Forum

Das Forum des Theatertreffens der Jugend richtet sich an Spielleiter*innen, die mit Jugendlichen Theater machen.

In diesem Jahr gliedert sich der Praxis-Teil des Forums in vier thematische Bereiche:

  • diversitätssensible und rassismuskritische Theaterarbeit
  • digitale Formate
  • Bedingungen und Herausforderungen kontinuierlicher Gruppenarbeit
  • Darüber bietet das Forum eine Plattform für Theaterlehrer*innen, um über das Theatermachen in der Schule in einen Austausch zu treten, über aktuelle Projekte und Formen der Zusammenarbeit, Arbeitsweisen und institutionelle Gegebenheiten zu sprechen.

Das Forum beginnt mit einem Kickoff-Workshop mit Kristina Stang. Dieser Workshop dient als Einstieg in das Festival, er eröffnet einen Raum zum gegenseitigen Kennenlernen und lädt dazu ein, sich zu Fragen im Hinblick auf das Festival auszutauschen. An den folgenden Tagen bieten verschiedene Workshops die Möglichkeit der kritischen Reflexion von Praxis, wie der Workshop mit Saraya Gomis zum Thema „Critical Whiteness in der Unterrichtsgestaltung“ und mit Verena Lobert und Marleen Wolter, die Arbeitsweisen und Zugänge ihres Performancekollektivs Frl. Wunder AG anhand beispielhafter Produktionen vorstellen. Unter dem Motto „Reflect your practice“ zielen diese Workshops darauf ab, sich (selbst-)kritisch mit der eigenen künstlerischen Praxis, den eigenen Privilegien, Machtpositionen, bewussten – oder auch unbewussten – Vorannahmen, Haltungen und Motivationen auseinanderzusetzen. Uta Plate widmet sich in ihrem Workshop Fragen zur Spielleitung, die unter Pandemiebedingungen noch mehr an Dringlichkeit gewonnen haben: Wie bekomme ich zuverlässige Zusagen der jungen Menschen, an einem Projekt/einer Produktion teilzunehmen? Wie motiviere ich die*den Einzelne*n, über Monate dabei zu bleiben, wie halte ich sie auch im Stadium von „zähen“ Arbeitsprozessen bei der Stange? Wie schaffe ich ein Gefühl von Verbindlichkeit und Verantwortung für die Produktion und die Mitspieler*innen? In den Workshops mit Virginia Thielicke geht es um das Zuschauen im Theater und das Reden über Theater. Hier sind Theaterlehrer*innen und Theaterschaffende, die im Bildungsbereich tätig sind, eingeladen, sich mit Theater als „Zuschaukunst“ zu beschäftigen. Zudem bietet ein (virtuelles) Theaterbuffet die Möglichkeit, zu vergangen oder laufenden Projekten ins Gespräch zu kommen und Best-Practice-Tipps auf den Tisch zu legen, z. B. welche Spielaufgabe sich im Fernunterricht besonders bewährt hat. Auch Fernando da Ponte lädt Theaterschaffende dazu ein, sich in einem virtuellen Raum über „Theatermachen in der Schule“ auszutauschen. Im Fokus stehen insbesondere Fragen zu Formen der Zusammenarbeit, Arbeitsweisen und institutionelle Gegebenheiten. Darüber hinaus soll das Verhältnis von schulischer und außerschulischer Theaterarbeit im Festivalkontext beleuchtet werden. Der Workshop mit Clara Ehrenwerth, Mitglied des Theaterkollektivs machina eX, widmet sich ganz explizit dem Spielen und Erleben im virtuellen Raum. Hier sind die Teilnehmenden eingeladen, ihre eigenen spielbaren Geschichten (Textadventures) zu kreieren und diese gemeinsam durchzuspielen.

Das Forum schließt mit einem Workshop am Donnerstag, bei dem Kristina Stang gemeinsam mit den Teilnehmenden das Festival als Ganzes resümiert und Erkenntnisse, offene Fragen und Anliegen aus den Nachgesprächen abschließend zusammenfasst.

