Campus

Das Campus-Programm richtet sich an die jugendlichen Teilnehmer*innen des Tanztreffens der Jugend. Es untergliedert sich in Intensiv- und Impuls-Workshops.

Praxis – Intensiv-Workshops

Samstag, 18. bis Montag, 20. September 2021
9:30–12:00 / 10:00–12:30 & 13:30–16:00 / 14:00–16:30

Vom Cypher ins Theater: Urbane Tanzstile im Bühnenkontext
Mit Bahar Gökten und Daniela Rodriguez

Tanzkulturen innerstädtischen Ursprungs wie z. B. Breaking, Vogueing, Popping, Locking oder Housedance, werden oft unter dem Schirmbegriff urbaner Tanz zusammengefasst. Dies lässt auf den ersten Blick vergessen, dass jede einzelne dieser Tanzkulturen eigene Werte, spezielles Bewegungsvokabular und spezifische kulturelle Praktiken mitbringt. Ob an der Straßenecke, im Club oder im Park – urbane Tanzstile teilen ihr Entstehen aus innerstädtischen Lebensumständen, sind stark musikalisch geprägt, interaktiv, sowie improvisatorisch. Eine gemeinsame Plattform der kulturellen Präsentation ist der „Cypher“, ein vom Publikum und anderen Tänzer*innen geformter Kreis. Unter dem Motto Vom Cypher ins Theater erfahren die Teilnehmer*innen mit Bahar Gökten und Daniela Rodriguez Romero vom Kollektiv nutrospektif, wie urbane Tanzstile in ihrer Kultur selbst praktiziert werden und wie sie auf der Bühne funktionieren können. Dies beinhaltet den Einblick in verschiedene urbane Tanztechniken, ihre Vermittlungsweisen wie das Lehren und Lernen im Cypher und die Entwicklung von eigenem Bewegungsmaterial. Im gemeinsamen Bewegungslabor werden die Teilnehmer*innen spielerisch forschen und in sogenannten Miniprozessen gelerntes anwenden. Dabei ist immer genug Raum für Reflexion und Fragen. Ganz gleich, welcher Tanzstil, hier ist für alle etwas dabei, die Lust haben, urbane Inspiration zu entdecken und wie bei allen Freestyle-Tänzen, die eigene Kreativität, Erfahrung und Persönlichkeit mit ein zu bringen.

Bahar Gökten ist Tanzkünstlerin. Ausgehend von ihrem Fundament in urbanen Tanzstilen erschließt sie Bewegung aus einer Vielzahl von Ansätzen. Ihre prozessorientierte Schaffensphilosophie ist geprägt von einer genreübergreifenden Neugier und der Kraft der Improvisation. Ihr 2012 gegründetes Kollektiv nutrospektif steht für die Sichtbarkeit urbaner Tanzstile im Bühnenkontext und gehört seit 2020 zu den Factory Artists am tanzhaus nrw. Seit 2017 ist Bahar Jurymitglied beim Tanztreffen der Jugend. Nachwuchsförderung und Konzepte für und mit jungen Menschen sind essenzieller Bestandteil ihrer Arbeit. Aktuell ist Bahar Artist in Residence im Rahmen der Ausstellung „Resist! Die Kunst des Widerstands“ am Rautenstrauch-Joest-Museum Köln.

Daniela Rodriguez Romero ist freischaffende Choreografin, Tanzvermittlerin und Diplom-Sportwissenschaftlerin. In ihrer künstlerischen Arbeit setzt sie sich mit urbaner Tanzkunst im Bühnenkontext auseinander. Ihre Prämisse ist dabei, nach künstlerischen Methoden zu forschen, mit welchen sich ein authentischer und individueller Ausdruck im Spektrum urbaner Bewegungsprinzipien finden lässt. Als Tanzvermittlerin lehrt sie an Hochschulen und entwickelt Formate in der kulturellen Bildung. Sie ist Gründungsmitglied von nutrospektif, das derzeit Factory Artist am tanzhaus nrw ist.
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Ballroom History and Vogue Fem
Mit Ria Saint Laurent

Einführung in die Ballroom Culture, Geschichte und Bedeutung. Im Workshop werden die fünf Elemente des Vogue Fem erklärt und beleuchtet. Vogue Fem ist kein Choreo-Tanz, sondern fordert dazu auf, die eigene Weiblichkeit zu zelebrieren und auszudrücken.

