Theatertreffen-Auszeichnung

© Piero Chiussi

Theatertreffen-Auszeichnung

Als Erinnerung an ihre Theatertreffen-Einladung erhalten die Teams der 10er Auswahl ein kleines Kunstwerk, das seit 2016 von Eva Veronica Born gestaltet wird.

Textbücher und Eispokale

Eva Veronica Born begab sich mit ihrer Variante der Theatertreffen-Auszeichnung auf die Suche nach etwas, das Erinnerungen eine Form gibt. So wie die Zuschauer*innen mit ihrem Theaterbesuch eine individuelle Erfahrung mit nach Hause nehmen, soll auch den Künstler*innen ein Teil ihrer eigenen Erinnerungen zurückgegeben werden. Diese speisen sich im Nachhall des gemeinsamen kreativen Arbeitens und Entwickelns aus Begegnungen und der Auseinandersetzung mit Menschen und Texten. Das Textbuch ist das Sinnbild dafür – es kann am ehesten diesen Erinnerungsschatz bergen. Seit 2017 bekommen die Teams der 10er Auswahl daher ihre eigenen Regiebücher, als Pokal gestanzt, überreicht.
Auch 2016 gestaltete Eva Veronica Born die Theatertreffen-Auszeichnung, die in diesem Jahr die Form eines „Eispokals“ hatte. Als Grundlage dafür nahm sie den Augenblick zwischen Ab- und Anwesenheit und hinterfragte die Form der bleibenden Auszeichnung, die im Gegensatz zur unmittelbaren Erlebbarkeit aber auch Vergänglichkeit eines Theatermomentes steht. Ihre nicht archivierbare Konsistenz schmilzt und zurück bleibt eine individuelle Erinnerung.

Eva Veronica Born (*1981) arbeitet nach ihrem Architekturstudium an der Universität der Künste Berlin als freie Bühnenbildnerin u. a. an den Münchner Kammerspielen, dem Deutschen Schauspielhaus Hamburg und der Ruhrtriennale. In den Jahren 2012 und 2013 war sie als Bühnenbildnerin mit dem Regisseur Johan Simons zum Theatertreffen eingeladen. Für das Theatertreffen entwirft sie seit dem Jahr 2015 die Festival-Räume im Haus der Berliner Festspiele. Seit 2016 gestaltet sie als Künstlerin die offizielle Auszeichnung des Theatertreffens.

Theatertreffen-Auszeichnung 2016

Theatertreffen-Auszeichnung 2016

© Piero Chiussi

Theatertreffen-Auszeichnung 2015

Theatertreffen-Auszeichnung 2015

© Piero Chiussi

Geknülltes Aluminium

Davor war die Theatertreffen-Auszeichnung vom Münchner Bildhauer Olaf Metzel entworfen worden, der mit seiner Version an den „Focus Fassbinder“ und die parallel im Gropius Bau gezeigte Ausstellung „Fassbinder – JETZT“ anknüpfte. Formal war die Theatertreffen-Auszeichnung 2015 eine Weiterentwicklung von Metzels Reliefserie „Fassbinderfragmente“ von 2012. Aluminiumplatten wurden beidseitig bedruckt und anschließend so verbogen, verformt, geknickt und gefaltet, dass die Assoziation an geknülltes Papier entstand. Als Druckvorlagen dienten Seiten aus Drehbüchern Fassbinders, Manuskriptseiten, Filmstills, Portraits, Kritiken und anderes.

Gewundenes Armierungseisen

2014 gestaltete die Theatertreffen-Auszeichnung Ai Weiwei, der mit seinen Trophäen für die Produktionsteams ein gesellschaftlich einschneidendes Ereignis aufgriff: Die Kunstwerke waren aus gewundenem Armierungseisen gearbeitet – Überreste von Schulgebäuden, die beim verheerenden Erdbeben in Sichuan 2008 zerstört wurden. Schon mehrere Arbeiten, die auch in der Ausstellung „Evidence“ im Gropius Bau zu sehen waren, hatte Ai Weiwei aus dem Schutt hergestellt, den er damals tonnenweise an den Unglücksorten aufgesammelt hatte. Durch das gewählte Material der Trophäen erinnerte der Künstler bewusst an die Kinder unter den fast 100.000 Toten.

Theatertreffen-Auszeichnung 2014

Theatertreffen-Auszeichnung 2014. gestaltet von Ai Weiwei

gestaltet von Ai Weiwei

© Piero Chiussi