Campus

Das Campus-Programm richtet sich an die Teilnehmer*innen des Treffens junger Autor*innen. Es untergliedert sich in die Bereiche Praxis mit Workshops zu unterschiedlichen literarischen Genres und Themen wie u. a. Textperformance, Informationsdramaturgie und Bildbeschreibung, Dialog mit Einzel- und Werkstattgesprächen, Fokus mit einem Talk zum Thema queeres Schreiben und Spezial, bei dem sich alles um das erste Kennenlernen dreht.

Praxis

Samstag, 16. November 2019, 10:00–12:30 & 13:30–16:00

„All ihr wunder- und brennbarenWälder“* – Lyrik im Anthropozän
Mit Rudi Nuss und Daniela Seel

Kontinente aus Plastik, schwindende Vögelpopulationen und ein wahnhafter Kapitalismus, der weiter und weiter wüten wird, bis alles Leben fort ist. Das Anthropozän ist das Erdzeitalter, in dem der Mensch die treibende Kraft hinter all den globalen Verwandlungen und Zerstörungen ist, die wir nun beobachten. Und es ist unbarmherzig ongoing – wir stehen vor der schwer zu schluckenden Erkenntnis, dass die Zufluchtsorte dieser Welt für alle irdischen Kreaturen schwinden können. Wie dem Verlust begegnen? Wie die superheiße, superdichte Realität des Anthropozäns textlich erfassen? Und: Wie recyceln wir das Plastik in unserem Blut?

* Mirko Bonné in: „all dies hier, majestät, ist deins. Lyrik im Anthropozän“.
Hg. von Anja Bayer, Daniela Seel. kookbooks, 2016.

Rudi Nuss, geboren 1994, lebt im Internet. Wenn er mal in der echten Welt anzutreffen ist, hat er ein ganz komisches Gefühl. An der Freien Universität Berlin studiert er Komparatistik und arbeitet daneben beim Schreibende Schüler e. V. zur Förderung jüngster Literatur. Er war Preisträger des Treffens junger Autoren 2013 und 2015 sowie beim open mike 2016 und veröffentlichte u. a. in der BELLA triste, mikrotext und VICE. Momentan sitzt er an seinem Romanprojekt „Die Realität kommt“. www.rudinuss.de

Daniela Seel, geboren 1974 in Frankfurt am Main, lebt als Dichterin und Verlegerin von kookbooks in Berlin. Daneben arbeitet sie u. a. als freie Lektorin, unterrichtet Sprachkunst in Wien und übersetzt, zuletzt u. a. Robert Macfarlane („Die verlorenen Wörter“, Matthes & Seitz, Berlin, 2018) und Lisa Robertson, und ist aktiv beim gemeinnützigen KOOK e. V., für den sie zuletzt 2018 das Literatur-Performance-Festival KOOK.MONO kuratierte. Sie realisierte zahlreiche internationale Auftritte und Kollaborationen, u. a. mit dem Illustrator Andreas Töpfer, dem Tänzer David Bloom und den Musiker*innen Roland Dahinden und Hildegard Keeb. Daniela Seel veröffentlichte die Gedichtbände „ich kann diese stelle nicht wiederfinden“, kookbooks, 2011, „was weißt du schon von prärie“, kookbooks, 2015, und „Auszug aus Eden“, Verlag Peter Engstler, 2019, sowie gemeinsam mit Frank Kaspar das Radiofeature „was weißt du schon von prärie“, SWR / DLF, 2015. Für ihre Arbeiten erhielt sie u. a. den Friedrich-Hölderlin-Förderpreis, den Kunstpreis Literatur von Lotto Brandenburg und den Mondseer Lyrikpreis.
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Samstag, 16. November 2019, 10:00–12:30

Textperformance
Mit Sulaiman Masomi

Poetry-Slam – Bühnenpoesie ist das Metier von Sulaiman Masomi. Er kennt die Kniffe, Tricks und Hilfestellungen beim Verfassen von Poetry-Slam-Texten und weiß, in welcher Form diese Texte beziehungsweise die Texte der Teilnehmer*innen auf der Bühne performt werden. Die Hilfestellung bezieht sich aber nicht nur auf Texte, die wie beim Poetry Slam explizit für die Bühne geschrieben worden sind, sondern auch auf jene, die nicht mit dieser Absicht verfasst wurden, aber auf der Bühne vorgetragen werden sollen. Die Teilnehmer*innen bringen ihre eigenen Texte mit und es wird gemeinsam als Gruppe besprochen, was gut ist und was eventuell verbessert / verändert werden kann.