Valeria di Giorgi aka Ria Saint Laurent fing mit acht Jahren an, Hip-Hop und später Dancehall zu tanzen. 2015 entdeckte sie Voguing für sich. Sie spezialisierte sich auf Vogue Fem und Runway. Durch das aktiv sein in der Ballroom Szene gewann sie einige Preise und machte sich einen Namen mit dem House of Melody, das seit 2019 unter dem Namen House of Saint Laurent aktiv ist und die Ballroom-Szene in Deutschland geprägt hat. Im August 2019 zog es sie aus Düsseldorf nach Berlin, wo sie als Künstlerin tätig ist, sowohl in Videos und Magazinen als auch auf Festivals. In ihren Kursen legt sie Wert auf das verstehen der Ballroom-Kultur, Musikalität und das Verständnis für den eigenen Körper.
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SHARING
Mit Tomas Bünger und Sergey Zhukov

Ein Tänzer*innenleben ist angefüllt mit Erinnerungen, die im Körper stecken. Viele unterschiedliche Stile und Arten, sich zu bewegen. Wie spricht das Material zu mir? Wie schnell wird etwas Fremdes zu etwas eigenem?
Ausgehend von ihren unterschiedlichen Künstler*innen-Biografien teilen Tomas Bünger und Sergey Zhukov ihre Tanzerinnerungen und animieren die Teilnehmer*innen, das dann auch untereinander zu tun. Let´s share! Let´s dance!

Sergey Zhukov wurde in Katschar, Kasachstan geboren und kam Ende der 90er-Jahre nach Deutschland. Vom Gesellschaftstanz wechselte er zum Tanz-Studium an der Folkwang Universität der Künste und schloss mit dem Folkwang-Preis ab. Von 2008 bis 2014 tanzt er für das FolkwangTanzStudio (FTS), von 2006 bis 2015 war er Gasttänzer für das Tanztheater Wuppertal Pina Bausch. Zhukov arbeitete zusammen mit Choreograf*innen wie Susanne Linke, Urs Dietrich, Rodolpho Leoni, Mark Sieczkarek, Henrieta Horn, Chikako Kaido, Ben J. Riepe, VA Wölfl, laborgras u. v. a.. 2021 begann er mit Tomas Bünger seine tänzerische/choreografische Forschung zum Thema queere Identität.

Tomas Bünger hat klassischen und modernen Bühnentanz an der Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover (HMTMH) studiert und war langjähriges Mitglied des Tanztheater Bremen. Anschließend integrative Tanzlehrerfortbildung am Mark Morris Dance Center in New York und Gast-Dozent an der Universität der Künste in Buenos Aires. Seit 2014 Künstlerischer Leiter der Young Choreographers´ Platform, initiiert vom Goethe-Institut Bangladesh. Lehraufträge an der Universität Bremen und der Hochschule für Künste im Sozialen (HKS), Ottersberg. Künstler-Residenz mit Kossi Sebastien Aholou-Wokawui am Tanzzentrum Brin de Chocolat in Lomé, Togo. Einladung mit Sergey Zhukov zum Online-Festival April Dance 2021 @IAPAR in Pune, Indien. Künstler-Residenz mit Andor Rusu am Goethe-Institut Rumänien.
Mitbegründer des TanzKollektivBremen und Yoga Lehrer.
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Art du Déplacement – der Tanz mit Hindernissen
Mit Stevie Koglin

