Preise

Die Preisträger*innen des Theatertreffen 2020

Theaterpreis Berlin der Stiftung Preußische Seehandlung

an Sandra Hüller

Für ihre außerordentlichen Verdienste um das deutschsprachige Theater wird die Schauspielerin Sandra Hüller ausgezeichnet. In der Jurybegründung heißt es: „Einerseits würde sie auf die Frage, wer da eigentlich auf der Bühne stehe, wenn sie Hamlet spiele, vermutlich sagen, dass sie sich der Figur zur Verfügung stelle […], andererseits weiß sie natürlich, dass sie auch als Regisseurin, Dramaturgin, Autorin ihrer Figur auf der Bühne steht und dass Literatur im Theater nicht alles ist. Also einerseits ein wenig Old School – Figurenverkörperung, Literaturtheater, Ensembletheater –, auf der anderen Seite Selbstbestimmtheit, Autor*innenschaft, Grenzüberschreitung, Neugierde. Das Brot des Stadttheaters und der Glanz der Filmwelt. Extreme Ernsthaftigkeit und waghalsige Unbedingtheit gehören zu ihrem Spiel genau wie ihr leicht spöttischer, freundlich distanzierter Blick auf die Welt und die Dinge, die sie da tut. Ihr Spiel wird immer einfacher dabei und die Kraft und das Geheimnis dahinter immer größer.“

Theaterpreis-Jury 2020
Shirin Sojitrawalla, Michael Börgerding, Thomas Oberender, Yvonne Büdenhölzer (beratend)

Die öffentliche Preisverleihung muss 2020 leider entfallen.
Die vollständige Jurybegründung finden Sie auf stiftung-seehandlung.de.

3sat-Preis

an Alexander Giesche

Seit 1997 vergibt 3sat jährlich im Rahmen des Theatertreffens den 3sat-Preis für eine künstlerisch innovative Leistung an eine*n oder mehrere Künstler*innen aus dem Kreis der eingeladenen Ensembles. 2020 wird der Regisseur Alexander Giesche für „Der Mensch erscheint im Holozän“ ausgezeichnet. In der Jurybegründung heißt es: „Alexander Giesche legt mit ‚Der Mensch erscheint im Holozän‘ die erste große Inszenierung zum Thema Klimawandel vor. Für Max Frischs Erzählung aus dem Jahr 1979 erschließt er eine neue Lesart, nach der ein lokales Unwetter (das parabelhaft für die Gebrechlichkeit und Vergänglichkeit des Protagonisten steht) als planetares Ereignis wahrnehmbar wird. Giesches unaufdringlicher Inszenierungsgestus, seine irisierenden, visuell beeindruckenden Bilder zwischen Fernsehrauschen und Club-Atmosphäre bringen eine meditative Tonlage ins Spiel, die am Theater noch selten ist. Sie eröffnet Denkräume ohne moralischen Imperativ, indes mit wuchtiger Wirkung. So könnte die Zukunft klingen.“

Die Preisverleihung wird zu einem späteren Zeitpunkt nachgeholt.

3sat-Preis-Jury 2020
Margarete Affenzeller, Yvonne Büdenhölzer, Wolfgang Horn

Alfred-Kerr-Darstellerpreis

Der Alfred-Kerr-Darstellerpreis, in diesem Jahr mit Ursina Lardi als Jurorin, kann 2020 leider nicht verliehen werden. Der Preis würdigt die herausragende Leistung einer*s jungen Schauspieler*in in einer der zum Theatertreffen eingeladenen Inszenierungen.