Sulaiman Masomi, geboren 1979 in Kabul, Afghanistan und aufgewachsen in Krefeld, schloss sein Studium in Allgemeiner Literaturwissenschaft, Medienwissenschaft und Kulturwissenschaftlicher Anthropologie an der Universität Paderborn ab. Sulaiman Masomi ist Schriftsteller, Poet, Rapper, Poetry-Slammer und Literaturwissenschaftler. Seit über zehn Jahren ist er auf deutschen Bühnen und – auf Einladung des Goethe-Instituts – als kultureller Botschafter in der Welt unterwegs, u. a. in Kairo, Riga, San Francisco, Mexiko-Stadt und Jerusalem. 2013 wurde er NRW-Landesmeister im Poetry-Slam und stand im selben Jahr im Finale der deutschsprachigen Meisterschaften. Er ist Mitbegründer der Kult-Lesebühne LMBN in Dortmund und hatte bereits mehr als 1500 Auftritte. Nebenbei ist er ein ziemlich cooler Typ, sehr süß und schreibt seine Pressetexte gerne selbst. www.sulaiman.de
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Samstag, 16. November 2019, 13:30–16:00 & 16:30–18:30

Woher kommen eigentlich die kleinen Texte?
Mit Kirsten Fuchs

Wer sind Vater und Mutter der Texte – sind es Wunschtexte oder Ausrutscher? Kann man eine Textschwangerschaft künstlich herbeiführen – und wenn ja, wie? – oder muss man auf die fruchtbaren Tage der Muse warten? Wie lange dauert eine Textschwangerschaft? Welche Inspirationen helfen dem Text, zu wachsen? Was kann man alles beeinflussen und was passiert einem so, während man einen Text bekommt? Wie lange dauert die Geburt? Sehen alle Texte ihren Eltern ähnlich? Und noch eine wichtige Frage zum Schluss: Wie findet man einen guten Namen für den Text?

Kirsten Fuchs, geboren 1977 in Karl-Marx-Stadt (Chemnitz), lebt als Autorin in Berlin. 1997 wurde sie zum Treffen junger Autoren ausgewählt. 2003 war sie Gewinnerin des open mike in Berlin. Ihre aktuellen Bücher sind: „Signalstörung“ bei Rowohlt Berlin und „Kaum macht man mal was falsch, ist das auch wieder nicht richtig“ bei Voland & Quist. Sie schreibt Kolumnen für DAS MAGAZIN. 2016 wurde mit „Tag Hicks“ ihr erstes Theaterstück für Kinder im GRIPS Theater, Berlin uraufgeführt und mit dessen Kindertheaterpreis ausgezeichnet. Seit 2016 schreibt Kirsten Fuchs auch Kinderbücher. 2017 erhielt sie den Jugendliteraturpreis für „Mädchenmeute“. Sie gehört zur Lesebühne Fuchs&Söhne, die montalich im GRIPS Theater stattfindet. www.kirsten-fuchs.de
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Sonntag, 17. November 2019, 10:00–12:30 & 13:30–16:00

Informationsdramaturgie
Mit Thomas Freyer

Wie und an welcher Stelle des Textes bringe ich die Informationen unter, die notwendig sind, um einer Geschichte folgen zu können? Wie gelingt das, wenn ich ausschließlich die gesprochene Sprache als tragendes Mittel zur Verfügung habe? Wie, wenn ich Regieanweisungen dafür nutzen will? Wie viele Informationen muss ich geben, was weglassen, damit eine Szene nicht erklärend wirkt? Im Workshop soll es um Informationsdramaturgie gehen. Bringt Fragen mit! Nach Antworten suchen wir gemeinsam.