Im Workshop werden die Teilnehmer*innen an Bewegung im Freien unter Einbeziehung von Objekten des urbanen Raums, wie Mauern, Fahrradständern, Parkbänken oder Tischtennisplatten, herangeführt. Dies erfolgt durch verschiedene Bewegungsaufgaben und -spiele, die den Teilnehmer*innen zunächst die Scheu vor dem Umgang mit diesen Objekten nehmen soll, und letztlich der Umdeutung ihrer Funktionen. In einem nächsten Schritt entwickeln die Teilnehmer*innen ihre eigene Bewegungssprache mit und an den Objekten und treten in einen kreativen Dialog mit ihnen. Das bedeutet, es werden nicht primär konkrete Bewegungstechniken vermittelt, sondern Werkzeuge um gemäß den eigenen körperlichen Voraussetzungen und Ideen Wege und Lösungen in Interaktion mit dem urbanen Raum zu finden. Grundlage für diesen Workshop ist die Bewegungsform Art du Déplacement (ADD, weithin bekannt unter dem Namen Parkour), die gemäß unserem Anspruch jeder*jedem die Möglichkeit bietet, sich den städtischen Raum mit seinen Objekten durch Bewegung zu erschließen. Es geht im Ursprung nicht um waghalsige Sprünge, sondern um einen Dialog zwischen dem sich bewegenden Körper und den bestehenden Strukturen, der prinzipiell allen Menschen möglich ist.

Stevie Koglin ist Inhaber von Potsdam in Bewegung – Akademie und Gründungsmitglied der Potsdam in Bewegung – Community. Er widmet sich auf dieser Plattform seit über zehn Jahren der Kunst der Fortbewegung und arbeitet neben regelmäßigen Bewegungsangeboten an Projekten, die den Zugang und die Verbreitung von Art du Déplacement fördern. Er ist für die enge Zusammenarbeit der Potsdamer Community mit der international anerkannten ADD Academy und den damit verbundenen Yamakasi verantwortlich.
Seit 2017 war er als Performer in Stücken von Clement Layes und Felix Marchand aktiv. Das Performance-Experiment „101 concrete“ in Zusammenarbeit mit Lukas Schapp im Jahr 2021 markiert ihre erste Eigenproduktion.
Neben ADD ist er mit anderen Bewegungsmethoden wie Tom Wekslers Zen Archery oder Fighting Monkey Practice vernetzt.
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Translating into dance with a glitch
Mit Enis Turan

Wie lassen sich Texte in Bewegung übertragen? Wie lässt sich ein Kassettenrecorder in Tanz übertragen? Wie kann ein Metronom oder die Stille uns zum Tanzen anregen? Wie lässt sich das Putzen vertanzen? Wie verkörpert sich der Schrei? Und. was passiert, wenn mensch diese Sachen zusammenbringt? Wie lässt sich ein „Glitch“ in Tanz übertragen? Im digitalen/technischen Raum tauchen oft Fehler auf, meistens unbeabsichtigt und unerwünscht. Wie lassen sich „Fehler“ erwünscht inszenieren? In dieser physischen Auseinandersetzung ist es das Ziel, ein anderes Medium/eine andere Aktion in die Tanzsprache zu übersetzen und den Ansatz für die Entwicklung von Bewegungsmaterial zu nutzen. Wir entwickeln keine fertigen Choreografien, sondern erkunden verschiedene Bewegungsqualitäten und physische/performative Zustände. Wir beginnen jeden Tag mit einem physischen Warm-Up und arbeiten mit dem Körper und mit der Stimme. Wir schwitzen. Wir schreien. Wir tanzen. Wir improvisieren.

Geboren und aufgewachsen in der Türkei, zurzeit wohnhaft in Berlin, arbeitet Enis Turan als freischaffender Tänzer und Choreograf. Er studierte zeitgenössischen Tanz an der Hochschule für Musik und Tanz Köln und der Universität der Künste Island. Sein künstlerisches Interesse im Tanz liegt an der Schnittstelle konzeptioneller Arbeiten mit hohem physischem/performativem Einsatz und der Tanzkunst mit anderen Kunstformen. Bei der Ausarbeitung liegt sein Fokus stark auf Widersprüchen und deren Verschmelzung. Als „besonders talentiert“ wurde er 2014 während seines Tanzstudiums mit einem Stipendium von Lancôme ausgezeichnet, im Sommer 2017 erhielt er das danceWEB-Stipendium im Rahmen des Impuls Tanzfestivals in Wien. enisturan.com
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Schall und Raum!
Mit Jarita Freydank und Tatiana Mejia

Alles ist Schwingung und vibriert auf eigener Frequenz. Die Musik kommt meist nur digital aus den Boxen und Meetings über das Internet haben Latenz. Der echte Moment, in dem wir uns treffen und unsere Energien spüren, uns austauschen und inspirieren können, ist wertvoll! Schlagzeugerin Jarita bringt verschiedene Trommeln und Percussion-Instrumente mit. Wir kreieren unsere eigenen Rhythmen, reagieren auf den Sound, der mal treibend, mal meditativ ist und jammen zusammen. Tänzerin Tatiana verbindet Körperbewegungen des Zeitgenössischen Tanzes mit anderen Tanzstilen. Wir schärfen unsere Sinne, entwickeln improvisatorische Sequenzen und bereichern unsere Bühnenpräsenz. Bring zum Workshop ein Tuch oder Kleidungsstück in deiner Lieblingsfarbe mit!

