Forum

Das Forum des Tanztreffens der Jugend richtet sich an Tänzer*innen, Tanzvermittler*innen, Choreograf*innen, tanzerfahrene Theatermacher*innen. Es untergliedert sich in die Bereiche Praxis und Dialog.

Die Praxis-Workshops gehen von den künstlerischen Positionen der Workshopleiter*innen aus und bieten den Teilnehmer*innen Einblicke in deren Herangehensweisen und künstlerische Strategien. Sie dienen sowohl als Rechercheräume zur Entwicklung choreografischen Materials als auch der Reflektion der eigenen künstlerischen Praxis in der Arbeit mit jungen Menschen.

Die Aufführungsgespräche, die an den Tagen nach der Präsentation der in diesem Jahr ausgewählten Stücke stattfinden, stellen die Dialogplattform des Forums dar.

Der Besuch der eingeladenen Produktionen des Tanztreffens der Jugend ist Bestandteil des Forum-Programms.

Alle Forumsteilnehmer*innen sind zu einem ersten Kennenlern- und Austauschtreffen am Tag der Festivaleröffnung eingeladen. Wir freuen uns bereits, Sie und euch dort zu sehen!

Konzept und Leitung Forum: Martina Kessel, studierte Tanzpädagogik an den Akademien in Rotterdam und Essen und absolvierte im Anschluss ein Studium der Ethnologie, Islamwissenschaft und Pädagogik an der Universität Köln. Es folgten Anstellungen als wissenschaftliche Mitarbeiterin an den Universitäten Göttingen und Köln. Von 2003 bis 2013 war sie Projektleiterin von Take-off: Junger Tanz am tanzhaus nrw, wo sie den Bereich „Tanz für junges Publikum“ aufgebaut hat. Aktuell ist sie Projektleiterin von ChanceTanz, einem Projekt von Aktion Tanz e.V. im Rahmen des Programms Kultur macht stark. Bündnisse für Bildung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung.

Anmeldung

Für alle Forums-Veranstaltungen ist eine Anmeldung nötig.
Anmeldeformular PDF, 131 KB

Praxis

Die diesjährigen Workshops des Forums setzen sich aus analogen, digitalen und hybriden Angeboten zusammen. Pandemiebedingt änderten sich in den letzten eineinhalb Jahren die pädagogischen und künstlerischen Strategien in der tanzkünstlerischen Arbeit mit Jugendlichen grundlegend.

Der Einsatz digitaler Plattformen und der stärkere Einbezug des Außenraums als Trainings- und Spielstätte sind nur zwei Aspekte, die unsere Arbeit unter Pandemiebedingungen prägten und auch weiterhin prägen. Neben allen damit verbundenen Herausforderungen und möglichen Missständen sind dadurch viele neue spannende Formate und Ansätze entstanden, die es weiterzuentwickeln und zu erhalten gilt.

Den Auftakt der Workshops bildet Graham Smith. Er stellt uns mit der Entwicklung eines tänzerischen Audiowalks ein Format vor, mit dem er geschickt analoge und digitale Arbeitsweisen verbindet und so in seiner Heimat Freiburg mit einem tanzkünstlerischen und zugleich politischen Projekt viele junge und auch ältere Menschen durch die Pandemiezeit begleitet hat.

Andrea Marton führt uns in ihren Workshops in die vielfältigen Möglichkeiten der digitalen Tanzvermittlung ein. Sie zeigt, wie kreatives und partizipatives Arbeiten in digitalen Räumen funktionieren kann und welche technischen Finessen, die uns die Plattform Zoom bietet, hierbei hilfreich sind.

Mit der Session „Tanztreffen goes international“ nutzen wir die Möglichkeit des Digitalen, um über Arbeitsweisen und künstlerische Ansätze einiger ausgewählter internationaler Organisationen zu lernen und diese zu diskutieren.

Doch auch rein analoge Angebote kommen im diesjährigen Forum nicht zu kurz. Die queerfeministische Performer*in und Pädagog*in Katie Lee Dunbar behandelt in ihrem Workshop Fragen nach Macht, Transparenz und den Auswirkungen von Entscheidungsfindungen innerhalb der künstlerischen Arbeit mit Jugendlichen. Sie fordert uns auf, unsere Rolle als Leitende in Prozessen kritisch zu hinterfragen und regt auf diesem Wege mögliche Strategieänderungen an.