Bei den Aufführungsgesprächen unter der Leitung von Kristina Stang sind alle Spielleiter*innen eingeladen, täglich zusammenzukommen und über ihre Arbeit zu sprechen. Beschreibungen und Beobachtungen führen in die täglichen Diskussionen der Spielleiter*innen über formalästhetische, inhaltliche und thematische Aspekte ihrer Arbeit mit den Jugendlichen. Und natürlich wird es in diesem Jahr auch stark um digitale Formate, ihr Funktionieren und Wirken, gehen. Gefragt sind Expertise und Kritik, Neugier und ein scharfer Blick sowie Lust auf neue Perspektiven im Gespräch.

Konzeptionelle Leitung: Ina Driemel, Theaterpädagogin. Seit 2019 ist sie wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Europa Universität Flensburg am Institut Ästhetisch-Kulturelle Bildung, Studiengang Darstellendes Spiel, Performance, Theater. Promoviert an der Universität der Künste zum Thema „Konstruktion von Jugend in der Theaterpädagogik“.

Anmeldung

Für alle Forums-Veranstaltungen ist eine Anmeldung notwendig.

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Praxis

Forum Auftakt: Theater und sich treffen – Kickoff-Workshop für Spielleiter*innen
Freitag, 28. Mai 2021, 10:00–12:30 Uhr

Zu Beginn des Festivals wollen wir uns in diesem Kick-Off-Workshop Zeit zum Kennenlernen nehmen. Was meinen wir, wenn wir von Theater sprechen? Und wie hat sich das Theater/unser Theaterbegriff?? angesichts digitaler Ausweichformate und neuer Dramaturgien, Experimenten, Umwegen und Erfolgen, die das letzte Jahr geprägt haben, verändert? Welche Erwartungen stehen im Hinblick auf das Festival selber im Raum?
Ein zentrales Format sowohl für das Theater als auch für das „sich treffen“ sind die Aufführungsgespräche für Spielleiter*innen: Theater und darüber reden! Deshalb wollen wir auch dieses Format vorab schon in den Blick nehmen: Was sind die Anliegen, die gerade im Raum stehen? Wie können wir im digitalen Raum einander möglichst gut Feedback geben, von den Erfahrungen anderer profitieren und den gemeinsamen Austausch gestalten? Gesucht sind steile Thesen und drängende Fragen, um ihnen ins Festival zu starten.

Mit: Kristina Stang, Theaterpädagogin und Dramaturgin. Im Festengagement war sie u. a. am Theater an der Parkaue, Berlin, am Jungen DT am Deutschen Theater Berlin und an der Jungen Deutschen Oper, Berlin tätig. Seit 2015 arbeitet sie freiberuflich als Theaterpädagogin, Dozentin und Dramaturgin, u. a. für das Junge DT und die Junge Deutsche Oper, die JugendTheaterWerkstatt Spandau, das Berliner Zentrum für Kinder- und Jugendliteratur LesArt, das internationale literaturfestival berlin, an Berliner Schulen und Hochschulen. Beim Theatertreffen der Jugend moderiert sie die Nachgespräche der Aufführungen.
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Theater sehen (lernen) – ein Angebot für Theaterlehrer*innen und Theaterpädagog*innen im schulischen Bildungsbereich
Freitag, 28. Mai 2021, 13:30–16:00 Uhr

„Das Ur-Ereignis Theater ist nicht nur eine Bühnenkunst, sondern auch eine Zuschaukunst“ (J. Roselt)

In diesem Workshop geht es um das Zuschauen im Theater: Ist die Zuschaukunst erlernbar? Was bedeutet es, Teil des Aufführungsprozesses zu sein? Mit welcher Haltung sehe ich Theater? Wie können wir uns selber anhalten und auffordern, eine Diskussion über unsere Wahrnehmung freizusetzen? Was bedeutet es, Theater zu sehen und das Nicht-Verstehen als zentralen Anknüpfungspunkt zu betrachten? Wie kann ein Theaterbesuch vorbereitet werden, ohne dass die Kunst bzw. der Eigensinn des Theaters aufgegeben werden? Diese Fragen werden wir erfahrungsbezogen bearbeiten, indem wir schreibend, zeichnend, Klänge erzeugend und inszenierend auf die zum Festival eingeladenen Arbeiten ‚antworten‘. Im Zentrum stehen dabei eigene Wahrnehmungen und Aufmerksamkeiten.

