Jury 2016

Die Stückemarkt-Jury, die sich aus Künstler*innen verschiedenster Gebiete zusammensetzt, wählt aus den Einsendungen, die auf den Open Call des entsprechenden Jahres folgen, fünf bis sieben Arbeiten aus, die im Mai beim Theatertreffen ihrer Form entsprechend präsentiert werden. Die Zusammensetzung der Stückemarkt-Jury wechselt jedes Jahr. 2016 bestand sie aus:

Hans-Werner Krösinger

Hans-Werner Krösinger

© Hans-Werner Krösinger

Hans-Werner Kroesinger

Regisseur und Autor – Berlin

Geboren 1962 in Bonn, studierte Drama, Theater, Medien am Institut für Angewandte Theaterwissenschaften der Universität Gießen und arbeitete bereits während des Studiums als Regieassistent und Dramaturg bei Robert Wilson. 1989/90 war Kroesinger als künstlerischer Mitarbeiter bei Heiner Müllers Produktion „Hamlet/Hamletmaschine“ am DT Berlin beteiligt. Im Rahmen der Theaterskizzen war seine Arbeit über die Auseinandersetzung mit dem Deutschen Herbst „Don’t look now“ auf der documenta X zu sehen. Kroesinger gilt als wesentlicher Vertreter des Dokumentarischen Theaters. In seinen Projekten betrachtet Kroesinger die Determiniertheit des Menschen in seinen politischen Systemen und verändert durch die Montage von Original- und literarischen Texten den Blickwinkel und die Wahrnehmung der Zuschauer.
Interdisziplinäre Projekte wie Performance, Installationen, Schauspiel- und Musiktheaterproduktionen entstanden u.a. an der Staatsoper Stuttgart, an der Volksbühne am Rosa-Luxemburg Platz in Berlin, am Staatstheater Karlsruher, am HAU / Hebbel am Ufer in Berlin, am Theater Augsburg und am Maxim Gorki Theater in Berlin (aktuell zu sehen: „Musa Dagh“, 2015).
Für seine Stückentwicklung „Kindertransporte“ am Theater an der Parkaue Berlin wurde Hans-Werner Kroesinger 2007 mit dem Brüder-Grimm-Preis des Landes Berlin ausgezeichnet.

Kathrin Röggla

Autorin – Berlin

Geboren 1971 in Salzburg, studierte sie ab 1989 zuerst in Salzburg später in Berlin Germanistik und Publizistik. Röggla arbeitet seit Anfang der 90er erfolgreich als Prosaautorin und seit 1998 ebenfalls als Hörspielautorin. Neben der Produktion von Hörspielen und akustischen Installationen mit dem Bayerischen Rundfunk war sie zudem bis zur Auflösung 2001 Mitglied des Netzradiokollektivs convextv. Seit 2002 schreibt Röggla Theaterstücke, welche u.a. bei den Wiener Festwochen („Draußen tobt die Dunkelziffer“, 2005 am Volkstheater Wien), am Schauspielhaus Düsseldorf („wir schlafen nicht“, 2004), am Theater Freiburg („worst case“, 2008) und beim Festival steirischer Herbst („junk space“, 2004) zur Uraufführung kamen.
Kathrin Röggla wurde u.a. mit dem Salzburger Landesliteraturpreis (1992), dem Reinhard Priessnitz-Preis und Meta-Merzpreis (1995) und dem Bruno-Kreisky-Preis für das politische Buch (2004), dem Solothurner Literaturpreis (2005), dem Nestroy-Theaterpreis 2010 für das beste Stück („worst case“) dem Franz-Hessel-Preis (2010) und dem Arthur-Schnitzler-Preis 2012 ausgezeichnet.
Seit 2012 ist sie Mitglied der Akademie der Künste in Berlin. 2014 erhielt sie die 3. Saarbrücker Poetik-Dozentur für Dramatik der Universität des Saarlandes.
Seit 2015 ist Röggla Vizepräsidentin der Akademie der Künste in Berlin.