Die in Hamburg lebende Choreografin und Tänzerin Patricia Carolin Mai bietet gleich zwei Workshops beim Tanztreffen an. Die positiven Auswirkungen des Tanzes auf die Entwicklung sogenannter „Soft Skills“ ist ein häufig zitierter Aspekt, wenn es um die tänzerische Arbeit mit Jugendlichen geht. Doch welche Soft Skills werden dadurch eigentlich wirklich angeregt? Sie stellt uns in Theorie und Praxis den Erkenntnisstand des EU-kofinanzierten Projektes „Empowering dance – Developing Soft Skills“ vor, das Tanzschaffenden als Basis zur Analyse der eigenen Herangehensweise dienen kann.

In ihrem zweiten Workshop widmet sie sich den Praktiken der Gemeinschaft. Wie kreieren wir – ausgehend von Individuen mit ihren in die Körper geschriebenen persönlichen Lebensgeschichten – eine Gemeinschaft von Menschen, die miteinander in Kontakt stehen? Mai teilt in den Sessions ihre Ansätze mit uns und gibt Möglichkeiten, diese zu erproben. Mit Prince haben wir einen Tänzer zu Gast, der uns in die Kunst des Storytelling im urbanen Tanz einführt. Er fokussiert dabei auf die historische Entwicklung der Tanzform Krump und kontextualisiert auf diese Weise deren grundlegende Bewegungsformen. Wir lernen Krump Basics und erforschen, wie wir damit experimentieren und uns ausdrücken können. Wir sind gespannt!

KEEP ON GOING: EIN BEWEGENDER AUDIOWALK IN ANALOGEN UND DIGITALEN RÄUMEN

18.09.2021, 9:00 – 12:30 und 14:00 – 16:30 Uhr
19.09.2021, 9:00 – 12:30 und 14:00 – 16:30 Uhr
20.09.2021, 9:00 – 12:30 Uhr
mit Graham Smith

(Analoger Workshop vor Ort mit digitalen Bestandteilen)

Der Choreograf und Tänzer Graham Smith erarbeitet mit den Teilnehmenden einen tänzerischen Audiowalk auf dem Terrain des diesjährigen Tanztreffens. Er lässt uns teilhaben an seinen choreografischen Prozessen, die sowohl den digitalen als auch den analogen und öffentlichen Raum einbeziehen. Der urbane Raum wird erkundet, seziert, auditiv und choreografisch inszeniert und auf diesem Wege neu erlebt. Ausgehend von den zunächst isolierenden Bedingungen, die mit der Pandemie einhergingen/einhergehen, sucht Graham nach Wegen auch in Zeiten von Abgrenzung, gemeinschaftlich künstlerische Prozesse und kollektive Erfahrungen zu initiieren und zu inszenieren. Dabei stößt er auf facettenreiche Aspekte und hinterfragt Arbeitsformen, Machtstrukturen und die kollektive Verantwortung in künstlerischen Prozessen mit Jugendlichen und mit Menschen anderer Altersgruppen.

Im Workshop werden wir zunächst den konkreten urbanen Raum rund um das Tanztreffen erkunden, um dann mit Hilfe diverser digitaler Tools einen gemeinsamen Audiowalk zu entwickeln. Dieser wird den Teilnehmenden und Besucher*innen des Tanztreffens zur Verfügung gestellt, um auch ihnen einen neuen Blick auf den Raum zu ermöglichen. Ein weiterer Fokus des Workshops wird die Frage sein, wie wir in digitalen Räumen, künstlerische Prozesse initiieren und ein Gefühl kollektiven Seins jenseits analoger Treffen hervorbringen können.

Da wir sowohl analog als auch digital und im Außenraum arbeiten, benötigt jede*r Teilnehmer*in einen Laptop, ein Smartphone inkl. Messengerdienst Signal, Kopfhörer sowie Schuhe und Trainingssachen für den Außenraum.