Jarita Freydank ist eine in Berlin lebende Schlagzeugerin, Perkussionistin und Sängerin. Nach ihrem Musikstudium am Institut für Musik der Hochschule Osnabrück zog es sie in die Großstadt. Seit 2013 ist sie mit Judith Holofernes unterwegs und spielte u. a. für Astrid North, Peter Fox, Chefket und Sookee. Neben der Arbeit auf der Bühne und im Studio ist Jarita Freydank als Musikpädagogin tätig und setzt die Kraft der Musik als therapeutisches Mittel ein. Sie ist Mitbegründerin des FEM JAM COLLECTIVEs, das durch Jamsessions und Auftritte Frauen am Instrument bestärken soll. 2018 veröffentlichte sie ihr selbstproduziertes Debut „JARITA & THE AFROBEATMOVEMENT – Live at Planet Earth EP“. Sie vereint afrikanische Rhythmen mit deutschen Texten und spiegelt ihre afrodeutschen Wurzeln wider.
Ihre Message lautet: Love yourself and express yourself!

Tatiana Mejia ist Tänzerin, Performerin und Choreografin und lebt in Berlin. Geboren und aufgewachsen in der Dominikanischen Republik, studierte sie an der Nationalen Tanzschule in Santo Domingo. Dort entwickelte sie verschiedene Arbeiten mit ihrer eigenen Gruppe Desdoblados und war Gründungsmitglied des Nationalen Ensembles für zeitgenössischen Tanz. Sie war Artist in Residence bei American Dance Festival, Bates Dance Festival, Iberescena und Ponderosa. Seit 2011 war sie in Berlin in den Sophienesaelen, im Dock 11, HAU Hebbel am Ufer, in der Schaubühne oder im Maxim-Gorki-Theater zu sehen und arbeitete u. a mit Jeremy Shaw, Magda Korsisnky, Kareth Schaffer, Martha Hincapie, Ashley Fure, Jasmin Ihrac, Tanzkomplizen und Jeannette Ehlers zusammen.

Praxis – Impuls-Workshops

Dienstag, 21. September 2021
9:30–12:00 / 10:00–12:30 & 13:30–16:00 / 14:00–16:30

Die Impuls-Workshops bieten die Möglichkeit, während eintägiger Workshops verschiedene Tanzstile und Bewegungspraktiken auszuprobieren.

Spiel mit dem Körper
Mit Maiko Date und Lia Masetti

Dein Körper ist dein einzigartiger Schatz und dein Instrument. Lass uns deine eigene Bewegung und deinen eigenen Sound suchen, allein, zu zweit, und alle zusammen.
Solo – eine Geschichte deines eigenen Körpers, die nur du erschaffen kannst / Duo – versuchen wir, zusammen mit Partnerin oder Partner ein- und auszuatmen. Nutze deine Sinne, höre die Stimme des Körpers und berühre miteinander / Gruppentanz – gemeinsam die Luft bewegen und die Harmonie der Körper erschaffen

Maiko Date wurde in Japan geboren. Sie ist Tänzerin und Choreografin und hat in Japan bis 2011 in der Tanzkompanie Mademoiselle Cinema in Tokio gearbeitet. Im Anschluss arbeitete sie als freischaffende Künstlerin. Seit 2012 lebt sie in Berlin.