Kathrin Röggla

Kathrin Röggla

© Karsten Thielker

Árpád Schilling

Árpád Schilling

© Máté Tóth Ridovics

Árpád Schilling

Regisseur und Autor – Budapest

Geboren 1974 in Cegléd, Ungarn, gründete Árpád Schilling während seines Regiestudiums an der Budapester Theaterakademie seine eigene Kompanie Krétakör (dt.: Kreidekreis), die inzwischen als eine der innovativsten Ensembles Ungarn weit über dessen Grenzen hinaus bekannt ist. Seiner Auseinandersetzung mit Georg Büchner folgten mit „W-Arbeiterzirkus“ (nach „Woyzeck“ und Gedichten des ungarischen Lyrikers Attila József), „Leonce und Lena“ sowie „Home, my sweet Homeland“ (nach „Dantons Tod“) drei Neuinterpretationen, die Bezug zur damaligen gesellschaftlichen Lage Ungarns herstellen. Es folgten u.a. Inszenierungen an der Schaubühne Berlin („Walpurgisnacht“, Wenedikt Jerofejew, 2002), am Piccolo Teatro in Mailand („Richard III.“, William Shakespeare, 2003) und im Kasino des Burgtheaters Wien („Hamlet“, William Shakespeare, 2005). Als Opernregisseur trat er erstmals an der Bayerischen Staatsoper („La Cenerentola“, Gioachino Rossini, 2010) in Erscheinung. Es folgten Inszenierungen zu „Rigoletto“ (Giuseppe Verdi, 2014) sowie am Theater Basel „La damnation de Faust“ (Hector Berlioz, 2014).
Schillings Arbeit zeichnet sich seit 2008 vor allem durch einen experimentell-pädagogischen Ansatz aus. Schilling organisiert Demonstrationen und setzt sich auch als Redner aktiv politisch ein. 2005 erhielt er den renommierten Stanislawski-Preis und 2009 wurde er mit dem Europäischen Theaterpreis für Neue Realitäten im Theater ausgezeichnet.

Simon Stone

Regisseur – Basel

Geboren 1984 in Basel, ist Simon Stone derzeit einer von Australiens führenden Theaterregisseuren. Er arbeitet mit der Toneelgroep Amsterdam, den Münchner Kammerspielen, dem Burgtheater Wien und dem Hamburger Schauspielhaus zusammen. Stones „The Wild Duck“ gewann den Helpmann Award 2011 und den Sydney Theaterpreis. 2012 inszenierte er für das Ibsen-Festival in Oslo, für die Wiener Festwochen 2013 sowie, erstmals in Deutschland, 2014 am Theater Oberhausen. Stone erforscht das Gegenwärtige im Klassiker sowie das Geschichtliche in unserer Gegenwart. Seit der Spielzeit 2015/16 ist Stone Hausregisseur am Theater Basel.

Simon Stone

Simon Stone

© Simon Stone

Christina Zintl

Christina Zintl

© Frank Eidel

Christina Zintl

Dramaturgin Theatertreffen, Stückemarkt – Berlin

Geboren 1980 in Bonn, studierte sie Szenische Künste in Hildesheim und in Aix-en-Provence. 2006–2008 Dramaturgieassistentin und Dramaturgin am Bayerischen Staatsschauspiel; 2008–2011 Dramaturgin am Düsseldorfer Schauspielhaus. Zusammenarbeit u.a. mit Stefan Bachmann, Rafael Sanchez, Daniela Löffner und Tina Lanik. Sie betreute vorwiegend Gegenwartsdramatik, u.a. Uraufführungen von Juli Zeh, Thomas Jonigk und Juliane Kann. Außerdem kuratierte sie PLAN B, eine Reihe für interdisziplinäre Projekte in Kooperation mit der freien Szene NRW und das Projekt UNTIL THE END OF THE WORLD!, eine Kooperation mit dem internationalen Theaternetzwerk MITOS 21. Dramaturgiearbeiten am Theater am Neumarkt, Schauspiel Leipzig und Staatstheater Nürnberg. Sie ist Gründungsmitglied der Performancegruppe HOTEL EUROPA (Gastspiele u.a. am Maxim Gorki Theater und Hebbel am Ufer) und hatte Lehraufträge u.a. an der FU Berlin und dem Mozarteum Salzburg. Seit 2012 ist sie Künstlerische Leiterin des Stückemarkts und Dramaturgin des Theatertreffens.