Campus

Das Campus-Programm richtet sich an die Teilnehmer*innen des Tanztreffen der Jugend und ist nicht öffentlich. Es gliedert sich in die Bereiche Praxis mit verschiedenen Intensiv- und Impulsworkshops und Dialog mit den täglichen Nachgesprächen.

Das Workshop-Programm erstreckt sich über mehrere Tage.

Praxis – Intensiv-Workshops

Dienstag, 27.9.2022: 9:30 – 12:00 Uhr und 14:00 – 16:30 Uhr
Mittwoch, 28.9.2022: 9:30 – 12:00 Uhr und 14:00 – 16:30 Uhr

LET’S GET PHYSICAL – Kopf aus, Körper an!
Egal, ob du bereits viel Erfahrung in Körperausdruck oder erst damit begonnen hast, in diesem Workshop erforschen wir dein ganz persönliches Potenzial, auf verschiedenen Ebenen deinen maximalen eigenen Ausdruck zu erreichen. Mit Hilfe der Gruppe möchte ich dich ermutigen, deine ganze Power, Ästhetik, Kreativität und Ausdauer aus neuen Perspektiven zu entdecken und zu entfalten. Grundlage für unser gemeinsames Arbeiten sind der zeitgenössische Tanz und deine ganz persönliche Bewegungssprache. Gib deinen Bewegungen eine Bedeutung, eine Tiefe und eine Kraft, die so individuell ist wie du selbst.

Durch die Expertise aller Teilnehmer*innen finden wir eine Fülle an Möglichkeiten, unsere Komfortzone zu verlassen und in unserem eigenen Körper zu wachsen. Wir denken weniger, sondern erforschen direkt im Tun, Ausprobieren und Spüren. Feel it, don’t think or talk about it!

Der Workshop ist auch für jüngere Tänzer*innen besonders geeignet.

Daniel Drabek tanzt schon seit er neun Jahre alt ist unaufhörlich um Gegenstände oder auch Menschen herum. Über verschiedene Kampfsportarten und Ballett gelang er erst viel später zum zeitgenössischen Tanztheater. In diesem sieht er die schönste Herausforderung für einen Theaterschaffenden: Sprache, Bewegung, Tanz, Musik und die Gesellschaft zu untersuchen und als Autor in neuen Stücken zu präsentieren.
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Tanz als Dokument – ein performatives Labor
Im Zentrum des Workshops steht ihr und eure Geschichte. Unter dem Motto „Was bedroht uns – und was ist unsere Antwort darauf?“ steigen wir in eine physisch fordernde Recherchearbeit ein, um auf Grundlage der eigenen Biografien eine tänzerische Darstellungsform zu entwickeln und als geschlossene Arbeit festzuhalten. Darüber hinaus werden wir mit euren Erzählungen und Erfahrungen Texte schreiben und diese in eure Performance einfließen lassen. Ziel ist es, euch einen Einblick zu geben in Formen des Physical Theatre und in die performative Arbeit für die Bühne, aber auch im urbanen Raum. Ihr werdet ermutigt, noch stärker ins Schaffen und Kreieren zu kommen.

Camilo Tupac Amaru Störmann Vita
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Collaborative actions
Kollaborative Begegnungen in künstlerischen Prozessen
Die Arbeit im Kollektiv ist inspirierend, aber auch nicht immer einfach. Was sind die Dynamiken innerhalb einer Gruppe? Welche Hierarchien können sich einschleichen? Wo gibt es Barrieren? In diesem Workshop lernst du choreografische Tools und Übungen, mit denen du kollaborativ und machtsensibel mit und in Gruppen arbeiten kannst. Hier geht es vor allem um Erfahrungsspielräume, in denen du dich mit anderen austauschen und reflektieren kannst. Themen wie kulturelle Aneignung, Intersektionalität und Authentizität werden im Austausch eine wichtige Rolle spielen. A propos spielen – das ist natürlich auch ein wichtiger Faktor im kollaborativen Prozess ;)

Rebecca Pokua Korang ist eine Performance-Künstlerin aus Berlin. Seit 2012 ist sie im Bereich der darstellenden Künste tätig. Nach ihrem Bachelorabschluss im Jahr 2017 arbeitet sie freischaffend als Künstlerin in freien Projekten und leitet Empowerment-Workshops für junge BIPoC. 2020 gründete sie zusammen mit acht Künstlerinnen ein Theaterkollektiv namens Thesmophoria, das Theaterstücke im öffentlichen Raum produziert.