Mit: Dr. Virginia Thielicke ist Lehrerin für Theater, Kunst und Spanisch an einem Hamburger Gymnasium. Von 2009 bis 2014 war sie als wissenschaftliche Mitarbeiterin im Arbeitsbereich Theaterpädagogik und im Masterstudiengang Performance Studies an der Universität Hamburg tätig, wo sie 2015 zu einem erfahrungsorientierten Aufführungsrezeptionsverfahren promovierte. Virginia Thielicke gibt zahlreiche Workshops und Seminare zu experimentellen Theaterformen und ihrer Rezeption, ortsspezifischem Theater und künstlerischen Strategien in der Theaterpädagogik. Seit 2015 ist sie Herausgeberin und Autorin der Zeitschrift Schultheater.
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Bedingungen und Möglichkeiten des Schultheaters – ein Angebot für Theaterlehrer*innen und Theaterpädagog*innen im schulischen Bildungsbereich
Samstag, 29. Mai 2021, 13:30–16:00 Uhr

„Ich möchte kein Thema sein, sondern eine Rolle spielen“ – so die Aussage einer Schülerin, nachdem sie an „Stören hoch zwei“, einem Kooperationsprojekt zwischen zwei Berliner Schulen mit dem Maxim Gorki Theater, Berlin mitgewirkt hatte. Im Rahmen der Kooperation wurde ein Stück zum Thema erarbeitet, wie viel Raum Frauen in unserer Gesellschaft zusteht – ein „Themen-Stück“ also.

Theatermachen an Schulen bewegt zwischen diversen Spannungsfeldern, einem Erfahrungs- und Wissensunterschied gekoppelt mit dem Anspruch der Partizipation, institutionellen Vorgaben und Restriktionen, der Zusammenarbeit in Kooperationen (wie Tusch, Teilnahmen an Festivals u. ä.) und bestimmten Freiheiten, die dem Fach immanent sind.
Im Rahmen des Forums wollen wir uns in einem virtuellen Raum über „Theatermachen in der Schule“ austauschen.
Angelehnt an die W-Fragen – was machen hier wir warum und wozu – sollen Formen der Zusammenarbeit, Arbeitsweisen und institutionelle Gegebenheiten thematisiert werden: Welche Rahmenbedingungen für die Theaterarbeit an Schulen sind notwendig? Was sind Gelingensbedingungen kooperativer Arbeitsformen an der Schnittstelle von Schule und Theater oder anderen Institutionen? Wo steht die Schultheaterpraxis gegenwärtig? Und: Welche Potentiale und Visionen gibt es? Darüber hinaus wollen wir uns darüber austauschen, wie sich unter den gegenwärtigen Bedingungen überhaupt (noch) Theater machen lässt und dabei auch eigene Erfahrungen einbringen, wie z. B. die Teilnahme eines Theaterkurses am diesjährigen digitalen Tusch-Festival Berlin oder auch dem Nichtzustandekommen einer Aufführung eines weiteren Kurses aufgrund der Corona-Pandemie.

Mit: Fernando da Ponte studierte Sozialwissenschaften, Philosophie und Erziehungswissenschaft auf Lehramt an der Universität Hamburg und Universität Wien. Nach einer zweijährigen Projektleitung in der Abteilung Internationales und dem Referendariat samt Weiterbildung zur Theaterlehrkraft arbeitet er seit 2011 am Hermann-Hesse-Gymnasium in Berlin-Kreuzberg. In dieser Zeit leitete er mehrere Jahre das Schule-mit-Courage-Netzwerk. Die Schulgemeinschaft und insbesondere der Fachbereich Theater kooperieren sehr eng mit dem Maxim Gorki Theater, Berlin (UnArt und Tusch, TuschPlus) u. a. an dem berlinweiten klassenübergreifenden Projekt „Klassen.Los!“ und am Festival Future Words, der Universität der Künste Berlin und den Kulturagenten Berlin. Seit 2016 bildet er Referendar*innen im Fach Philosophie/Ethik aus, u. a. zum theatralen Philosophieren.
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Critical Whiteness in der Unterrichtsgestaltung
Sonntag, 30. Mai 2021, 10:00–16:00 Uhr

Welche gesellschaftlichen Privilegien gehen mit dem Weißsein einher und wie können sie bewusst gemacht und aufgebrochen werden? Die Critical Whiteness (kritische Weißseinsforschung) versucht, die oft unbewusste Kategorisierung des „Anderen“ offenzulegen und Privilegien weißer Menschen kritisch zu reflektieren. Die Fortbildung erkundet, wie sich Diskriminierungskritik für die Unterrichtsgestaltung in Schulen und Bildungseinrichtungen fruchtbar machen lässt.