Graham Smith (USA, DE) arbeitet seit 30 Jahren an der Schnittstelle von professionellem Bühnentanz, Choreografie und Tanzvermittlung. Seine Projekte zeichnen sich durch sparten-, genre- und generationsübergreifendes Arbeiten aus. Das Hauptinteresse seiner Arbeit liegt im Aufdecken politischer Dimensionen einer „embodied society“, die durch künstlerische Tanzprojekte sichtbar gemacht wird. Nachdem er als Tänzer und Choreograf in verschiedenen Theatern tätig war, leitet er seit 2006 den Bereich Tanz am Jungen Theater am Theater Freiburg. In diesem Rahmen konzeptioniert und leitet er das Bildungsreform-Projekt „Learning by Moving“. Seit mehreren Jahren leitet Smith außerdem generationsübergreifende Laientanz-Ensembles. Die School of Life and Dance recherchiert die eigene tänzerische Entwicklung und sucht nach neuen Produktionsformen. Smith war Leiter des Stadtraumprojekts „Die andere Seite“, welches Formen des Zusammenlebens und des Städtebaus in der Zukunft untersucht. 2015 war er Preisträger des SolidarEnergie-Preises, 2020 des Reinhold-Schneider-Preises der Stadt Freiburg.
__________

ART OF STORYTELLING WITH URBAN DANCE

18.09.2021, 9:30 – 12:00 Uhr und 14:00 – 16:30 Uhr
19.09.2021, 9:30 – 12:00 Uhr und 14:00 – 16:30 Uhr
Mit Prince Ofori

(Analoger Workshop vor Ort)

Der Workshop beginnt mit einem theoretischen Einstieg mithilfe von Videos und Hintergrundwissen von Prince Ofori in die Anfänge des Krumping und der Bedeutung von „Kingdom Radically Uplifted Mighty Praise“ (K.R.U.M.P.) für die afro-amerikanische Community der 1990er-Jahre in Los Angeles. Krump ist ein sehr schneller, expressiver Tanz, der auf Basics und Freestyle basiert. Wir nehmen uns Zeit, die Basics (grundlegenden Bewegungen) von Krump und ihren Groove und Flow zu lernen und übertragen sie in einem nächsten Schritt auf unsere Körper und individuellen Erfahrungen. Beim Krump geht es um Storytelling. In Battles und Cyphers werden einander diese Geschichten erzählt. Der Workshop wird auch auf diese Art des künstlerischen Austauschs, die Kunst und Taktiken des Battling, eingehen, wobei Techniken von Hip-Hop miteinfließen werden. So werden wir daran arbeiten, dass jede*r Teilnehmer*in durch Krump ihre*seine eigene Geschichte erzählen kann.

Das Ziel des Workshops ist es, die Bedeutung und Entstehung von Krump kennenzulernen und zu erfahren. Dabei ist es nicht wichtig, ob die Teilnehmenden Erfahrung in Krump oder sogenannten urbanen Tanzkulturen haben. Der Workshop ist so aufgebaut, dass am Ende jede*r durch Krump ihre*seine individuelle Ausdrucksweise explorieren kann.

Prince Ofori wurde 1988 in Ghana geboren und ist Gründer des Künstlerkollektivs M.I.K. Family. Er tanzt seit 2004 und hat sich auf Krump und Hip-Hop-Freestyle spezialisiert. Er gilt in Europa als Pionier des Krumping. Seit 2005 arbeitet er als Tanzpädagoge und Tanztrainer. Prince ist in der Battleszene als erfolgreicher Freestyle Tänzer bekannt. Er wirkte an verschiedenen Musikvideo- und Fernsehproduktionen mit und war einer der ersten, die Krump auf die deutschen Theaterbühnen brachte. Seitdem performte er europaweit in verschiedenen Theaterproduktionen. Er zeichnet sich nicht nur durch die erfolgreiche Teilnahme an internationalen Tanzevents- und battles aus, sondern auch durch die Organisation von diesen. Er ist künstlerischer Leiter, Kurator und Veranstalter des CDC Festivals und derzeit Produzent und künstlerischer Leiter der Tanztheaterperformance „AkzepTanz“, einem inklusiven und empowernden Stück des Iconic House of Saint Laurent und der M.I.K. Family.
__________

TANZPARENT

20.09.2021, 9:30 – 12:00 Uhr und 14:00 – 16:30 Uhr
21.09.2021, 9:30 – 12:00 Uhr und 14:00 – 16:30 Uhr (Wiederholungstermin)
Mit Katie Lee Dunbar