„Du kannst Körper. Du kannst: Hey! Du kannst alles zeigen. Wenn ich tanze. Ich kann es allen zeigen.“ Lia Massetti ist seit 2011 Performerin im Ensemble des Theater Thikwa. Thikwa ist „Deutschlands berühmtestes Theater, in dem Künstler*innen mit und ohne Behinderung gemeinsam Theater spielen“ (rbb Kulturradio). In der eigenen Spielstätte in Berlin und bei Gastspielen auf der ganzen Welt präsentiert Thikwa Performances, Tanz-, Text- und Musiktheater ohne Scheu vor Experimenten. Lia Massetti tanzte u. a. in Choreografien von Yuko Kaseki, Linda Weißig und Modjgan Hashemian.
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Le Serpent de vie
Mit Kossi Sebastien Aholou-Wokawui

Kossi Sebastien Aholou-Wokawui, Tänzer und Tanzlehrer aus Togo, nimmt euch mit in die Welt der AFRO-AFRICAN technique. AFRO-AFRICAN technique ist ein afrikanischer Tanz mit modernem Ausdruck, eine Synthese aus traditionellen Tänzen Westafrikas, westlichem zeitgenössischem Tanz und karibischem Tanz (Haiti/Kuba ...), bei dem ihr mit freiem Körper, offenem Geist und Fluidität tanzen werdet. Diese Technik ist ein ständiger Dialog mit dem Kosmos und der Natur, sie arbeitet vor allem an der Verwurzelung, der Atmung und der Beweglichkeit der Wirbelsäule und legt besonderen Wert auf Improvisation und musikalische Begleitung. Dabei werden die stärksten Elemente des afrikanischen Tanzes beibehalten, wie Energie, Rhythmus, erdige/geerdete Bewegung und Elevation.

Geboren in Lomé, Togo, absolvierte Kossi Sebastien seine Ausbildung in traditionellem und zeitgenössischem afrikanischem Tanz und Modern Dance sowie in Jazz Dance von 2000 bis 2005 an der Cie Woenyo, Cie Sojaf und Brin de Chocolat. Als Tanzlehrer arbeitete er u. a. an der Universität von Lomé sowie an der französischen Schule und dem traditionellen Ballett von Lomé. 2006 choreografierte er mehrere Tanzproduktionen, die in Togo, Benin, Mali, Ghana, Deutschland und Dänemark präsentiert wurden. Er nahm u. a. an Trainings-Projekten mit Stephanie Tiersch und Alexandre Castres teil und war teilweise an der École des Sables in Toubab-Dialaw im Senegal zur Weiterbildung bei Germaine Acogny. 2013 war Kossi u. a. Lehrer eines Tanz-Workshop-Programms am Nationaltheater von Haiti. 2014 führte er ein Trainings- und kreatives Projekt mit Tänzer*innen und Choreograf*innen in Togo durch, das vom Togo Culture Aid Fund unterstützt wurde. Von 2012 bis 2019 arbeitete er mit Steptext dance project zusammen und tanzte in vielen Produktionen von Helge Letonja im In- und Ausland. 2018 kreierte er mit dem Choreografen Tomas Bünger das Duett „IN THE SKIN OF THE OTHER“, das in Dhaka-Bangladesch, Lomé-Togo und Bremen aufgeführt wurde. Im Rahmen verschiedener Kooperationen, u. a. mit Quartier Bremen, der Hochschule für Künste im Sozialen Ottersberg und dem Goethe-Institut Bangladesch, kreierte er transkulturelle Tanztheaterprojekte für junge Menschen. Seit 2019 ist er Mitglied der Kompanie Of Curious Nature.
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Yggtn: Perreo pa lxs nenxs, Bühnenpräsenz und Achtsamkeit der Bewegung
Mit Maque Perreira

In diesem Workshop beschäftigen wir uns anhand der Praxis von Yoggaton mit Präsenz im Alltag und auf der Bühne, mit mentaler und spiritueller Achtsamkeit und mit den Bewegungsmöglichkeiten, die sie bietet. Yoggaton ist eine Schnittmenge aus Yoga und Reggaeton. Die Praxis des Yoggaton speist sich aus dem spirituellen Aktivismus des Genusses sowie der Tanzart Perreo und arbeitet auf der körperlichen, emotionalen, mentalen und spirituellen Ebene daran, unsere Körper zu dekolonisieren und Binaritäten zu hinterfragen.

