonnene. Wir suchen Wege zueinander in der Bewegung – Kontakt im räumlichen Abstand – Resonanz im Gegenüber. Wir suchen das, was bleibt, was Corona uns nicht nehmen kann, und entdecken Erfahrungsräume des Miteinander im Tanz, im Malen und im Schreiben.
Dieser Zugang zum Tanz ist geprägt von Anna Halprin, die vor wenigen Wochen 100 Jahre alt wurde. Anna Halprin spricht von kollektiver Kreativität, von der Bedeutung des Miteinander im Tanz, vom gegenseitigen Respekt und zwischenmenschlicher Akzeptanz kultureller Unterschiede, die als kreative Ressourcen den Tanz bereichern. Diese Offenheit füreinander herzustellen, sich im eigenen Körper zuhause zu fühlen und die ganz individuellen Ausdrucksformen willkommen zu heißen, ist entscheidendes Ziel dieses Zugangs zu Tanz.

Ursula Schorn, M.A., Master of Arts in Tanztherapie (USA). Am Fritz-Perls-Institut graduierte Tanz- und Gestalttherapeutin. Sie studierte und lehrte Elementaren Tanz am Orff-Institut, Salzburg und war langjährige Dozentin für Medienpädagogik an einer Fachhochschule in Berlin. Am Tamalpa Institut (USA) wurde sie bei Anna und Daria Halprin zum Halprin Practitioner ausgebildet. Heute ist sie als Tanz- und Gestalttherapeutin in freier Praxis in Berlin tätig und leitet Fortbildungen im In- und Ausland.
__________

Drum Meditation
Mit Jarita Freydank

Das erste, was wir hören ist der Herzschlag unserer Mutter. Den eigenen Groove zu finden und den Beat zu spüren, ist wichtig für das alltägliche Leben. In einer Meditation verknüpft mit beruhigenden Sounds von Trommeln, Gong und der eigenen Stimme lassen wir den Tag ausklingen.

Jarita Freydank ist eine afrodeutsche Schlagzeugerin, Sängerin und Musikpädagogin. Sie wuchs in Bad Essen, Nähe Osnabrück, auf und lebt seit 2011 in Berlin. Jarita war u. a. mit Judith Holofernes und Astrid North auf Tour und veröffentlichte 2017 ihr Debut „JARITA & THE AFROBEATMOVEMENT – Live At Planet Earth EP“. 2019 war sie als musikalische Leitung, Komponistin und Performerin in der Performance „PATTERNS“ von Magda Korsinsky am Ballhaus Naunynstraße tätig. Neben ihrer künstlerischen Tätigkeit gibt sie Drumset- und Gesangsunterricht. In ihren Workshops verbindet sie Stimme mit Trommeln, Bodypercussion und Bewegung. Sie arbeitet mit Menschen jeden Alters und nutzt die Energie der Musik als ein gemeinsames therapeutisches Erlebnis. Außerdem ist sie Jurymitglied des Treffens Junge Musik-Szene der Berliner Festspiele.
__________

Klangmeditation
Mit Lisa Harres

Diese Klangmeditation bietet euch die Möglichkeit, in eine Umgebung der Entspannung und Konzentration einzutauchen, euch hinzulegen, die Augen zu schließen und in Klänge zu versinken. Mit verschiedenen Instrumenten und Gegenständen erzeuge ich Klangkulissen und ASMR (Autonomous Sensory Meridian) auslösende Geräusche, die einen sicheren Ort für Selbstheilung und bedingungsloses Loslassen schaffen. Du kannst diesen Ort selbst und auf deine eigene Weise erkunden, wir werden uns Zeit nehmen, um auf unsere Körper zu hören, unsere Achtsamkeit zu schulen, zu atmen und zur Ruhe zu kommen.

Lisa Harres macht Musik, schreibt, filmt und experimentiert. Sie liebt es, Flüchtiges festzuhalten und Festes zu verflüchtigen. Für diese Prozesse ist sie ständig auf der Suche nach neuen Weisen und Medien des Ausdrucks. Zu beobachten, zu dokumentieren, zu erkunden, festzuhalten, neu anzufangen und sich selbst(-bestimmt) lächerlich zu machen, ist ihre alltägliche Praxis und Vorliebe.
__________

The Cube
Mit Tomas Bünger

Ausgehend von der Raumlehre des Tanztheoretikers Rudolf von Laban unterrichtet der Tänzer und Choreograf Tomas Bünger online live vom Tanztreffen der Jugend, um möglichst viele Menschen aktiv an unserem Festival teilhaben zu lassen. Es sind keine tänzerischen Vorkenntnisse nötig. Ihr müsst euch nur einen kleinen Raum zu Hause schaffen und euch am Samstag, 19. September 2020 von 17:00 bis 18:30 Uhr mit uns verbinden. Meldet euch einfach per E-Mail an zum Workshop an. Ihr erhaltet dann einen Weblink zum digitalen Tanzstudio.

