Campus

Das Campus-Programm richtet sich an die Teilnehmer*innen des Treffens junge Musik-Szene und ist nicht öffentlich. Es untergliedert sich in die Bereiche Praxis mit verschiedenen Workshops, Dialog mit der Videoanalyse des Konzertes, Fokus und Spezial.

Das Treffen junge Musik-Szene lebt davon, dass Solokünstler*innen auf große Formationen, Bands auf Duos, junge auf ältere Musiker*innen treffen, dass sich spontane Zusammenspiele entwickeln und alle mit- und voneinander lernen. Der dafür konzipierte Campus im Haus der Berliner Festspiele bietet in der Sektion Praxis Workshops mit den Juror*innen zu Themen wie Songwriting, Gesang, Improvisation, Komposition und Arrangement. Eine gemeinsame Auftrittsanalyse in der Sektion Dialog und Fachgespräche in der Sektion Fokus dienen dem Austausch untereinander, mit Juror*innen und Expert*innen.

Praxis

Freitag, 8. November 2019, 15:30–16:30

Glockenwach – Eine Spiegel-Performance
Mit Annette Marquard

Bewegung für alle, oder wenn alle anderen der Spiegel sind …

Annette Marquard ist Department-Chief der Abteilung Songwriting der Popakademie Baden-Württemberg in Mannheim, mit den Schwerpunkten Vocal, Arrangement und Text. Zudem lehrt sie an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Frankfurt am Main im Bereich Jazz und Popularmusik , sowie an der Hochschule der Künste Bern Gesang und Interpretation. Ihre beiden Lehrbücher „Vocal Practice“ (2006) und „Work Out Your Voice“ (2016) erschienen im Verlag PPVMEDIEN. Sie war unter anderem als Vocal Coach für Sandra Nasic (Guano Apes), Alice Merton und Joris tätig und als Backgroundsängerin für Xavier Naidoo, Sabrina Setlur, Sarah Connor und Chris Rea. Außerdem sang sie in Support-Bands unter anderem für Whitney Houston, Michael Jackson, Eros Ramazzotti und Elton John.
www.annettemarquard.de
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Freitag, 8. November 2019, 16:45–18:30

Auf den Punkt gespielt
Workshop zum Thema „Improvisation“ für alle Musiker*innen
Mit Jarita Freydank und David Can Erekul

Spontanes Musizieren mit anderen erfordert und trainiert besondere Fähigkeiten wie Achtsamkeit, Selbstbewusstsein, Offenheit Fremdem gegenüber, Respekt vor den Mitmusiker*innen, das Bewusstsein für das eigene „Können“ und „Nichtkönnen“ und vor allem die Fähigkeit, zu lauschen. Improvisation ist Kommunikation – mit sich selbst, mit dem Instrument, mit anderen Musiker*innen und gegebenenfalls mit dem Publikum. Wenn bei einer Jamsession die Kommunikation funktioniert, dann stimmt auch die Musik, egal, welcher Art sie ist, und dann haben die Zuhörer*innen das Gefühl: „Die spielen auf den Punkt.“

Im Rahmen des Workshops werden verschiedene Improvisationskonzepte (Spielregeln) vorgestellt und von den Teilnehmer*innen in gemischten Gruppen realisiert.

Jarita Freydank ist eine in Berlin lebende Schlagzeugerin, Perkussionistin und Sängerin. Als Jurorin legt sie großen Wert auf Background und Message der jungen Musiker*innen: Wie ist der Werdegang, und was soll die Musik bewirken?
Nach ihrem Musikstudium am Institut für Musik der Hochschule Osnabrück zog es sie in die Großstadt. Seit 2013 ist sie mit Judith Holofernes unterwegs und spielte u.a. für Astrid North, Peter Fox, Chefket und Sookee. Neben der Arbeit auf der Bühne und im Studio ist Jarita Freydank als Musikpädagogin tätig und setzt die Kraft der Musik als therapeutisches Mittel ein. Sie ist Mitbegründerin des FEM JAM COLLECTIVEs, das durch Jamsessions und Auftritte Frauen am Instrument bestärken soll. 2018 veröffentlichte sie ihr selbstproduziertes Debut „JARITA & THE AFROBEATMOVEMENT – Live at Planet Earth EP“. Sie vereint afrikanische Rhythmen mit deutschen Texten und spiegelt ihre afrodeutschen Wurzeln wider.
Ihre Message lautet: Love yourself and express yourself!
www.jaritafreydank.com