Die multidisziplinäre Künstlerin, Psychologin und spirituelle Pleasure-Aktivistin Maque Pereyra lebt und arbeitet in Berlin. 2018 schloss sie den Masterstudiengang SODA (Solo/Dance/Authorship) am Hochschulübergreifenden Zentrum Tanz Berlin (HZT) ab. Von 2016 bis 2018 erhielt sie ein DAAD-Stipendium im Bereich der darstellenden Künste. In ihrem Heimatland Bolivien schloss sie 2014 ein Bachelor-Studium in Psychologie ab. Ihre künstlerischen Arbeiten (Performances, Videos, Workshops etc.) wurden bereits international gezeigt und ausgezeichnet, so zum Beispiel bei Plattformen wie Tanztage Berlin, Tanzquartier Wien und dem Haus der Kulturen der Welt. 2019 erhielt sie das Atelierstipendium von District Berlin mit der Recherche zu „Yoggaton als Empowerment und dekoloniale Körperpraxis“. Derzeit absolviert sie eine Yogalehrer*innen-Ausbildung bei Ignite Yoga sowie ein Diplomstudium in „Feminismo descolonial y Pensamiento Andino“ am Institut für das Studium der andinen Kulturen (IDECA) und gibt Bewegungstherapiestunden bei Casa Kúa. Der Schwerpunkt ihrer Arbeit liegt in den Bereichen Heilen, Empowerment durch Genuss, spiritueller Aktivismus, dekoloniale/queere Ästhetiken und Praktiken sowie der Produktion und Reflexion von Wissen mit und aus dem Körper.
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ADD - Art du Déplacement
Mit Lukas Schapp

Art du Déplacement ist die ursprüngliche Bezeichnung der weitbekannten Bewegungsform und Erscheinung in diversen Medien, die vordergründig als Parkour oder Freerunning wahrgenommen wird.
Die Energie, etwas Neues zu erschaffen, Wege und Räume umzudeuten, sich selbst darin zu ermächtigen, Bewegung frei zu gestalten und im Miteinander eigene Fähigkeiten und Grenzen zu erfahren, kann bereits in einer Trainingssession erfahren werden.
Ein ADD-Training gibt Raum für unvoreingenommene Begegnungen mit der Umgebung und den eigenen körperlichen und mentalen Grenzen. Wenn der Funke überspringt, oft im Zustand einer Grenzerfahrung, können die Teilnehmer*innen den ADD-Spirit direkt erleben. Getragen durch die Wiederholungen in der Gruppe können in diesem Erlebnisraum körperliche und/oder mentale Hürden überwunden und ein neues Selbstverständnis erlebt werden.
Es sind alle willkommen, unabhängig von Fähigkeiten und Fertigkeiten! Wir erarbeiten in der Gruppe Wege und Möglichkeiten, die so differenziert sind wie die Gruppe selbst und gehen auf innere und äußere Prozesse ein. Wir bewegen uns simpel, strukturiert, verspielt, aber auch intensiv und improvisiert, so, wie es den Teilnehmer*innen möglich ist.

Lukas Schapp ist Inhaber von Potsdam in Bewegung – Akademie und Gründungsmitglied der Potsdam in Bewegung – Community. Er arbeitet seit zehn Jahren vernetzend mit Plattformen und soziokulturellen Einrichtungen mit dem Thema ADD und Slackline in Potsdam und Umgebung.
Während des Studiums der Sportwissenschaften an der Universität Potsdam 2006 bis2012, widmete er sich Jazzdance und Tanzimprovisation. Er begleitet seit 2015 Whatsart und choreografiert seither Performances mit Kinder- und Jungendgruppen.
Das Performance-Experiment „101 concrete“ in Zusammenarbeit mit Steven Koglin im Jahr 2021 markiert seine erste Eigenproduktion.
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Digitale Tanz-Performance
Mit Carmen Scarano
(digital)