Thomas Freyer, geboren 1981 in Gera, lebt in Berlin, wo er an der Universität der Künste Berlin Szenisches Schreiben studierte. 2006 erhielt er mit „Amoklauf mein Kinderspiel“ den Förderpreis beim Berliner Stückemarkt im Rahmen des Theatertreffens 2006, den Dramatiker-Förderpreis des Kulturkreises der deutschen Wirtschaft im Bund der Deutschen Industrie (BDI) e. V., den PRIX EUROPA für die Hörspielversion von „Amoklauf mein Kinderspiel“, den Förderpreis des Schiller-Gedächtnispreis des Landes Baden-Württemberg und den Lessing-Förderpreis des Freistaates Sachsen. Seine Stücke wurden am Deutschen Nationaltheater und Staatskapelle Weimar, Hans Otto Theater, Potsdam, Maxim Gorki Theater, Berlin, Staatsschauspiel Hannover und Staatsschauspiel Dresden uraufgeführt. Er wird vertreten durch den Rowohlt Theaterverlag.
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Sonntag, 17. November 2019, 10:00–12:30

Text im interdisziplinären Raum
Mit Rike Scheffler

Welche Elemente von Welt nehme ich wie in meine Texte auf? Welche Kon-texte, Materialien oder Präsentationsweisen jenseits von Buch und Lesung könnten einem Text ein spannendes Eigenleben oder eine neue Wirkung geben? In welchen gesellschaftlichen Feldern wünsche ich mir mehr Spra-che, die zum Denken anregt, wach macht, berührt? Im Workshop wollen wir unser Poesieverständnis erweitern, und unser Schreiben öffnen für interdisziplinäre und öffentliche Räume. Inspiriert von Künstler*innen aus der bildenden Kunst, der Performance-Kunst und der Musik wollen wir eigene Ideen und Konzepte entwickeln für Text-Miniaturen an ungewohnten Orten.

Rike Scheffler, geboren 1985 in Berlin, wo sie als Dichterin, Performerin und Künst-lerin lebt. Mit ihren Wortinterventionen, Sound- und Sprachräumen hinterfragt sie mit Vor-liebe als gegeben vorausgesetzte Wahrnehmungen. Sie studierte Psychologie in Berlin und Literarisches Schreiben am Deutschen Literaturinstitut Leipzig. Für ihr Schaffen erhielt sie u. a. Arbeitsstipendien der Akademie der Künste, Berlin, des Künstlerhauses Edenkoben, der Stiftung Brandenburger Tor sowie den Wiesbadener Orphil-Debütpreis für Lyrik für ihren 2014 bei kookbooks erschienenen Gedichtband „der rest ist resonanz“. In den letzten Jahren realisierte sie zahlreiche internationale Kollaborationen und Präsentationen ihrer Gedichte, Performances und Soundinstallationen, u. a. im Palais de Tokyo, Paris, im Kopenhagener Louisiana Museum of Modern Art, in der Neuen Nationalgalerie und im Hamburger Bahnhof – Museum für Gegenwart in Berlin sowie auf Literaturfestivals rund um den Globus. www.rikescheffler.tumblr.com, www.raumexperimente.net
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Sonntag, 17. November 2019, 13:30–16:00 & 16:30–18:30

1000 Worte und 1 Bild
Mit Lütfiye Güzel

Lasst uns gemeinsam Kunst betrachten. Was wollen uns warme und kalte Farben erzählen? Fordern sie unseren Blick für Details heraus? Oder treten wir lieber einen Schritt zurück, um das Kunstwerk in seiner Gesamtheit zu begreifen? Vordergrund. Hintergrund. Bildelemente. Perspektive. Komposition. Abstraktion. 1 Bild und 1000 Worte.

Zur Inspiration gehen wir in die Ausstellung „No Photos on the Dance Floor!“ im C/O Berlin.

Lütfiye Güzel, geboren 1972 in Duisburg, zwischen Ruhrgebiet und Berlin unterwegs, ist Dichterin und bringt seit 2014 Notizen, Novellen, Gedichte und Selbstgespräche unter ihrem eigenen Label Go-Güzel-Publishing heraus. Lütfiye Güzel leitet Poetry-Workshops an Schulen und in Museen und schreibt im Vier-Wochen-Takt Essays für den WDR 3. Im Mai 2014 wurde Lütfiye Güzel mit dem Fakir Baykurt Kulturpreis der Stadt Duisburg ausgezeichnet, im November 2017 mit dem Literaturpeis Ruhr. Das aktuelle Text-Pro¬jekt „sans trophée“ / Gedichte in der Streich-holzschachtel ist im August 2019 erschienen. Zurzeit arbeitet Lütfiye Güzel an ihrem Buch „nahezu nichts gelingt“, das im Dezember 2019 bei Go-Güzel-Publishing veröffentlicht wird.