Litchi Ly Friedrich ist eine Tänzerin, multidisziplinäre Künstlerin und Teil der Ballroom-Community im House of Saint Laurent. Ihre Arbeit ist meist interdisziplinär und umfasst sowohl kritische Theorie als auch kreatives Schreiben. Darüber hinaus arbeitet sie als Produzentin und künstlerische Leiterin für ihre eigenen Produktionen und für House of Saint Laurent.
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In virtuellen Körpern tanzen
Tänzer*innen betreten ein Studio, ziehen VR Headsets auf und betreten gemeinsam einen virtuellen Raum. Da, wo eben noch ein*e Tänzer*in stand, sehen sie jetzt einen digitalen Körper. Diese Avatare können ganz unterschiedlich gestaltet sein, aber egal wie sie aussehen, in diesen digitalen Körpern kann miteinander getanzt werden. Wie können Choreograph*innen und Tänzer*innen diese neuen Möglichkeitsräume für ihre tänzerische Praxis nutzen?
Das Studio für unendliche Möglichkeiten hat diese Anwendung für die neueste Generation von VR Headsets entwickelt und zum ersten Mal in der Produktion "Dance Machines" der Hamburger Choreographin Regina Rossi eingesetzt. Gemeinsam werden wir die unendlichen Möglichkeiten, die das Tanzen in virtuellen Körpern eröffnet, ausprobieren und für die eigenen Pläne anwendbar machen.

Für Teilnehmer\*innen ab 12 Jahren

Das Studio für unendliche Möglichkeiten entwickelt digitale Angebote für Künstler*innen und Kulturproduktionen. Mit der aktuellsten Spitzentechnologie werden sinnvolle Möglichkeiten zur Erweiterung künstlerischer Praxis aber auch zur Entwicklung völlig neue - noch nie praktizierter Ästhetiken - entwickelt. Die Gründer*innen Gloria Schulz und Julian Kamphausen haben im vergangenen Jahr die digitalen Festivalräume für die Bundeswettbewerbe der Berliner Festspiele entwickelt und freuen sich sehr jetzt diese ganz neuen Möglichkeiten vorstellen zu können.
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Vom Cypher ins Theater: Urbaner Tanz im Bühnenkontext
Urbane Tanzkulturen wie beispielsweise Breaking, Popping oder Housedance werden unter dem Schirmbegriff urbaner Tanz zusammengefasst. Jedoch besitzt jede Einzelne dieser Tanzkulturen eigene Werte und ein eigenes Bewegungsvokabular. Ob an der Straßenecke, im Club oder im Park – alle urbane Tanzformen vereint eine ähnliche Entstehungsgeschichte. Sie sind stark musikalisch geprägt, interaktiv und improvisatorisch. Der „Cypher“, ein vom Publikum und anderen Tänzer*innen geformter Kreis, bietet eine Plattform der kulturellen Aushandlung. Bahar Gökten und Daniela Rodriguez Romero von nutrospektif, vermitteln in diesem Workshop, wie urbane Tanzstile in ihren Kulturen praktiziert werden und wie sie für die Bühne funktionieren können. Die Teilnehmer*innen bekommen einen Einblick in verschiedene Techniken und erleben das Lehren und Lernen im Cypher. In sogenannten Bewegungslaboren werden sie an den kreativen Schaffensprozess herangeführt und werden angeleitet ihr eigenes Bewegungsmaterial zu entwickeln.