David Can Erekul, geboren 1990 in Berlin, macht seit 1998 Bandarbeit. 2003 und 2005 war er mit der Band Resoluto Preisträger des Treffens junge Musik-Szene. Mehrfach gestaltete er musikalische Intermezzi beim Theatertreffen der Jugend und beim Treffen junger Autoren sowie bei Veranstaltungen im Bundesministerium für Bildung und Forschung. Er wirkte außerdem als Keyboarder und Pianist in verschiedenen Bandprojekten und bei Künstler*innen wie Roman Lob, Marvin Brooks, dem David Can Erekul Trio und JOA mit. Im Februar 2016 schloss er das Studium im Fach Jazz-Klavier an der Hochschule für Musik und Tanz in Köln erfolgreich ab. Derzeit ist er als Workshopleiter und Dozent beim Treffen junge Musik-Szene tätig.
www.facebook.com/DavidCanErekulTrio
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Freitag, 8. November 2019, 16:45–18:30

Sing your line
Mit Annette Marquard

Wie kann ich mich als Sänger*in sinnvoll in eine Bandsession integrieren?
Folgende Themen werden vorgestellt: Improvisationstechniken, Hooks und Toplines finden, Mehrstimmigkeit, Arbeit mit und ohne Text, Mut zur Fantasiesprache, Arbeit mit 4 Chord Loops.
Ein Workshop, der dir hilft, im Songwriting-Prozess schneller und nachhaltiger deine Gesanglinien zu finden.

Annette Marquard siehe oben
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Samstag, 9. & Sonntag, 10. November 2019

Songwriting
Mit Alexander Riemenschneider und Ulrich Zehfuß

1. Teil: Mein Thema, meine Bilder
Samstag, 9. November 2019, 10:00–12:30
Jeder Mensch hat eine einzigartige Sicht auf die Welt und hat einzigartige Erfahrungen gemacht, die als Bilder oder Sinneseindrücke in der Erinnerung gespeichert sind. Je besser wir dabei werden, beim Songwriting unsere eigenen Erfahrungen zu nutzen und Klischees zu vermeiden, desto einzigartiger werden unsere Songs. Im ersten Teil unseres Workshops geht es darum, herauszufinden, welche Themen euch bewegen – denn sie führen zu den Bildern, Erinnerungen und Assoziationen, die einen Songtext anschaulich und nachvollziehbar machen.

2. Teil: Mein Song: Von der Bildersammlung zur fertigen Struktur
Samstag, 9. November 2019, 14:00–16:00
Im zweiten Teil entwickeln alle Teilnehmer*innen aus den Bildersammlungen des ersten Teils die Strukturen ihrer Songs. Worum geht es? Welche Geschichte wird erzählt? Welche Stationen gibt es? Was ist die Kernaussage, die vielleicht in den Refrain gehört? Am Ende dieses Teils sollte jede*r wissen, worum es in ihrem*seinem Song geht, welche Geschichte oder welches Gefühl vermittelt wird, mit welchen Bildern sie*er arbeitet und was in welchem Teil des Songs passiert. Damit haben die Teilnehmer*innen einen fertigen Fahrplan für ihren Song und vielleicht sogar schon angefangen, einzelne Teile in Songzeilen umzusetzen.

3. Teil: Reim, Ton und Metrum: Es ist erst fertig, wenn es fertig ist
Sonntag, 10. November 2019, 10:00–12:30
Im dritten Teil schreiben die Teilnehmer*innen ihre Songs fertig: Passend zur gewünschten Aussage und zum Genre des Songs werden Metrum, Tonalität und Reimformen gewählt und die Ideen der Songstruktur in Verse verwandelt. Die Arbeitsform besteht eher in Einzelarbeit mit Rückmeldungen der Workshopleiter*innen oder anderer Teilnehmer*innen. Am Ende sollen alle einen fertigen neuen Songtext erstellt haben, den sie vielleicht sogar am Abschlussabend aufführen können.

