The Gershwins ®’ „Porgy and Bess ®“
The digital programme is only available in German.
Auf der Catfish Row in Charleston singt Clara, die junge Frau des Fischers Jake, ein Wiegenlied für ihr Baby („Summertime“). Hafenarbeiter Robbins schließt sich den Spielern an, die beim Crap Game das Würfelglück beschwören. Jake stimmt mit „A Woman Is a Sometime Thing“ ein ironisches Lied über die Unbeständigkeit der Liebe und die Rätselhaftigkeit der Frauen an. Nachdem Peter, der Honigverkäufer, seine Waren angepriesen hat, tritt Porgy auf. Auf Bess, die Geliebte des brutalen Crown, hat er nur selten einen Blick geworfen. Besser so, sagen die Frauen, denn sie sei kein Umgang für anständige Menschen. Porgy jedoch hat Verständnis für Bess. Wie sie ist auch er ein Ausgestoßener. Gott habe ihn, den Krüppel, als einsamen Menschen geschaffen („Nighttime, daytime“). Crown kommt dazu, schwer betrunken. Vom Drogendealer Sporting Life, der es auf Bess abgesehen hat, lässt er sich mit Kokain beliefern. Jeder versucht, das Würfelspiel für sich zu entscheiden. Crown jedoch verliert und gerät in Rage. Im Streit tötet er Robbins und flieht. Sporting Life macht sich erneut an Bess heran, möchte sie zum vermeintlich süßen Leben in New York verführen. Doch Bess lehnt vehement ab. Als sie sich verstecken will, ist es Porgy, der sie bei sich aufnimmt.

William Warfield and Leontyne Price as Porgy and Bess singing a duet, staged at the Titania-Palast in Berlin, Berliner Festwochen 1952
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von Markus Bruderreck
Gewalt, Drogen, Kriminalität und Hoffnungslosigkeit bestimmen den Alltag in der Catfish Row im Hafenviertel von Charleston, South Carolina. Der gehbehinderte Bettler Porgy lebt an diesem Ort, wo Gewalt und Verbrechen zum Alltag gehören. Hat dort seine Liebe zu Bess eine Chance? Eine Antwort darauf sucht George Gershwin in seiner Oper Porgy and Bess. Sie ist ein Schlüsselwerk des amerikanischen Musiktheaters und randvoll mit unvergesslichen Melodien und jazzigen Rhythmen. Bis zu diesem Meisterwerk ist es freilich ein langer Weg.

George Gershwin, circa 1930
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Nach Deutschland, nach Berlin kommt die Oper zum ersten Mal 1952. Elf Vorstellungen gehen im Steglitzer Titania-Palast über die Bühne. Dort gastiert im Rahmen der 2. Berliner Festwochen eine amerikanische Tourneeproduktion. Das Orchester wird vom RIAS gestellt, die Sänger*innen kommen aus den USA, darunter auch die erst 25 Jahre alte Leontyne Price als Bess, William Warfield singt Porgy, Sporting Life ist Cab Calloway, Gershwins Lieblingsbesetzung für diese Rolle. Die DDR-Erstaufführung im Januar 1970 an der Komischen Oper (Regie: Götz Friedrich) setzt sich über Gershwins Wunsch eines Schwarzen Ensembles hinweg, Darsteller des Sporting Life ist Manfred Krug. 1988 zeigt das Theater des Westens den Welterfolg – wiederum in einer Inszenierung von Götz Friedrich. Gershwin-Spezialist Simon Rattle, der auch eine Gesamtaufnahme eingespielt hat, dirigiert Porgy and Bess 2012 im Rahmen des Musikfest Berlin. Nun kehrt Gershwins Meisterstück mit dem Ensemble der Cape Town Opera erneut an die Spree zurück.
„Viele Musiker halten George Gershwin nicht für einen ernsthaften Komponisten. Aber sie sollten erkennen, dass er, ernsthaft oder nicht, doch ein Komponist ist. Mir scheint es unzweifelbar, dass Gershwin ein Neuerer war.“
Arnold Schönberg

Leontyne Price as Bess and Cab Calloway as Sporting Life, a production at the Titania-Palast in Berlin, Berliner Festwochen 1952
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