Bahar Gökten ist Tanzkünstlerin. Ausgehend von ihrem Fundament in urbanen Tanzstilen erschließt sie Bewegung aus einer Vielzahl von Ansätzen. Ihre prozessorientierte Schaffensphilosophie ist geprägt von einer genreübergreifenden Neugier und der Kraft der Improvisation. Ihr 2012 gegründetes Kollektiv nutrospektif steht für die Sichtbarkeit urbaner Tanzstile im Bühnenkontext und gehört seit 2020 zu den Factory Artists am tanzhaus nrw. Von 2017 bis 2021 war Bahar Jurymitglied beim Tanztreffen der Jugend. Nachwuchsförderung und Konzepte für und mit jungen Menschen sind essenzieller Bestandteil ihrer Arbeit.

Daniela Rodriguez Romero Vita
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Alle[s] anders – ein Impuls für Weltverbesser*innen
Die Welt hat sich große Ziele gesetzt! Bereits im Jahr 2030 soll alles anders sein. Weniger Armut, bessere Bildung für alle, bedeutend weniger Umweltverschmutzung: Das sind nur einige der insgesamt 17 Nachhaltigkeitsziele, die in der AGENDA 2030 festgelegt wurden, um die Welt auf einen besseren Weg zu bringen. In dem Workshop beschäftigen wir uns inhaltlich und tänzerisch mit dem Nachhaltigkeitsziel 10. Hierbei geht es um die Reduktion von Ungleichheiten. Welche Ungleichheiten kennen und erleben wir? Was tun wir dafür oder dagegen? Wir entwickeln unsere eigenen tänzerischen Geschichten und lernen dabei die Wahrnehmungen und Erlebnisse unserer Workshopkolleg*innen kennen. Der Workshop wird geleitet von einem deutsch-beninischen Team, das sich bereits gemeinsam mit diesem Thema aus der Sicht Deutschlands und Benins auseinandergesetzt und dazu eine Performance entwickelt hat.

Patrice Tonakpon Toton ist Schauspieler, Geschichtenerzähler, Regisseur und koordiniert u. a. als Vorsitzender des Vereins Katoulati (Cotonou, Benin) viele nationale und internationale Kulturprojekte. Er kreiert Aufführungen mit Profis und Laien und konzipiert Projekte, die sich an den Bedürfnissen der beteiligten Menschen, an aktuellen Debatten und gesellschaftlichen Herausforderungen orientieren. Patrice lebt und arbeitet in Benin und Frankreich.

Marlene Schmitzer und Gildas Agossoukpe übernehmen die Co-Leitung. Marlene tanzt bereits seit vielen Jahren. Mit „HerStory and Sisters“ war sie im letzten Jahr zum Tanztreffen der Jugend eingeladen. Gildas lebt in Parakou (Benin), wo der studierte Agrarwissenschaftler u. a. als Schauspieler und Geschichtenerzähler arbeitet. Er beschäftigt sich intensiv mit afrikanischen Sprichwörtern und kombiniert sie in seiner Kunst mit Schauspiel, Musik und Tanz.

Praxis – Impuls-Workshops

Freitag, 30.9.2022: 9:30 – 12:00 Uhr und 14:00 – 16:30 Uhr

Tanz mit mir. Räume als Tanz-Partner*innen
Räume können dich beflügeln, einschränken und herausfordern. Lass uns gemeinsam unterschiedliche Raumkonstellationen entdecken und erspüren. Wir beginnen bei uns selbst. Wie viel Raum nehme ich ein? Wie kann ich diesen Raum erweitern und verändern? Im nächsten Schritt lernen wir unsere Tanzpartner*in kennen: den (Um-) Raum. Wie fühlt er sich an? Was passiert, wenn wir die Koordinaten Wände, Boden, Decke verändern? Lass dich anregen: Tanze mit dem Raum oder auch gegen den Raum!