Alexander Riemenschneider, geboren 1981 und aufgewachsen im Rheinland, lebt in Hamburg. Nach dem Abitur war er als Frontmann der Band [blu:] in Deutschland und den Nachbarländern auf Tour, sammelte unterwegs Live-Erfahrung bei etwa 200 Auftritten, auch in Berlin als Preisträger des Treffens junge Musik-Szene. Ab 2003 arbeitete er als Theatermusiker und Regieassistent am Theater Bonn und machte anschließend ein Regiestudium in Hamburg. Seit 2009 ist Alexander Riemenschneider als Theaterregisseur tätig, u. a. am DeutschesSchauSpielHausHamburg, am Schauspielhaus Bochum und am Deutschen Theater Berlin. Von 2012 bis 2015 war er Hausregisseur am Theater Bremen, seit 2015 ist er Dozent an der Theaterakademie Hamburg. Die Arbeit mit Musiker*innen und Schauspieler*innen an ihrer Bühnenperformance und an ihren (Song-)Texten steht im Zentrum seiner Arbeit.

Ulrich Zehfuß, geboren 1973 in Ludwigshafen am Rhein. Er studierte in Mainz Deutsche Literatur, Geschichte und Musikwissenschaft, absolvierte eine Ausbildung zum Musical-Darsteller sowie eine klassische Gesangsausbildung, veröffentlichte Erzählungen und Hörbücher sowie mehrere CDs mit der vielfach ausgezeichneten Formation BUNT und seiner Band Die feine Gesellschaft. 2012 erschien seine Erzählung „Aiji, der kleine Samurai, auf der Suche nach dem Schlafplatz an der Sonne“, außerdem ist er Mitglied von SAGO – Mainzer Akademie für Poesie und Musik. Ulrich Zehfuß lebt als freier Texter, Autor, Workshopleiter und Singer- Songwriter in Römerberg bei Speyer. 2016 erschien seine Solo-CD „Dünnes Eis“ bei Seven Arts Music in Mannheim.
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Samstag, 9. & Sonntag, 10. November 2019

ImproWIE?sation
Mit David Can Erekul und Marco Trochelmann

Dieser Workshop richtet sich an alle Musiker*innen, die ihre Fähigkeiten in den Bereichen Improvisation und Solospiel ausbauen wollen. Es werden verschiedene Herangehensweisen und Konzepte vorgestellt und erforscht, die Möglichkeiten bieten, mit dem Instrument (auch mit der Stimme!) Neues zu entdecken, um bei Jamsessions spannende und abwechslungsreiche Hörerlebnissen gestalten zu können. Darüber hinaus werden wir Improvisation als mögliches Tool und möglichen Ausgangspunkt für Songwriting und Producing vorstellen.
Ein Einstieg ist zu jedem der drei Teile möglich.

1. Teil: Improvisationskonzepte
Samstag, 9. November 2019, 10:00–12:30

work
Improvisationskonzepte in kleinen Gruppen erforschen, Fähigkeiten in Bezug auf Timing, Rhythmik, Harmonik, Melodik und Sound beim gemeinsamen spontanen Musizieren verbessern und altbekannte Muster verfeinern oder verlassen, um Neues zu entdecken.

2. Teil: Außermusikalische Inspirationsquellen für musikalische Improvisation
Samstag, 9. November 2019, 14:00–16:00
work
Außermusikalische Inspirationsquellen (z.B. Text, Foto, Film) nutzen, um Improvisationskonzepte zu vertiefen, ggf. Improvisationsskizzen anfertigen und Arbeitsergebnisse präsentieren.

3. Teil: Von der „Jam“ zum Song
Sonntag, 10. November 2019, 10:00–12:30
work
Song-Strukturen aus Elementen entwickeln, die aus der Improvisation entstanden sind (Ausgangspunkt dafür kann eine musikalische oder eine außermusikalische Idee sein), in kleinen Ensembles gemeinsam musikalisch-ästhetische Entscheidungen treffen und Arbeitsergebnisse präsentieren.

David Can Erekul siehe oben

Marko Trochelmann, geboren 1976 in Niedersachsen. Er studierte Musik, Germanistik und Psychologie in Berlin und sammelte Erfahrungen als Musiker und Komponist mit Konzerten, CD-Produktionen, Auftragskompositionen für Theater, Stummfilmbegleitung und im Bereich Performance. Es folgten Tätigkeiten als Workshopleiter, unter anderem beim Theaterfestival LIEBE MACHT TOT(D) – Schüler spielen Shakespeare 2008 und beim Theatertreffen der Jugend 2009 sowie als Jurymitglied beim ZDF-Jugendwettbewerb Radikal Büchner 2013. Als Gastreferent arbeitete er unter anderem beim Kongress des Verbands deutscher Musikschulen. Derzeit ist Marco Trochelmann Fachbereichsleiter für Musik an der Kooperativen Gesamtschule Sittensen (Niedersachsen).
www.tonfinder.de
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Samstag, 9. November 2019, 16:30–18:00