(Analoger Workshop vor Ort)

Fragen zum Umgang mit Macht und Transparenz sowie die Gestaltung von Arbeitsprozessen und die Frage nach möglichen Auswirkungen von Entscheidungsfindungen sind zentrale Aspekte bei der Kreation von Tanzstücken. Dies gilt insbesondere, wenn man mit jungen Menschen arbeitet. Im Workshop werden wir diese Themen durch Bewegung, Diskussion und mittels Performance-Aufgaben reflektieren. Wir beschäftigen uns dabei unter anderem mit folgenden Fragen: Wie reflektieren wir als Choreograf*in oder Tanzpädagog*in, die*der mit jungen Menschen arbeitet, unsere eigene Rolle? Wer trägt Verantwortung für das Produkt, das wir mit der Gruppe erschaffen? Welche Prozesse oder Methoden verwenden wir und warum?

Ziel dieses Workshops ist es, die Machtverteilung und -dynamik bei der Entwicklung von tänzerischen Gruppenproduktionen zu erforschen. Wir wollen erkennen, welche Auswirkungen die von uns getroffenen Entscheidungen auf die Beteiligung einzelner Personen haben, wie sich diese zur gemeinsamen Arbeit in Beziehung setzen und wie bzw. ob sie sich als deren Autor*innen wahrnehmen.

Arbeitssprache des Workshops ist Englisch.

Katie Lee Dunbar (UK/Berlin) ist queerfeministische*r Performer*in und Pädagog*in. Katie hat über zehn Jahre Erfahrung in anti-diskriminierender Bildungsarbeit, der Leitung internationaler Sommercamps, sowie der Konzeption und Durchführung von künstlerisch-bildenden Projekten an Schulen mit verschiedensten Altersstufen. In Katies pädagogischem Handeln stehen Empowerment und Inklusion im Vordergrund. Hier kommen Methoden aus dem Theater, Bewegung/Tanz, Bildende Kunst und Kommunikation in der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen zum Einsatz.

In künstlerischen Recherchen beschäftigt sich Katie mit Stimme, Erinnerung, Bewegung, Klang, Sprache und Installation. Die Arbeiten werden im Rahmen von Festivals, Ausstellungen, gemeinnützigen Organisationen, Theatern und im öffentlichen Raum präsentiert.

Momentan macht Katie die Projektleitung für das mitkollektiv (Juli 2020 bis Juli 2021) und leitet die deutsche Abteilung von arted (ein dreijähriges, durch ERASMUS gefördertes transeuropäisches Projekt), in dem Guides und Workshops für Künstler*innen und Lehrer*innen angeboten werden. Hier werden machtkritische Themen und antirassistische Strategien vermittelt.
katieleedunbar.de
__________

TANZTREFFEN GOES INTERNATIONAL

21.09.2021, 9:30 – 12:00 Uhr

(Digitales Angebot)

In einem digitalen Meeting treffen wir auf Vertreter*innen verschiedener internationaler Organisationen, die Tanzproduktionen mit Jugendlichen erarbeiten. Wir lernen, unter welchen Bedingungen sie produzieren und arbeiten und welche Ansätze sie in ihrer pädagogischen und künstlerischen Arbeit verfolgen.

Die Veranstaltung findet in englischer Sprache statt.
__________

GRUNDLAGEN DIGITALER TANZVERMITTLUNG PER ZOOM

22.09.2021, 9:30 – 12:00 Uhr
Mit Andrea Marton

(Digitaler Workshop)

Pandemiebedingt war das vergangene Jahr für Tanzschaffende eine große Herausforderung. Viele haben Zoom als eine kreative Möglichkeit genutzt, um Projekte fortzusetzen oder auch neu zu entwickeln. Der Workshop gibt Einblicke in die Grundlagen und kreativen Möglichkeiten dieses digitalen Tools und richtet sich somit an Einsteiger*innen, aber auch an diejenigen, die ihr Wissen systematisierter einsetzen wollen. Folgende Aspekte der Zoom-Plattform lernen wir kennen:

- Galerie- versus Sprecher-(Tänzer*in)-Ansicht – wofür macht welche Ansicht Sinn?
- Spotlight/Fokussieren und Pinnen – ein Tool für dialogisches Arbeiten
- Breakout-Rooms – wann und wofür sind sie sinnvoll?
- Einspielen von Musik und notwendiges technisches Equipment (z. B. die Rolle eines Bluetooth-Headsets für eine gute Tonqualität)
- Chatfunktionen und die Plattform Padlet – wie teilen wir Informationen?
- Kreatives Arbeiten mit anderen digitalen Plattformen – Einführung in die Plattform Padlet

Zur Teilnahme ist ein Computer/Laptop (nicht Tablet!), ein Bluetooth-Headset (bereits gekoppelt mit dem Endgerät) sowie eine stabile Internetverbindung erforderlich.

Andrea Marton (DE) ist Tanzschaffende in tanzvermittelnden und tanzkünstlerischen Kontexten. Sie entwickelt partizipative Projekte für Bühne und öffentlichen Raum, mit besonderem Fokus auf generationsgemischte und diverse Gruppen. Als erfahrene Tanzvermittlerin gibt sie Fort- und Weiterbildungen im In- und Ausland. Sie ist künstlerische Co-Leitung von FOKUS TANZ (Tanzplan München) und verantwortlich für die Projektbegleitung der Tanzkünstler*innen und das Fortbildungsprogramm des Projektleiter*innenpools. Sie ist Co-Leitung von „Reconnect participative dance“, einem Projekt von Aktion Tanz, in dem es um die Entwicklung und Systematisierung digitaler Tanzvermittlung geht. Seit Juni 2021 ist sie im Vorstand von Aktion Tanz – Bundesverband Tanz in Bildung und Gesellschaft.

andrea-marton.de
__________

SM@RT – ZWISCHEN ANALOG UND DIGITAL

Dialogisches und serielles tanzkünstlerisches Arbeiten in Zoom

22.09.2021, 14:00 – 16:30 Uhr
23.09.2021, 9:30 – 12:00 Uhr
Mit Andrea Marton

(Digitaler Workshop)

In diesem Workshop erproben wir konkrete Ansätze und Möglichkeiten, um über die digitale Plattform Zoom tänzerisch-kreativ mit Gruppen zu arbeiten. Wir loten Zugänge aus, die uns die Plattform bietet, indem wir sowohl den digitalen gemeinsamen Raum als auch den konkreten Raum einer*eines jeden Einzelnen beachten.

Alle Teilnehmenden des Workshops erhalten im Vorfeld eine kleine Materialsammlung, die zum Generieren von Bewegungsmaterial wie auch zu Dokumentationszwecken genutzt wird. Insofern ist bei Anmeldung die Nennung der Postadresse erforderlich.

Der Workshop fokussiert insbesondere auf folgende Fragen:

1. Wie kommen wir über Zoom – mit und jenseits des Bildschirms – in Körper und Bewegung?
2. Wie generieren wir unter Einbezug der postalisch zugestellten Materialien Bewegungsmaterial im digitalen und physischen Raum?
3. Welche analogen oder digitalen Austauschformen und -foren ermöglichen uns weiterführende gestalterische Prozesse? Beispielhaft beschäftigen wir uns in diesem Kontext mit der Plattform Padlet und wenden sie auf die Arbeit in Duetten an.

Die im Workshop vermittelten künstlerischen, kreativen und technischen Kenntnisse zielen nicht nur auf die Online-Arbeit ab, sondern sollen auch unabhängig von pandemischen Kontaktregeln die tanzkünstlerische Arbeit im physischen Raum bereichern.