Gitti Scherer arbeitet als Szenografin und Bühnenbildnerin für Theater, Museen und Agenturen. Nach ihrem Studium erweiterte sie ihre szenografische Arbeit auf den Bereich Ausstellung. Workshops und Seminare entwickelte sie für u. a. für die Bundesakademie für Kulturelle Bildung Wolfenbüttel e. V., das Theater und Orchester Heidelberg, das Theatertreffen der Jugend, den ICOM Deutschland e. V. und den Hessischen Museumsverband e. V.
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The Solo Lab
Kennst du die Situation, in der du vor einer choreografischen Aufgabe stehst und Bewegungsmaterial suchen musst? Hattest du diese Herausforderung schon einmal im Kontext eines Solos? Und hast du dich in solchen Momenten oftmals ratlos und unkreativ gefühlt, weil du dich immer in deinen altbekannten Bewegungen wiederfindest? Solltest du eine dieser Fragen mit „Ja“ beantwortet haben, könnte dich dieser Workshop interessieren. Wir beschäftigen uns mit verschiedenen Methoden, um an neues Bewegungsmaterial zu kommen. Dazu setzen wir den Fokus auf Bewegungen, die du im Tanzalltag weniger ausführst. Das Ganze werden wir spielerisch üben und unsere Körper näher kennenlernen. Am Ende dieses Workshops bist du in der Lage, die gezeigten Methoden anzuwenden und eigene Bewegungen zu kreieren. Dazu hast du dein eigenes Solo geschaffen, das du als Andenken mit nach Hause nehmen kannst. Lass uns zusammen an deinem Solo arbeiten!

Anthony Mejeh ist 23 Jahre alt und nahm bereits am 1. Tanztreffen der Jugend teil. Bis 2021 war er Jungjuror in der Jury des Tanztreffen der Jugend. Er tanzte bereits im Alter von zehn Jahren im Staatstheater Saarbrücken, wo er sich mit urbanem Tanz im Bühnenkontext beschäftigte. In der Folge entwickelte er ein großes Interesse für Choreografie und leitete mit 16 Jahren zwei Kurse an einer Tanzschule in Saarbrücken. Nebenbei arbeitet er als choreografische Assistenz an verschiedenen Tanzprojekten mit und unterrichtet privat Tanz neben seinem Studium.
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Tanzende Füße auf unbekanntem Boden
Der Workshop beginnt mit einem interaktiven Teil, in dem den Teilnehmen-den eine neue Wahrnehmungsebene vermittelt wird: Wir lernen miteinan-der zu kommunizieren, uns zu bewegen und zu tanzen und das völlig ohne unseren Gehörsinn. Danach folgt eine Lecture Performance, die an die Erfahrungen aus dem Praxisteil anknüpft. Der gehörlose Künstler Dodzi Dougban gibt Einblicke in die „Taube Welt“ und erzählt von seinem bisheri-gen Weg als tauber Urban-Tänzer. Wie funktioniert visuelle Körpersprache in Verbindung mit Tanz und wie lässt sich Hip-Hop klanglos erfahren? Da-rüber hinaus wird auch auf kulturelle Unterschiede von tauben und hören-den Menschen eingegangen. Die Lecture Performance wird in deutscher Gebärdensprache gehalten und von Gebärdensprach-Dolmetschenden untertitelt. Zudem präsentiert Dodzi Dougban Videos und Fotos seiner künstlerischen Arbeit als Tänzer, Choreograf und Schauspieler.