„Am Anfang war der Tanz, nicht das Wort.“
Rudolf von Laban

Tomas Bünger hat an der Hochschule für Musik, Theater und Medien in Hannover klassischen und modernen Bühnentanz studiert. Er war viele Jahre Tänzer und später auch Rehearsal Director beim Tanztheater Bremen und hat mit vielen internationalen Choreograf*innen gearbeitet und weltweit gastiert. Heute unterrichtet und choreografiert er national und international im professionellen und nicht-professionellen Bereich und ist künstlerischer Leiter der Young Choreographers’ Platform in Dhaka/Bangladesh.
Er ist Mitbegründer des TanzKollektivBremen, Lehrbeauftragter an der HKS Ottersberg und Yoga-Lehrer. Außerdem ist er Jurymitglied des Tanztreffens der Jugend der Berliner Festspiele.
__________

Yoga Sessions für alle (Levels und Alter)
Mit Anja Beyer

Fließende, dynamische und gleichzeitig sanfte Yogasequenzen, die den gesamten Energiefluss in Balance bringen. Du kannst durch deine eigene Herangehensweise selbst mitbestimmen, ob du die Yogapraxis eher anregend oder entspannend gestaltest. Dies bietet auch Raum, um auf Rücken- oder Gelenkprobleme sowie Erschöpfung Rücksicht zu nehmen. Erfrischend, ausgleichend, stabilisierend und entspannend zugleich.

Take your time to arrive, breathe and feel –
connect with your heart and listen ...
then start moving from within.

Anja Beyer– erfahrene und inspirierte Yogatrainerin, AcuEnergetics® Practitioner, Ayurvedamasseurin – ist mit Leidenschaft involviert auf den Gebieten Energy Work und Selbsterfahrung. Sie hat viel Erfahrung darin, Yoga an ungewöhnlichen Orten zu unterrichten – ob am Strand von Sardinien (als Teil eines All-Inclusive-Campingplatzes), im Deutschen Theater, Gropius Bau, Haus der Berliner Festspiele oder auch im Tiergarten B – und ist motiviert von Prozessen, die das Bewusstsein erweitern, alte Denkmuster und Reaktionsweisen aufbrechen und helfen, ganz in die eigene Kraft zu kommen.
__________

HEALING TOUCH WITHOUT TOUCH – Berühren, ohne zu berühren
Mit Daniel Cremer

Kuscheln, Umarmen, Massieren, Händchenhalten, eine Schulter zum Anlehnen ... Wir alle sehnen uns nach Berührung, doch in unserer Gesellschaft wird diese Form der Nähe streng rationiert und nur für bestimmte Beziehungen reserviert. Vor allem in den letzten Monaten ist sie durch die Abstandsregeln und Kontaktbeschränkungen noch zusätzlich ein rares Gut geworden. Wer wen wie lange berührt, bedeutet eine ganze Menge – und ist nun auch noch potentiell gefährlich. Dabei gehört Berührung zum Gesündesten, was wir austauschen können; das ist wissenschaftlich nachgewiesen. Formen heilsamer Berührung wie Massage und Reiki unterstützen die Selbstheilungskräfte des Körpers und immer mehr Menschen wissen Bescheid über das „Kuschelhormon“ Oxytocin, das bei länger gehaltenen Berührungen ausgeschüttet wird. Was können wir also tun, wenn wir uns nicht nahe kommen können oder wollen, entweder, weil wir einander nicht gefährden wollen oder einfach, weil wir im Grunde ziemlich schüchtern sind? In diesem Workshop probieren wir einige neuartige und einige uralte Techniken aus, die uns im nächsten Shutdown gute Dienste leisten können.

Daniel Cremer erforscht neben seiner seit 2003 andauernden Tätigkeit als Regisseur, Performancekünstler und Autor im deutschsprachigen Theaterintensiv das Feld von Heilung und Empowerment durch Körperpraktiken und Innere Arbeit. Er gibt Workshops und Einzelbehandlungen, lehrt u. a. Reiki und verbindet diese Praktiken mit seinen künstlerischen Forschungen. Ihn leitet dabei eine Suche nach neuen Formen der intimen Begegnung und Gemeinschaft auf radikaler Augenhöhe, vermittelt durch sinnliches Erleben und politische Reflektion. 2015 war er mit der Performance „Talking Straight Festival“ zum Stückemarkt des Berliner Theatertreffens eingeladen und erhielt den Preis der Autoren der Frankfurter Autorenstiftung. Im Dezember bringt er sein aktuelles Stück „Sex - Die halbe Wahrheit“ am Nationaltheater Mannheim heraus, ein Theater-Essay zum Thema neue Männlichkeit und dem Ende des Patriarchats.
__________

Offener Gesprächsraum
Think Tank
Tanzlabor

Der offene Gesprächsraum ist ein Reflektionslabor, das die Möglichkeit bietet, miteinander in Austausch zu kommen, Themen zu diskutieren und Visionen zu entwickeln. Welche Fragen und Ideen gehen euch während des Tanztreffen der Jugend 2020 durch den Kopf? Wie habt ihr das Frühjahr 2020 erlebt? Welche Visionen habt ihr für die Zukunft? Ohne Moderation und Anleitung können die Inhalte und Gesprächsformate von euch hier jeden Tag neu entworfen werden. Flipchart, Stifte, Papier, Post-its und weitere Materialien stehen euch zur freien Verfügung.