Teilnahmevoraussetzung:

- Souveräner Umgang mit den Basismöglichkeiten von Zoom (Pinnen, Fokussieren/Auswahl Ansichten/Breakouts, Chatfunktion) sowie dem Bearbeiten eines Padlets (Einpflegen von Audiofiles, Foto- und Filmlinks, Zeichenfunktion, Hochladen von Dateien) oder die Teilnahme am Workshop „Grundlagen digitaler Tanzvermittlung per Zoom“
- Teilnahme über einen Computer/Laptop (nicht Tablet oder Smartphone), stabiler Internetzugang, Smartphone inkl. Messengerdienst (Signal oder WhatsApp)

Andrea Marton Vita siehe oben
__________

EMPOWERING DANCE – SOFT SKILLS IN DER TANZVERMITTLUNG

21.09.2021, 14:00 – 16:30
Mit Patricia Carolin Mai

(Analoger Workshop vor Ort)

Tanzen empowert – doch was löst dieses Gefühl aus? Ist es die reine physische Bewegung oder steckt mehr dahinter, wenn wir uns regelmäßig treffen, gemeinsam trainieren, Choreografien entwickeln oder andere zum Tanzen anleiten? Welche Kompetenzen, welches Wissen ist zeitgenössischen Tanzpraktiken inhärent, aber auch Tanzschaffenden selbst nicht immer bewusst? Welche Fähigkeiten vertiefen Tanzpraktizierende implizit beim gemeinsamen Tanzen?

Das europäische Projekt Empowering Dance – Developing Soft Skills, kofinanziert durch das EU-Förderprogramm Erasmus+, hat sich erstmalig für den zeitgenössischen Tanz vorgenommen, den Zusammenhang zwischen Tanz und der Entwicklung von Soft Skills zu erforschen.

Der Workshop legt implizite Wissensformen offen und ermöglicht einen reflektierten Umgang mit und eine praktische Anwendung von Soft Skills in der eigenen tanzvermittelnden Praxis.

Patricia Carolin Mai (DE) lebt seit 2013 in Hamburg und produziert als Tänzerin und Choreografin Bühnenstücke mit Produktionsstandort auf Kampnagel Hamburg, am K3 – Zentrum für Choreographie sowie am LOFFT – DAS THEATER Leipzig und am Ringlokschuppen Ruhr. Ihre Arbeiten touren national sowie international u.a. in Belgien, Israel, Italien und Korea.

Sie erhielt ihre Ausbildung am Königlichen Konservatorium Antwerpen und der SNDO Amsterdam. Zudem studierte sie den Masterstudiengang Performance Studies an der Universität Hamburg. Im Fokus ihrer choreografischen Arbeit steht die Untersuchung des Körpers als zentralem Speicher von Erinnerungen. Von 2016 bis 2019 entwickelte sie ihre Trilogie über „Körper in Extremzuständen“. In „HAMONIM – „המונים (hebräisch für „was die Masse bewegt“), dem dritten Teil ihrer Tanztrilogie „Körper in Extremzuständen“, arbeitete sie dazu mit Menschen zwischen 17 und 83 Jahren. In der Proben- und Recherchephase bewegten sich 70 Hamburger*innen durch zahlreiche Bilder der Menschheitsgeschichte, untersuchten Schutzmechanismen von Gemeinschaft und setzten sich den Rhythmen von Masse aus. So entstand eine Bühnengemeinschaft, die die Parameter von Zusammensein seziert und eine kritische Haltung zur Masse praktiziert.

Als Tanzvermittlerin gibt sie regelmäßig Workshops und Seminare im Bereich Zeitgenössischer Tanz und unterrichtet u. a. am K3| Tanzplan Hamburg (Leitung des generationsübergreifenden Tanzclubs ALL*IN), in der Bewegungswissenschaft an der Universität Hamburg, in TUSCH-Projekten u. a. am LICHTHOF Theater, Ernst-Deutsch-Theater und Jungen Schauspielhaus, sowie am TuT Hannover, am Seoul Dance Center Korea und der gtf (Gesellschaft für Tanzforschung) in Zürich. 2021 initiierte sie die neue Tanz-Community-Klasse [K]ome together in Hamburg. Jeden Monat lädt sie Menschen allen Alters zur freien Tanzklasse mit Live-Musik auf dem Kampnagel-Gelände ein.

