„1 yottabyte leben“ von Olivia Wenzel

Stückemarkt 2018

© Piero Chiussi

Stückemarkt

Der Stückemarkt präsentiert neue Autor*innenstimmen aus der ganzen Welt, die sich in verschiedenen theatralen Formaten – von dramatischen Texten bis hin zu Performances – Gehör verschaffen. Wo treffen sich politisches Bewusstsein, neue Narrative und Poesie?

Der Stückemarkt sucht nach neuen Formen der Autor*innenschaft und innovativen Theatersprachen. In einem international offenen Wettbewerb können sich Autor*innen und Theaterkollektive gleichermaßen mit Theatertexten und Theaterprojekten bewerben. Eine fünfköpfige Künstler*innenjury wählt aus den Einsendungen fünf Arbeiten aus. Im Rahmen des Theatertreffens werden die ausgewählten Arbeiten ihrer Form entsprechend präsentiert – als Gastspiele, Szenische Lesung, Performances, Site-specific-Formate u. a.

Stückemarkt

Kontakt

Leitung: Maria Nübling
Mitarbeit: Stephanie Richter
Tel + 49 30 254 89-200

Die Stückemarkt-Jury 2019

Die Stückemarkt-Jury 2019 wählt aus den über 360 Einsendungen aus 65 Ländern fünf Arbeiten aus, die im Mai beim Theatertreffen ihrer Form entsprechend präsentiert werden. Sie besteht aus:
Choreografin und Tänzerin Mette Ingvartsen, Dramatiker Branden Jacobs-Jenkins, Regisseur und Dramatiker Amir Reza Koohestani, Schauspielerin Wiebke Puls und Dramaturgin Maria Nübling
Zur Stückemarkt-Jury

Open Call 2019

Unter dem Motto „Was kommt nach dem Protest?“ wurden in diesem Jahr erstmals weltweit Arbeiten gesucht, die über Beschreibungen eines Status Quo hinaus mögliche Zukünfte imaginieren, neue Formen der künstlerisch-aktivistischen Einmischung suchen und sich über die Romantisierung von Revolten hinaus der Frage widmen, wie andere Welten aussehen könnten.
Zum Open Call 2019

Geschichte

Der Stückemarkt des Theatertreffens ist das Original: 1978 wurde er als erste Förderinitiative für Neue Dramatik im deutschsprachigen Raum gegründet. Vorher gab es keine solche Autor*innenförderung, keine Plattform für noch nicht aufgeführte Stücke und keine Schreibschulen für angehende Dramatiker*innen. Der Stückemarkt setzte sich dafür ein, neue Stücke auf die Spielpläne der Theater zu bringen.

Seit seiner Gründung haben insgesamt 203 Autor*innen am Stückemarkt teilgenommen. Eine Vielzahl von ihnen bestimmt heute die Neue Dramatik auf den Theaterspielplänen – angefangen bei Elfriede Jelinek, die mit ihrem Stück „Was geschah, nachdem Nora ihren Mann verlassen hatte oder Stützen der Gesellschaft“ im ersten Jahr eingeladen war und damals noch als österreichischer Geheimtipp galt.

In den ersten zwanzig Jahren des Festivals wählte die Stückemarkt-Leitung aus den zur Uraufführung freien Stücken jährlich fünf aus, um sie einem breiteren Publikum im Rahmen des Theatertreffens vorzustellen. Eine Jury gab es damals nicht – die*der Stückemarktleiter*in war allein für das Programm verantwortlich. 2003 öffnete sich der Stückemarkt für Autor*innen aus ganz Europa, die in Originalsprache Theatertexte einreichen konnten. Aus der Präsentation neuer Dramen für Theaterleute wurde ein Wettbewerb für noch unbekannte Autor*innen. Eine Fach-Jury sichtet seither hunderte von Stücken, von denen während des Theatertreffens zwischen fünf und sieben in Szenischen Lesungen präsentiert werden. In den letzten zehn Jahren setzte der Stückemarkt neue Impulse bei der Dramatiker*innenförderung und legte den Fokus auf Entdeckungen und Wiederentdeckungen: Preise und Werkaufträge, Kooperationen mit Partnertheatern und einem Radiosender wurden eingeführt, ein internationales Netzwerk wurde aufgebaut und die Übersetzung der Stücke ins Englische, die Realisierung von Masterclasses und Dramatiker*innenworkshops sowie die Übernahme von einjährigen Patenschaften für die Autor*innen wurden etabliert. Mit dem TT-Symposium „Schleudergang Neue Dramatik“ (2009) initiierte der Stückemarkt weitere Schritte in der Zusammenarbeit zwischen Dramatiker*innen und Theatern, wie zum Beispiel den Ausbau von Hausautor*innenenschaften. 2012 erweiterte der Stückemarkt seinen Autor*innenbegriff: Erstmals wurden Projektarbeiten von Theaterkollektiven für den Wettbewerb zugelassen. Ein Performer-Duo wurde eingeladen, im neu gegründeten Projektlabor ihr eingereichtes Konzept zu entwickeln und das Ergebnis im Rahmen des Stückemarkts zu präsentieren.

Zu seinem 35-jährigen Jubiläum 2013 zog der Stückemarkt Bilanz und blickte in die Zukunft: 35 Autor*innen, die beim Stückemarkt eingeladen waren, wurden noch einmal mit neuen Arbeiten präsentiert. 30 Autor*innen haben kurze Texte zum Thema „Wohin? Verfall und Untergang der westlichen Zivilisation“ verfasst, u.a. Herbert Achternbusch, John von Düffel, Elfriede Jelinek, Oliver Kluck, Dirk Laucke, Anne Lepper, Philipp Löhle, Wolfram Lotz, Marius von Mayenburg, Roland Schimmelpfennig, Einar Schleef, Werner Schwab und Nis-Momme Stockmann.

2014 wurde die Auseinandersetzung mit neuen Modellen der Autor*innenschaft, die bereits durch das Projektlabor 2012 und das Jubiläum 2013 begonnen wurde, weiterverfolgt: Für die 36. Ausgabe des Stückemarkts machten sich drei Theatertreffen-Pat*innen auf die Suche nach Künstler*innen, die neue Theatersprachen entwickeln.

2015 wurde das Auswahlverfahren für den Stückemarkt noch einmal weiterentwickelt: Eine fünfköpfige Künstler*innen-Jury und ein offener Wettbewerb wurden wieder eingeführt sowie neue Auswahlkriterien, die gleichermaßen auf Theatertexte und Theaterprojekte anwendbar sind. Seit 2016 vergibt der Stückemarkt gemeinsam mit der Bundeszentrale für politische Bildung/bpb einen Werkauftrag. Mit dem Stückemarkt 2019 wird der Wettbewerb erstmals international ausgeschrieben.

Der Werkauftrag wird gefördert durch die

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