Für Lehrer*innen, Referendar*innen und Personen, die im Bildungsbereich tätig sind, sowie Studierende entsprechender Fächer.

Mit: Saraya Gomis lernt und lehrt, ist eine bildungspolitische Aktivistin (u. a. Vorstand bei EACH ONE TEACH ONE e. V.) und engagiert in schulischer und außerschulischer Bildungsarbeit.
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GRUPPENARBEIT als WECHSELSPIEL(E)
Montag, 31. Mai 2021, 10:00–16:00 Uhr
Dienstag, 01. Juni 2021, 10:00–16:00 Uhr

In dem Workshop „Wechselspiele“ werden wir uns praktisch mit Fragen der Spielleitung in theaterpädagogischen Prozessen auseinandersetzen.
Prozess und Produkt von theaterpädagogischer Arbeit sind in einem ständigen Wechselspiel. Nur wenn in der Theaterarbeit die soziale Dimension – die Verbindlichkeit und das Vertrauen innerhalb der Gruppe – etabliert wird, kann es überhaupt zum ästhetischen Experiment kommen. Und wenn dann das ästhetische Experiment erfolgreich verläuft, beeinflusst das wiederum die gemeinsame soziale Ebene. Wie kann ich als Spielleitung zu einer Verbindlichkeit einladen? Wie kann die Leidenschaft für das Abenteuer Theater auch bei langfristigen Prozessen befeuert werden?
Unser gemeinsames ästhetisches Experiment wird eine szenische Arbeit im Medium Zoom sein, deren Bausteine ausgewählte biografische Stationen sowie prägende, medial-vermittelte politische oder historische Ereignisse sind.
Auf der Metaebene werden wir uns immer wieder der Frage stellen, wie eine theaterpädagogische Spielleitung einen kreativen Raum zwischen Spiellust und Spielregeln kreieren kann.
Die ausgewählten Teilnehmenden werden zwei Wochen vor dem Workshop via Mail eingeladen, vorab einzelne „Bausteine“ der szenischen Arbeit (z. B. einen Song im MP3-Format) an Uta Plate zu senden.

Mit: Uta Plate, Theatermacherin, Dozentin, Regisseurin. Von 1999 bis2014 war sie leitende Theaterpädagogin an der Schaubühne Berlin. Seit 2014 arbeitet sie im deutschsprachigen Raum und international mit Expert*innen des Alltags. Ihre Schwerpunkte sind: Bürger*innen-Bühnen-Projekte, dokumentarisch-internationale Recherche, intergenerative Projekte (insbesondere mit Geflüchteten und Einheimischen), Theaterarbeit mit sozial marginalisierten Gruppen (insbesondere im Strafvollzug). Zudem lehrt sie als Dozentin an den Universitäten Berlin, Gießen, Hildesheim, Hannover, Kopenhagen (Dänemark) und Ouagadougou (Burkina Faso).
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KLICK KLICK READ – Interaktive Textadventure mit Twine entwickeln
Der Workshop wird an zwei Tagen angeboten:
Dienstag, 1. Juni 2021, 10:00–12:00 und 15:00–16:00 Uhr
Mittwoch, 2. Juni 2021, 10:00–12:00 und 15:00–16:00 Uhr

