28. August bis 20. September 2026
Die Ringbahn als Bühne für 27 vergessene Zukunftsvisionen
Während wir die gebaute Realität der Stadt durchqueren, sind wir ständig von unrealisierten Bauplänen, verloren gegangenen künstlerischen Entwürfen und Visionen eines anderen Zusammenlebens umgeben. Anlässlich des 75. Jubiläums der Berliner Festspiele lädt der japanische Künstler Akira Takayama zu sechs geführten Touren auf der Berliner Ringbahn ein, die Begegnungen mit diesen Geistern alternativer Zukünfte ermöglichen. Die nicht verwirklichten Projektideen stammen aus den Archiven der Berliner Festspiele, anderer Berliner Kulturinstitutionen sowie von Architekt*innen und Künstler*innen. Takayama überführt sie in die Gegenwart und stellt die Frage, welche Visionen wir künftig verwirklichen wollen. An vier Wochenenden werden die 27 Stationen der Ringbahn zu Orten vergessener künstlerischer Zukunftsentwürfe, die von erfahrenen Stadtführer*innen neu erzählt werden. Die geführten Touren finden in deutscher und englischer Sprache statt.

What If Berlin: Trailer
© Berliner Festspiele
Impressionen
Über den Zeitraum von mehr als einem Monat – von der Premiere am 28. August bis zum 30. September 2026 – war das Publikum eingeladen, jeweils für bis zu drei der nicht realisierten und von Akira Takayama in die Zukunft überführten Projektideen von What If Berlin abzustimmen. Basierend auf sechs thematischen Guided Tours, die im Zeitraum vom 28. August bis 20. September stattgefunden haben, und weiterführenden Informationen auf dieser Webseite hat What If Berlin etablierte und neue Berliner*innen gefragt: Welche der 27 Zukunftsvisionen begeistert am meisten? Welches Projekt braucht Berlin in der Zukunft? Welche Idee sollte tatsächlich realisiert werden?
Die Abstimmungsergebnisse stehen fest: Das Projekt mit den meisten Stimmen ist der Zentrale Lern- und Erinnerungsort (14 % aller abgegebenen Stimmen). Das Projekt mit den zweimeisten Stimmen ist das Lili-Elbe-Archiv (10 % aller abgegebenen Stimmen), den dritten Platz belegt das Projekt Frauen in Berlin (mit 9 % aller abgegebenen Stimmen).
Auf Einladung von Akira Takayama hat der Autor und Dramatiker Mohammad Al Attar Kurzgeschichten zu allen 27 Stationen der Ringbahn verfasst. Ausgehend von den für What If Berlin gesammelten, nicht realisierten Projekten fügen diese Geschichten dem Stadtentwicklungsnarrativ von Takayamas Arbeit eine fiktionale Ebene hinzu. Die Kurzgeschichten ermöglichen es dem*der Leser*in, die Stationen lesend zu erkunden und verleihen dem Projekt ein persönliches, intimes und literarisches Nachleben. Die Publikation der Geschichten von der Ringbahn ist für das Frühjahr 2027 geplant. Wir veröffentlichen hier den Prolog und zwei Beispielgeschichten vorab.