Für die Jahre 202s 2023 erhielt Patricia Carolin Mai die dreijährige Konzeptionsförderung der Behörde für Kultur und Medien Hamburg. Mit der Trilogie „INTEAM“ wird sie (gemeinsam mit K3 | Tanzplan Hamburg und der lokalen Tanzcommunity) ihre Arbeit über Praktiken der Gemeinschaft fortsetzen.

patricia-carolin-mai.de, empowering.communicatingdance.eu
__________

PRAKTIKEN DER GEMEINSCHAFT

22.09.2021, 9:30 – 12:00 Uhr und 14:00 – 16:30 Uhr
23.09.2021, 9:30 – 12:00 Uhr
Mit Patricia Carolin Mai

(Analoger Workshop vor Ort)

Im Fokus der Arbeit von Patricia Carolin Mai steht die Auseinandersetzung mit dem Körper als Archiv und Speicher von Erinnerungen sowie die Erkundung von Praktiken der Gemeinschaft in intergenerationalen und partizipativen Projekten. Ein zentrales Moment ist dabei die Zusammenarbeit mit Menschen allen Alters ohne professionelle Tanzausbildung. Im Mittelpunkt steht der Mensch als solches (nicht ein professionell ausgebildeter Tänzer*innenkörper) und das, was die Menschen in ihrem Alltag und Zusammenleben bewegt und sich in ihre Körper einschreibt.

In den vergangenen Jahren entwickelte Mai ein Körpertraining, das für Menschen allen Alters und für alle Körper zugänglich ist. Mit Techniken aus dem Zeitgenössischen Tanz, Martial Arts, Contact Improvisation und Shiatsu entsteht eine Praxis, die die Beteiligten über körperliche Grenzen hinaustreibt und dabei Variationen des Bewegungsmaterials entstehen lässt.
Dabei steht zunächst der Kontakt zu sich selbst, zum eigenen Körper im Mittelpunkt. Davon ausgehend werden in einem zweiten Schritt erste Verbindungen zum Umraum geknüpft. Wie bewege ich mich im Raum? Wie trete ich mit anderen in Kontakt?

Zudem fragt Mai immer wieder danach, welches tänzerische Potential in den Momenten des Übergangs von einem körperlichen Zustand in den nächsten – im flüchtigen Moment des Dazwischen – liegen kann.

Im Workshop teilt sie ihre Ansätze mit uns und lässt sie uns gemeinschaftlich erproben. Der Workshop ist für alle Level geeignet.

Patricia Carolin Mai Vita siehe oben

Dialog

Das tägliche Aufführungsgespräch wird durch Beschreibungen und Beobachtungen zu den gezeigten Produktionen eingeleitet.

Aufführungsgespräche

Mit Amelie Mallmann und Lidy Mouw

Samstag, 18. bis Donnerstag, 23. September 2021, jeweils 17:00 – 18:00 Uhr und 23. September zusätzlich 21:00 – 22:00 Uhr

Choreograf*innen, Juror*innen und Forumsteilnehmer*innen diskutieren hier die formalästhetischen, thematischen und inhaltlichen Aspekte der Produktionen. Gefragt sind Expertise und Kritik, Neugier und ein scharfer Blick sowie Lust auf neue Perspektiven im Gespräch.

Amelie Mallmann arbeitet als Tanzvermittlerin bei TANZKOMPLIZEN. Sie ist ebenso Mitglied bei Tanzscout Berlin, unterrichtet biografisch-dokumentarische Theaterarbeit an der Universität der Künste Berlin und betätigt sich als Moderatorin bei Tagungen und Kongressen. Sie hat Dramaturgie in München studiert, sich 2016 zur Tanzpädagogin weiterbilden lassen und befindet sich gerade in der Ausbildung zur Tanztherapeutin.

Lidy Mouw studierte Tanz, Choreografie und Tanzpädagogik an der AHK (ehem. Scapino Dansakademie). Ihre Arbeit untersucht den bewegten, denkenden und diversen Körper in seinem politischen und gesellschaftlichen Kontext. Seit 1985 arbeitet sie im internationalen Kunst- und Kulturbetrieb als Künstlerin, Dramaturgin, Kuratorin und Projektleiterin in den Bereichen Tanz, Performance, (Musik)Theater und bildende Kunst. Sie leitet künstlerische Mixed- Ability-Projekte wie z. Z. das Theaterlabor H∀tschisi. Neben ihrer Arbeit als Dozentin in den Weiterbildungen des BuT, supervisiert sie Teams der Justiz und der sozialen Arbeit. Vor kurzem erhielt sie einen Lehrauftrag am Hochschulübergreifendes Zentrum Tanz Berlin (HZT). Als Jurorin berät sie den Berliner Kultursenat.