Trommeln, Stimme, Bewegung
Mit Jarita Freydank

Rhythmus bestimmt unser Leben!
Es ist wichtig, den eigenen Groove zu finden. Der Herzschlag unserer Mutter ist das erste, was wir in unserem Leben hören. Die Stimme ist unser Instrument, das wir immer bei uns tragen und das wir täglich zur Kommunikation brauchen.
Es gibt nichts Natürlicheres als sich zu bewegen, die eigene Stimme zu benutzen und das Ganze mit Rhythmus zu Musik zu verbinden. In einem Drumcircle gemeinsam Rhythmus zu erfahren, stärkt die soziale Kompetenz! Wir lernen, aufeinander zu hören und spüren durch Call-and-Response-Spiele wie es ist, eine Gruppe anzuleiten oder sich leiten zu lassen.

Jarita Freydank siehe oben
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Samstag, 9. November 2019, 16:30–18:00

Gesang
Mit Annette Marquard

In diesem Workshop geht es um Popgesang-Basics, verschiedene Atemtechniken und Stimmsounds im Bereich Popgesang.

Annette Marquard siehe oben
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Samstag, 9. November 2019, 16:30–18:45
Sonntag, 10. November 2019, 16:00–18:15

Produktion

In Einzelterminen geht es um die spezifischen Fragen der Teilnehmer*innen rund um das Thema Produktion.
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Samstag, 9. November 2019, 13:30–14:00
Sonntag, 10. November 2019, 14:00–14:30

Warm-ups für alle!
Mit: Christina Wüstenhagen

Christina Wüstenhagen, geboren 1989, lebt und arbeitet als freischaffende Tänzerin und Choreografin in Berlin. 2012 gründete sie mit Berliner Tänzer*innen das Kollektiv Tangente Company und kreiert seitdem unter diesem Label verschiedenste Produktionen. 2016 absolvierte sie ihren BA in Tanz, Kontext und Choreografie am Hochschulübergreifenden Zentrum Tanz Berlin. Viele ihrer aktuellen künstlerischen Arbeiten sind interdisziplinär. Als Choreografin arbeitete Christina Wüstenhagen unter anderem 2015 am Maxim Gorki Theater in dem intergenerativen Projekt „Gender und Ich“. Ausgehend von ihrem Interesse an Tanz, Medien und dem Erforschen neuer, interaktiver Aufführungsformate gründete sie 2017 gemeinsam mit Sophie Camille Brunner und neun Jugendlichen das Performancekollektiv Ad hoc.

Dialog

Auftrittsanalyse
Freitag, 8. November 2019, 10:00–12:30 und 13:30–15:00

Die Aufzeichnung des Preisträger*innen-Konzerts ist die Grundlage für die Auftrittsanalyse, in der alle Teilnehmer*innen gemeinsam mit der Jury jeden Konzertbeitrag besprechen.

Businesstalk
Sonntag, 10. November 2019, 14:30–16:00

Sich selbst vermarkten, ein Label suchen oder vielleicht selbst eines gründen? Welche Vorteile hat die Selbstvermarktung? Welche Risiken geht man ein? Wie bringt man seine Tonträger auf den Markt? Wie generiere ich Gigs? Welche Rolle spielt das Internet? Und worauf muss ich bei all dem achten?

Spezial

Kennenlernen
Spontan und nur kurz geprobt stellen die Teilnehmer*innen sich gegenseitig mit jeweils einem anderen Siegersong im eigenen musikalischen Stil vor.

Spontane Zusammenspiele – Jamsession und offene Bühne
In den abendlichen Sessions wird in neuen Konstellationen gespielt, werden Horizonte erweitert, stilistische Vorurteile aufgehoben, Gewohnheiten abgelegt. Wohin sich die Abende entwickeln, liegt bei den Teilnehmer*innen und den Ehemaligen, die das Treffen besuchen.

Akustik-Konzert
Ehemalige des Treffens junge Musik-Szene spielen ein bis zwei Lieder. Im Anschluss findet eine offene Unplugged- und Jamsession statt.

Finale
Es wurden immer noch nicht alle eigenen Songs gespielt? Es gibt neue Ideen aus den Workshops, die ein erstes Publikum suchen? Und auch die Siegersongs sollen nochmal gespielt werden? Die Teilnehmer*innen gestalten das Bühnenprogramm des letzten Abends.