Dialog

Werkstattgespräche
Samstag, 16. November 2019, 16:30–18:30
Sonntag, 17. November 2019, 16:30–18:30
Mit Shida Bazyar und Rike Scheffler

Ein Plot, erste Sätze, letzte Sätze, Figuren und vor allem die Sprache, die Erzählstimme … darum geht es unter anderem, wenn man an und mit einem Text arbeitet. Erweitert man den eigenen, sehr persönlichen Raum und setzt sich der Kritik und den Fragen anderer aus, wird daraus ein Werk¬stattgespräch.

Wie kann also ein konstruktives und vor allem persönliches Sprechen über Texte aussehen und stattfinden? Wir wollen in einer Gruppe gemeinsam eure mitgebrachten oder während des Treffens entstandenen Texte lesen und Antworten auf die Fragen suchen, die der jeweilige Text stellt. Wir werden das offene, spontane Vorgehen der Textkritik in der Gruppe üben und einen Umgang mit dem Geschriebenen anderer finden. Es geht darum, zusammen an einem Text zu arbeiten, den Kern zu erfassen, auszuprobie¬ren. Aber auch darum, Feedback zu geben, Tendenzen zwischen den Zeilen zu erkennen, den Text im Kontext seiner*seines Autorin*Autors zu betrach¬ten und im Kontext der anderen. Individuell, spontan, ohne Angst, mit der Lust am Hinterfragen. Ein Workshop, der auch produktive Phasen des Umschreibens und Neuschreibens umfasst. Jede Textgattung wird berücksichtigt. Für die Arbeit bitte Texte mitbringen – egal, ob fertig, unfertig, alt oder neu!

Shida Bazyar, geboren 1988 in Hermeskeil, Rheinland-Pfalz, lebt in Wiesbaden. 2004 war sie als Preisträgerin zum Treffen junger Autoren eingeladen. Sie absolvierte an der Universität Hildesheim den Bachelorstudiengang Kreatives Schreiben und Kulturjournalismus und den Masterstudiengang Literarisches Schreiben. Danach arbeitete sie als Pädagogin für Jugendliche, die einen Freiwilligendienst machen, und als freie Autorin. Ihr erster Roman „Nachts ist es leise in Teheran“ erschien 2016 bei Kiepenheuer & Witsch und wurde mit dem Kulturförderpreis der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannover, dem Bloggerpreis für Literatur, dem Ulla-Hahn-Autorenpreis und dem Uwe-Johnson-Förderpreis ausgezeichnet.

Rike Scheffler, geboren 1985 in Berlin, wo sie als Dichterin, Performerin und Künst-lerin lebt. Mit ihren Wortinterventionen, Sound- und Sprachräumen hinterfragt sie mit Vor-liebe als gegeben vorausgesetzte Wahrnehmungen. Sie studierte Psychologie in Berlin und Literarisches Schreiben am Deutschen Literaturinstitut Leipzig. Für ihr Schaffen erhielt sie u. a. Arbeitsstipendien der Akademie der Künste, Berlin, des Künstlerhauses Edenkoben, der Stiftung Brandenburger Tor sowie den Wiesbadener Orphil-Debütpreis für Lyrik für ihren 2014 bei kookbooks erschienenen Gedichtband „der rest ist resonanz“. In den letzten Jahren realisierte sie zahlreiche internationale Kollaborationen und Präsentationen ihrer Gedichte, Performances und Soundinstallationen, u. a. im Palais de Tokyo, Paris, im Kopenhagener Louisiana Museum of Modern Art, in der Neuen Nationalgalerie und im Hamburger Bahnhof – Museum für Gegenwart in Berlin sowie auf Literaturfestivals rund um den Globus. www.rikescheffler.tumblr.com, www.raumexperimente.net
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Lektorat
Mit Marcus Braun, Rabea Edel und Daniela Seel

In Einzelgesprächen wird es um Stil, Rhythmus, Struktur, logische oder sachliche Fehler in den Texten der Preisträger*innen gehen. Am Ende dieser Arbeit steht das druckfertige Manuskript für die Anthologie des 34. Treffens junger Autor*innen, die im Februar 2020 erscheinen wird.