Textadventures sind spielbare Geschichten, bei denen die Leser*innen alle paar Sätze entscheiden dürfen, wie es weitergeht. Linke oder rechte Tür? Umarmen oder weglaufen? Du bist in eine Falle geraten. Nochmal von vorn?
Im ersten Workshop-Teil geht es um die Grundlagen des interaktiven, nonlinearen Storytellings. Ein Word-Dokument kommt da schnell an seine Grenzen – deswegen arbeiten wir mit dem Open-Source-Tool Twine (http://twinery.org), mit dem sich auf einfache Weise verzweigte Erzählungen entwickeln lassen. Bis zum Nachmittag ist dann individuell Zeit, eigene kleine Textadventures zu bauen, die im zweiten Workshop-Teil gemeinsam gespielt, besprochen und weiterentwickelt werden.
Programmierkenntnisse oder Schreiberfahrungen sind nicht erforderlich! Zum Mitmachen wird nur ein Computer mit Internetanschluss benötigt. Wir nutzen die Browser-Version von Twine, es muss also keine zusätzliche Software heruntergeladen werden. Ein zweiter Monitor und eine externe Maus sind praktisch, aber kein Muss.

Mit: Clara Ehrenwerth studierte Kreatives Schreiben und Kulturjournalismus an der Universität Hildesheim. Sie war Mitherausgeberin der Literaturzeitschrift BELLA triste und Teil der Künstlerischen Leitung des Literaturfestivals PROSANOVA 2011. Heute arbeitet sie als Autorin, Game-Designerin und Geschäftsführerin beim Game-Theater-Kollektiv machina eX.
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„Picture of a white girl imagining herself as machtkritisch“ – zum Umgang mit eigenen Privilegien als Theaterschaffende
Mittwoch, 2. Juni 2021, 10:00–16:00 Uhr

Wenn für Rechercheprojekte und Stückentwicklungen die Erzählungen und Anliegen von marginalisierten und diskriminierten Positionen in den Fokus rücken, teilen die Projektverantwortlichen diese Erfahrungen häufig nicht. Weiß, cisgender, akademisch, aber diskriminierungskritisch – das ist die Ausganglage vieler Spielleiter*innen und Regisseur*innen, die mit ihren Produktionen Themen im Zusammenhang mit Rassismus, Sexismus u. a. behandeln. Ally sein und die eigene Machtposition als Künstler*in nutzen – das sagt sich leicht, ist aber eine Herausforderung an Sensibilität, Selbstbefragung und Räume geben, wenn es denn gelingen soll.
Wie gehen wir auf der Bühne mit gesellschaftspolitischen Fragen um, wenn sie uns nicht selbst betreffen? Wie können wir Differenz thematisieren, ohne stereotypen Bildern zuzuarbeiten? Wie verlieren wir die intersektionale Perspektive nicht aus den Augen, wenn wir ein Thema fokussieren? Wie gehen wir mit Kritik um, wenn es doch „gut gemeint“ war? Und wie kann die eigene privilegierte Perspektive auf der Bühne produktiv sichtbar gemacht werden?
Im Workshop stellen wir Arbeitsweisen und Zugänge unseres Performancekollektivs Frl. Wunder AG anhand der Produktionen „Adam, Eva und ich“ (2015), „Das weiße Stottern“ (2017) und „Schon wieder: Davon Leben“ (2019) in denen die Kategorien Intersexualität, Weißsein und Alter verhandelt werden, zur Disposition. Der Workshop bietet darüber hinaus einen Reflexionsraum über eigene Methoden und Erfahrungen für Regisseur*innen, Theaterpädagog*innen, Stückentwickler*innen und Performer*innen mit dem Ziel, einen Fragenkatalog (nach dem Vorbild des Bechdel-Tests) zur Sensibilisierung und zum eigenen Handeln in Produktionszusammenhängen zu entwickeln.

Mit: Verena Lobert, Kulturwissenschaftlerin, Theaterschaffende und Gründungsmitglied der Frl. Wunder AG, unterrichtet seit 2018 „Kreative Methoden und neue Medien“ in der Sozialen Arbeit an der Medical School Berlin. Sie arbeitete als Stückentwicklerin und Performerin mit den Kollektiven Turbo Pascal und Pandora Pop, als Dramaturgin mit Sylvia Sobottka und als Projektemacherin für das Junge DT (Deutsches Theater Berlin).