Dodzi Dougban, geb. 1979 in Recklinghausen, ist Künstlerischer Leiter im Kreativzentrum für Bildungsdesign im Vest. Darüber hinaus ist er Dozent für nonverbale Kommunikation und lehrt die Gebärdensprache. Er ist von klein auf gehörlos. Seine Familie stammt aus Togo. Bei ihren Darbietungen afrikanischer Folklore auf Festivals und Konzerten war Dodzi von Kindheit an fester Bestandteil. Seinen eigenen Schwerpunkt im Tanz fand er bei Hip-Hop, Modern, Afro und zeitgenössischem Tanz und unterrichtete diese Stile in Kursen, diversen Workshops und an Schulen. Mit Gruppen hörender Tänzer*innen ist er fünfmal Deutscher Meister und dreimal Europameister geworden. Als Tänzer, Choreograf, Model und Schauspieler war er an ver-schiedenen Videoproduktionen, Fernsehsendungen und Tanztheaterstücken beteiligt. Zuletzt stand er in dem Stück „Es geht um sie“ und „?ickkultur“ von Patricia Noworol auf der Bühne des Kulturzentrums Herne und des Schauspielhauses Bochum und wirkte als Performer und Coach an dem EU-Projekt „Un-Label“ mit.
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Alle[s] anders – Ein Impuls für Weltverbesser*innen
Die Welt hat in der AGENDA 2030 17 Nachhaltigkeitsziele festgelegt. In diesem Workshop beschäftigen wir uns inhaltlich und tänzerisch mit dem Nachhaltigkeitsziel 10. Hierbei geht es um die Reduktion von Ungleichheiten. Welche Ungleichheiten kennen und erleben wir? Was tun wir dafür oder dagegen? Wir entwickeln unsere eigenen tänzerischen Geschichten und lernen dabei die Wahrnehmungen und Erlebnisse unserer Workshopkolleg*innen kennen. Der Impuls-Workshop gibt einen Einblick in die Arbeit des deutsch-beninischen Teams, das sich bereits gemeinsam mit diesem Thema aus der Sicht Deutschlands und Benins auseinandergesetzt und dazu eine Performance entwickelt hat.

Marlene Schmitzer und Gildas Agossoukpe Vitae siehe oben.
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The city street was made for fast feet – ein Experiment im sozialen Parkour
Der Workshop ist perfekt für jede*n Künstler*in, der*die neugierig auf das Publikum ist. Wer sind eigentlich diese Leute, die im Dunkeln sitzen und mich anstarren? Und warum kann ich nicht in den Zuschauerraum krabbeln und mich mit ihnen bewegen? Darren O’Donnell wird sozial engagierte Performances vorstellen, sowohl seine eigenen als auch die anderer, ein-schließlich einiger Beispiele aus der Welt des Tanzes. Dann werden wir alle gemeinsam daran arbeiten, die Vorstellung vom Publikum, das nur zuschaut und sich nicht bewegt, anzuzweifeln. Wir werden Fremden auf der Straße begegnen, ihnen Fragen stellen und uns gemeinsam Gedanken dazu machen, wie sich das alles auf den Tanz übertragen lässt.

Darren O ’Donnell ist urbaner Kulturplaner, Autor, Filmemacher, Performance-Regisseur sowie künstlerischer Leiter und Gründungsdirektor von Mammalian Diving Reflex. Zu seinen Büchern gehört „Haircuts by Children and Other Evidence for a New Social Contract“ (2018), in dem er den Kultursektor als Pilotprojekt für einen neuen Gesellschaftsvertrag mit Kindern vorschlägt; zu seinen Performance-Arbeiten zählen „All the Sex I’ve Ever Had“ und „Teentalitarianism“. Sein Modell für eine langfristige Zusammenarbeit mit jungen Menschen wird in London, Bochum, Mailand und Berlin angewandt. Er ist besonders daran interessiert, die Rolle der kulturellen Einrichtungen in der Welt zu erweitern und neu zu überdenken, insbesondere im Hinblick auf langfristiges Engagement und Gemeinschaft. Zu seinen institutionellen Partnern gehören die Royal Botanic Gardens Victoria, das Humboldt Forum, die Tate Modern und Tate Britain, der West Kowloon Cultural District, das London International Festival of Theatre, die Metropolregion Rhein-Neckar, das Schauspielhaus Bochum und das Portland Institute of Contemporary Art.

Dialog

Aufführungsgespräche

Die Nachgespräche zu den Produktionen sind neben den Aufführungen und dem Workshop-Programm ein wichtiges Element des intensiven inhaltlichen Austauschs der Gruppen untereinander. In kleineren Gesprächsgruppen haben alle Tänzer*innen täglich Gelegenheit, persönliche Reflexionen und Kritik gemeinsam zu artikulieren und zu teilen.