Marcus Braun, geboren 1971 in Bullay an der Mosel, studierte Germanistik und Philo¬sophie in Mainz. 1992 wurde er zum Treffen junger Autoren ausgewählt, außerdem nahm er mehrfach am Deutsch-Polnischen Treffen junger Autoren teil. 1994 wurde er als Ver¬treter Deutschlands beim World Interplay – Festival of Young Playwrights in Townsville, Australien ausgewählt, 1997 mit dem Martha-Saalfeld-Förderpreis des Landes Rheinland-Pfalz und dem Joseph-Breitbach-Preis aus¬gezeichnet. Er schreibt Theaterstücke und Prosa. Sein Roman „Armor“ erschien 2007 im Suhrkamp Verlag, „Der letzte Buddha“ 2017 bei Hanser Literaturverlage.

Rabea Edel, geboren 1982, ist Schriftstellerin und Fotografin. Ihr Debüt „Das Wasser, in dem wir schlafen“ erschien 2006, der zweite Roman „Ein dunkler Moment“ 2011 im Luchterhand Literaturverlag. Sie arbeitet in Projekten an der Schnittstelle zwischen Kunst, Kulturwirtschaft und Journalismus, unterrichtet Kreatives Schreiben u. a. an der New York University Berlin, moderiert und kuratiert Lesungen und Kulturveranstaltungen für Kulturinstitutionen und Festivals. Von 2011 bis 2014 war Rabea Edel Chefredakteurin des deutsch-englischen Gesellschafts-Magazins REVUE – Magazine for the Next Society. Sie ist Mitbegründerin des Urban Journalism Salon, einem Event- und Netzwerkformat für partizipativen Journalismus. Für das Medieninnovationszentrum Babelsberg realisierte sie das Crossmedia-Projekt „4531km – A Journey“, zusammen mit 14 Kreativen aus Berlin. 2014 wurde Rabea Edel zum Mitglied des PEN berufen. Auszeichnungen (Auswahl): Stipendiatin im Alfred-Döblin-Haus 2018, Artist in Residence am Goethe-Institut Ljubljana 2016, Arbeitsstipendium Literatur des Landes Niedersachsen 2016, Stadschreiberin in Peking am Goethe-Institut 2015, Recherche-Stipendium des Berliner Senats 2015, Arbeitsstipendium des Deutschen Literaturfonds 2014, Stipendium des Berliner Senats 2013, Stipendiatin des Künstlerhauses Edenkoben 2012, Stipendiatin in der Casa Baldi (Bundesregierung / Deutsche Akademie Rom) 2009, Literaturpreise Berlin 2007, Nicolas-Born-Förderpreis 2007, Preisträgerin des 12. open mike 2004. 1996 und 1998 war sie beim Treffen junger Autoren eingeladen.

Daniela Seel, geboren 1974 in Frankfurt am Main, lebt als Dichterin und Verlegerin von kookbooks in Berlin. Daneben arbeitet sie u. a. als freie Lektorin, unterrichtet Sprachkunst in Wien und übersetzt, zuletzt u. a. Robert Macfarlane („Die verlorenen Wörter“, Matthes & Seitz, Berlin, 2018) und Lisa Robertson, und ist aktiv beim gemeinnützigen KOOK e. V., für den sie zuletzt 2018 das Literatur-Performance-Festival KOOK.MONO kuratierte. Sie realisierte zahlreiche internationale Auftritte und Kollaborationen, u. a. mit dem Illustrator Andreas Töpfer, dem Tänzer David Bloom und den Musiker*innen Roland Dahinden und Hildegard Keeb. Daniela Seel veröffentlichte die Gedichtbände „ich kann diese stelle nicht wiederfinden“, kookbooks, 2011, „was weißt du schon von prärie“, kookbooks, 2015, und „Auszug aus Eden“, Verlag Peter Engstler, 2019, sowie gemeinsam mit Frank Kaspar das Radiofeature „was weißt du schon von prärie“, SWR / DLF, 2015. Für ihre Arbeiten erhielt sie u. a. den Friedrich-Hölderlin-Förderpreis, den Kunstpreis Literatur von Lotto Brandenburg und den Mondseer Lyrikpreis.
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Eins zu Eins: Lektüre und Kritik
Mit den Autor*innen der Jury, wenn und wann ihr wollt!