Spannende Tanzcollagen oder Performance-Szenen entstehen auch im digitalen Raum aus Neugier, Spiel und Improvisation. Ausgangspunkt dafür ist der eigene Körper mit seiner individuellen Kreativität auf der einen Seite und die technischen Möglichkeiten des digitalen Raums auf der anderen. In diesem Workshop werden wir versuchen, uns die digitale Technik zu Nutze zu machen. Getreu nach dem Motto “real but not real”. Welche kreativen Vorteile hat eine digitale Performance? Wo beginnt und endet der Bühnenraum?
Grundlagen für die Erfindung von Tanzszenen und -bildern werden wir in einem gemeinsamen Warm-up erarbeiten. Wir improvisieren zu Fragestellungen und probieren uns einzeln und in Kleingruppen aus.
Als Möglichkeit zur Erfindung von Bewegungsmaterial nutzen wir zum einen die Basiselemente des Zeitgenössische Tanzes und zum anderen die gesamte Kreativität der Teilnehmer*innen.
Technische Voraussetzung für den Workshop ist ein PC, Laptop oder Tablet mit der Software Zoom, Kamera und Mikrofon sowie ein stabiler Internetzugang. Wir werden künstlerisch mit den Möglichkeiten von Zoom experimentieren. Eine Teilnahme am Workshop ohne dieses Equipment ist nicht möglich.
Spaß und Freude am Ausprobieren stehen an oberster Stelle.

Carmen Scarano absolvierte ihre Ausbildung zur staatlich anerkannten Tanzpädagogin für künstlerischen Tanz und Tanzpädagogik an der Ballettfachschule Ronecker in Stuttgart und an Schulen in Paris, New York und Los Angeles. Als Tanzpädagogin wirkt sie seit über 16 Jahren in unterschiedlichsten Projekten mit. Diese reichen von Gewaltprävention für den Elementarbereich über Toleranz Lernen – ein politisches Bildungskonzept für Schulen bis hin zu tanzpädagogischen Projekten in Strafvollzugsanstalten sowie Lehraufträgen an der Universität Erfurt und der Dualen Hochschule Baden-Württemberg Stuttgart. Zu ihrer Leidenschaft zählen künstlerische Projekte im Tanztheater. Seit 2013 choreografiert Carmen zusammen mit dem Theaterhaus Stuttgart halbjährlich Stücke. In diesem Rahmen gewann 2017 das Stück „Wenn sie tanzt“ den LAMATHEA – Landesamateurtheaterpreis Baden-Württemberg in der Kategorie Kinder- und Jugendtheater. Mit Projekten wie „Dance for Good“, ein Jugendprojekt für minderjährige unbegleitete Flüchtlinge und Jugendliche aus Stuttgart am Theaterhaus Stuttgart, setzt sich Carmen Scarano intensiv für die Arbeit mit heterogenen Großgruppen ein. Mit Simone de Picciotto und dem Kunstprojekt Hit the Beat – In Rhythm we meet. Unity through Cultural Diversity erarbeitet Carmen seit 2012 jährlich Performing Arts Showcases für die Oberstufenschüler*innen der Waldorf School Windhoek, Namibia. Carmen engagiert sie sich sehr für inklusive Tanzprojekte. Entstanden sind Choreografien für blinde und sehbehinderte Menschen sowie für Kinder und Jugendliche mit Down-Syndrom und anderen geistigen sowie körperlichen Beeinträchtigungen. Als Choreografin arbeitet Carmen mit professionellen Tänzer*innen und Schauspieler*innen an diversen deutschen Theatern und für Firmenevents. Zusammen mit ihrer Kollegin Luciana Mugei gründete sie 2009 Luca Tanzprojekte. Über Luca Tanzprojekte werden Workshops, Firmenevents und Jugendarbeit realisiert.
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BANGLADESH CALLING
Mit Tomas Bünger und Tänzer*innen aus Bangladesch
(digital/hybrid)

Ein bewegtes Miteinander mit Tänzer*innen in Bangladesch, um die Chance zu nutzen, mit ihnen in einen verbalen Austausch zu kommen.
Wir kontaktieren online Menschen aus dem Land, das vielen vor allem als großer Exporteur von Bekleidungserzeugnissen bekannt ist, tanzen mit ihnen und kommen anschließend ins Gespräch.
We are one world!

Tomas Bünger – Vita siehe oben

Dialog

Aufführungsgespräche

Termine noch offen

Die Nachgespräche zu den Produktionen sind neben den Aufführungen und dem Workshop-Programm ein wichtiges Element des intensiven inhaltlichen Austauschs der Gruppen untereinander. In kleineren Gesprächsgruppen haben alle Tänzer*innen täglich Gelegenheit, persönliche Reflexionen und Kritik gemeinsam zu artikulieren und zu teilen