Mit Sophie Camille Brunner (Leitung), Klara Liebig, Anthony Mejeh, Ronja Nehls

Sophie Camille Brunner lebt und arbeitet als freischaffende Tänzerin und Choreografin in Berlin. In ihrer choreografischen und performativen Arbeit versucht sie immer wieder, die ästhetische Grenze zwischen Tanz und Film aufzubrechen. Dabei nutzt sie Techniken der Dokumentation und des Archivierens. Der Körper als Erinnerungsspeicher von persönlichen und gesellschaftlichen Erfahrungen ist oft Ausgangspunkt ihrer künstlerischen Prozesse und Fragestellungen.

Klara Liebig wuchs am Stadtrand von Berlin auf und lernte im Alter von zwölf Jahren das Ballett kennen. Einige Jahre später sammelte sie als Schülerin der Staatlichen Ballettschule Berlin Bühnenerfahrung und absolvierte im Jahr 2018 ihr Abitur über das Tanz-Theater-Profil. Außerdem lernte sie die urbane Tanzszene kennen und wurde selbst Teil davon. Nach ihrem Abitur absolvierte sie ein freiwilliges Jahr in der politischen Jugendbildung. Seit ihrem Studium der Theaterwissenschaft verbindet Klara Liebig politische Bildung mit tanzpädagogischer Arbeit und leitet neben dem Studium Workshops und Projekte. 2020 nahm sie als Tänzerin im Rahmen des Duos Klaraadama am Tanztreffen der Jugend teil, 2021 moderierte sie ihr erstes Dance Battle. Zudem koordinierte sie Jugendbegegnungen für Tanz- und Theaterproduktionen und ist in verschiedenen Einrichtungen, wie Stiftungen, Schulen, Jugendzentren oder Vereinen, aktiv. Besonders wichtig ist ihr Empowerment von jungen Menschen durch Tanz.

Anthony Mejeh ist 23 Jahre alt und nahm bereits am 1. Tanztreffen der Jugend teil. Bis 2021 war er Jungjuror in der Jury des Tanztreffen der Jugend. Er tanzte bereits im Alter von zehn Jahren im Staatstheater Saarbrücken, wo er sich mit urbanem Tanz im Bühnenkontext beschäftigte. In der Folge entwickelte er ein großes Interesse für Choreografie und leitete mit 16 Jahren zwei Kurse an einer Tanzschule in Saarbrücken. Nebenbei arbeitet er als choreografische Assistenz an verschiedenen Tanzprojekten und unterrichtet privat Tanz neben seinem Studium.

Ronja Nehls ist Choreograf*in und Tanzperformer*in. Sie hat ihre künstlerischen Wurzeln im Sprechtheater und Poetry Slam. In ihren Arbeiten führt sie unterschiedlichste Künste wie moderne bildende Kunst, Musik, Puppenspiel, Videokunst und Literatur zusammen. Im August 2022 realisierte sie die interdisziplinäre Tanzperformance „my stuff will survive“ (Einstiegsförderung des Berliner Senats), eine Crossover-Produktion aus Tanz und zeitgenössischem Puppenspiel. In ihrer Arbeit im zeitgenössischen Tanz ist Ronja Nehls stark inspiriert von den Prinzipien der Klein Technique, sowie von Elementen des Butoh. Sie interessiert sich für Tanz als genderfluide Kunstform. In ihrem künstlerischen Schaffen ist es ihr Anliegen, soziale und gesellschaftliche Strukturen aufzuarbeiten und zu hinterfragen.

Die Nachgespräche zu den Produktionen sind neben den Aufführungen und dem Workshop-Programm ein wichtiges Element des intensiven inhaltlichen Austauschs der Gruppen untereinander. In kleineren Gesprächsgruppen haben alle Tänzer*innen täglich Gelegenheit, persönliche Reflexionen und Kritik gemeinsam zu artikulieren und zu teilen