Alle Teilnehmer*innen sind ausdrücklich aufgefordert, neue, alte, fertige oder unfertige Texte mitzubringen und sich mit den einzelnen Autor*innen der Jury zu verabreden, um die Texte in individuellen Einzelgesprächen zu besprechen, an Ideen zu feilen oder dem Gedankenstau entgegenzuarbeiten.

Fokus

Samstag, 16. November 2019, 19:30–21:00

Über das Offene – ein Talk zum queeren Schreiben
Konzept und Moderation: Rudi Nuss
Mit Moira Frank, Alexander Graeff und Sofie Lichtenstein

Was ist queeres Schreiben? Ein Text mit so lesbischen Figuren drin? Erotika mit non-binären Vögeln? Eine feine Schattierung in den Worten, unsichtbar für alle Heteros? Was zeichnet queer-feministisches Schreiben aus? Und was läuft verkehrt in der weitestgehend heteronormativen Literaturlandschaft? Es gibt – wie ihr seht – echt viele Fragen, und wir können potenziell unendlich viele weitere stellen. Und das machen wir auch: ein lockerer Talk über Identitäten, ihre Grenzen und die Möglichkeiten der Literatur als radikal offenem Raum.

Rudi Nuss, geboren 1994, lebt im Internet. Wenn er mal in der echten Welt anzutreffen ist, hat er ein ganz komisches Gefühl. An der Freien Universität Berlin studiert er Komparatistik und arbeitet daneben beim Schreibende Schüler e. V. zur Förderung jüngster Literatur. Er war Preisträger des Treffens junger Autoren 2013 und 2015 sowie beim open mike 2016 und veröffentlichte u. a. in der BELLA triste, mikrotext und VICE. Momentan sitzt er an seinem Romanprojekt „Die Realität kommt“. www.rudinuss.de

Moira Frank , geboren 1993, studierte Kreatives Schreiben in Hildesheim und brach ein Masterstudium in Bremen ab. Jugendbücher „Sturmflimmern“ und „Nachtschwärmer“ erschienen bei cbj. Lebt mit Frau und zwei Katzen in Hamburg und arbeitet derzeit an einem Horrorroman.

Alexander Graeff, Dr. phil., Schriftsteller und Philosoph, arbeitet auch als Heraus-geber, Kurator und Dozent. Er studierte Wirtschafts-, Ingenieur-, Erziehungswissenschaften und Philosophie in Karlsruhe und Berlin und veröffentlichte zahlreiche philosophische sowie belletristische Texte. Grundlage seiner philosophischen Arbeiten ist eine pluralistisch-konstruktivistische Weltauffassung; seine Themen sind meist deviante und marginalisierte Phänomene der Sozial-, Geschichts- und Religionswissenschaften. Seine belletristischen Arbeiten (Prosa, Lyrik) sind mitunter surreal. Er scheut sich nicht vor literarischen Mischfor-men und transdisziplinärem Arbeiten. Alexander Graeff ist Initiator der Lesereihen „Literatur in Weißensee“ und „Schreiben gegen die Norm(en)?“. Er engagiert sich in der Queer Media Society (QMS) für mehr Sichtbarkeit queerer Biografien und Geschichten im Literaturbetrieb. Er lebt in Berlin und Greifswald.

Sofie Lichtenstein, geboren 1989 in Neuruppin, Schriftstellerin, intersektionale Feministin und Herausgeberin bei SUKULTUR. Aktuell Studium der Linguistik und Gender Studies. www.romantischverklaert.wordpress.com

Spezial

Literarisches Kennenlernen

Ein Workshop, der dem Kennenlernen der eingeladenen Autor*innen auf spielerische Weise nachgeht.
Mit Kirsten Fuchs und Rudi Nuss