Und: Marleen Wolter, Kulturwissenschaftlerin, Theaterschaffende und seit 2012 Mitglied der Frl. Wunder AG, inszeniert obskure Begegnungsräume in ländlichen Räumen mit dem Syndikat Gefährliche Liebschaften und Audio-Performances mit gez. Euer Ernst. Sie arbeitete als Duo mit dem Berner Schauspieler Mbene Mwambene und war als Theaterpädagogin u. a. am Schultheater-Studio Frankfurt, Frankfurt am Main und im Cinema Jenin e. V. tätig.

Die Frl. Wunder AG produziert seit 2004 als mittlerweile neunköpfiges Performancekollektiv Bühnenformate, Performances und Interventionen im öffentlichen Raum. Ausgangspunkt für ihre Arbeiten sind Recherchen nach Widersprüchen und Utopien, im eigenen Leben, in sozialen Feldern und an besonderen Orten, zu biografischen Spuren und mit Expert*innen aus Wissenschaft und Alltag.
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Einladung zum Theaterbuffet – ein Angebot für Theaterlehrer*innen und Theaterpädagog*innen im schulischen Bildungsbereich
Dienstag, 2. Juni 2021, 13:30–16:00 Uhr

Wenn jede*r etwas Gutes mitbringt, kann man sich gemeinsam an einer Vielzahl bewährter Rezepte bedienen und erfreuen. Man nimmt, was man mag, probiert mal was Neues aus und sitzt dabei nicht allein am Tisch. So etwas kann nicht nur bei Partys von Vorteil sein, sondern auch unter Theaterlehrer*innen zum genussvollen Spaß werden. Deswegen gilt diese Einladung allen Theaterlehrer*innen und Theaterpädagog*innen, die Lust haben, ihre Projekte aus dem letzten Jahr kurz vorzustellen und ihre Best-Practice-Tipps auf den Tisch zu legen. Dabei kann es sich um ganz Unterschiedliches handeln: Welches Spielaufgabe hat sich im Fernunterricht besonders bewährt? Welches Buch hat einen spannenden dramaturgischen Rahmen geliefert? Welche Nebelmaschine steht in einem günstigen Preis-Leistungs-Verhältnis? Mit welchem Ritual startet der Unterricht schon mit Freude und guter Energie? Woran möchte ich weiterarbeiten?
Mit einem kleinen Beitrag jeder*jedes Teilnehmenden entsteht so ein reichhaltiges Buffet, das den eigenen Gaumen bzw. Horizont erweitern kann.
PS: Für die entsprechenden Heißgetränke möge man bitte selbst sorgen.

Mit: Dr. Virginia Thielicke – Vita s. o.
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Forum Abschluss: Theater und sich treffen – Abschluss-Workshop für Spielleiter*innen
Donnerstag, 3. Juni 2021, 9:00–11:30 Uhr

Noch ein letzter gemeinsamer Kaffee: Was ist aus unseren drängenden Fragen und steilen Thesen vom Beginn der Woche geworden? Was nehmen wir mit? Was meinen wir inzwischen, wenn wir von Theater sprechen? Welche Visionen haben wir für die Theaterpädagogik in Zeiten der Pandemie? In diesem Workshop für die Spielleiter*innen soll das Festival als Ganzes resümiert und die Erkenntnisse, offenen Fragen und Anliegen aus den Nachgesprächen abschließend gebündelt werden.

Mit: Kristina Stang – Vita s. o.

Dialog

Beschreibungen und Beobachtungen führen in das tägliche Aufführungsgespräch der eingeladenen Produktionen mit Juror*innen, Spielleiter*innen und Teilnehmer*innen des Forums über formalästhetische, inhaltliche und thematische Aspekte der Produktionen. Gefragt sind Expertise und Kritik, Neugier und ein scharfer Blick sowie Lust auf neue Perspektiven im Gespräch.

Mit: Kristina Stang – Vita s.o.
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Nachgespräche

Die Zeiten:
Samstag, 29. Mai 2021 I 17:00–18:15 Uhr
Sonntag, 30. Mai 2021 I 17:00–18:15 Uhr
Montag, 31. Mai 2021 I 16:30–17:45 Uhr
Dienstag, 1. Juni 2021 I 17:00–18:15 Uhr
Mittwoch, 2. Juni 2021 I 16:30–17:15 Uhr
Donnerstag, 3. Juni 2021 I 9:00–10:15Uhr