Kirsten Fuchs, geboren 1977 in Karl-Marx-Stadt (Chemnitz), lebt als Autorin in Berlin. 1997 wurde sie zum Treffen junger Autoren ausgewählt. 2003 war sie Gewinnerin des open mike in Berlin. Ihre aktuellen Bücher sind: „Signalstörung“ bei Rowohlt Berlin und „Kaum macht man mal was falsch, ist das auch wieder nicht richtig“ bei Voland & Quist. Sie schreibt Kolumnen für DAS MAGAZIN. 2016 wurde mit „Tag Hicks“ ihr erstes Theaterstück für Kinder im GRIPS Theater, Berlin uraufgeführt und mit dessen Kindertheaterpreis ausgezeichnet. Seit 2016 schreibt Kirsten Fuchs auch Kinderbücher. 2017 erhielt sie den Jugendliteraturpreis für „Mädchenmeute“. Sie gehört zur Lesebühne Fuchs&Söhne, die montalich im GRIPS Theater stattfindet. www.kirsten-fuchs.de

Rudi Nuss, geboren 1994, lebt im Internet. Wenn er mal in der echten Welt anzutreffen ist, hat er ein ganz komisches Gefühl. An der Freien Universität Berlin studiert er Komparatistik und arbeitet daneben beim Schreibende Schüler e. V. zur Förderung jüngster Literatur. Er war Preisträger des Treffens junger Autoren 2013 und 2015 sowie beim open mike 2016 und veröffentlichte u. a. in der BELLA triste, mikrotext und VICE. Momentan sitzt er an seinem Romanprojekt „Die Realität kommt“. www.rudinuss.de
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Freitag, 15. November 2019, ab 10:00

Leseprobe
Mit Thomas Freyer und Daniela Seel

In der Probe für die Lesung der Preisträger*innen geht es um den Umgang mit Mikrofon, Licht, Stimme, Text und Publikum.

Thomas Freyer, geboren 1981 in Gera, lebt in Berlin, wo er an der Universität der Künste Berlin Szenisches Schreiben studierte. 2006 erhielt er mit „Amoklauf mein Kinderspiel“ den Förderpreis beim Berliner Stückemarkt im Rahmen des Theatertreffens 2006, den Dramatiker-Förderpreis des Kulturkreises der deutschen Wirtschaft im Bund der Deutschen Industrie (BDI) e. V., den PRIX EUROPA für die Hörspielversion von „Amoklauf mein Kinderspiel“, den Förderpreis des Schiller-Gedächtnispreis des Landes Baden-Württemberg und den Lessing-Förderpreis des Freistaates Sachsen. Seine Stücke wurden am Deutschen Nationaltheater und Staatskapelle Weimar, Hans Otto Theater, Potsdam, Maxim Gorki Theater, Berlin, Staatsschauspiel Hannover und Staatsschauspiel Dresden uraufgeführt. Er wird vertreten durch den Rowohlt Theaterverlag.

Daniela Seel, geboren 1974 in Frankfurt am Main, lebt als Dichterin und Verlegerin von kookbooks in Berlin. Daneben arbeitet sie u. a. als freie Lektorin, unterrichtet Sprachkunst in Wien und übersetzt, zuletzt u. a. Robert Macfarlane („Die verlorenen Wörter“, Matthes & Seitz, Berlin, 2018) und Lisa Robertson, und ist aktiv beim gemeinnützigen KOOK e. V., für den sie zuletzt 2018 das Literatur-Performance-Festival KOOK.MONO kuratierte. Sie realisierte zahlreiche internationale Auftritte und Kollaborationen, u. a. mit dem Illustrator Andreas Töpfer, dem Tänzer David Bloom und den Musiker*innen Roland Dahinden und Hildegard Keeb. Daniela Seel veröffentlichte die Gedichtbände „ich kann diese stelle nicht wiederfinden“, kookbooks, 2011, „was weißt du schon von prärie“, kookbooks, 2015, und „Auszug aus Eden“, Verlag Peter Engstler, 2019, sowie gemeinsam mit Frank Kaspar das Radiofeature „was weißt du schon von prärie“, SWR / DLF, 2015. Für ihre Arbeiten erhielt sie u. a. den Friedrich-Hölderlin-Förderpreis, den Kunstpreis Literatur von Lotto Brandenburg und den Mondseer Lyrikpreis.


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Sonntag, 17. November 2019, ab 20:00

Literarisches Finale
Die Teilnehmer*innen stellen selbst ein Bühnenprogramm für den letzten Abend zusammen: Ob neue Texte, Feldversuche oder Videos – was immer euch einfällt, bringt es mit und auf die Bühne! Inklusive Party!