Concert
Robert Schumann
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von Bernd Heyder
Robert Schumann war lange Zeit vergeblich auf der Suche nach einem passenden Sujet für eine Oper. Fündig wurde er erst, als sich ihm im Winter 1844 in Dresden die Gelegenheit zum engen Austausch mit Richard Wagner bot. Wagner, der im Jahr zuvor zum Kapellmeister der Dresdner Hofoper ernannt worden war, legte Schumann die Lektüre von Genoveva ans Herz. Das Drama von Friedrich Hebbel, das auf einer mittelalterlichen Legende basiert, brachte Schumann schließlich im Frühjahr 1847 zu seinem Opernstoff. Mit den ersten Textentwürfen für ein Libretto, an denen der Dichter und Maler Robert Reinick arbeitete, war Schumann jedoch nicht zufrieden. Schließlich erstellte er, nachdem ein Treffen mit Hebbel ergebnislos verlaufen war, selbst das Textbuch, wobei er einzelne Passagen aus Ludwig Tiecks Drama Leben und Tod der heiligen Genoveva hinzunahm. So beglückend er dann die Zeit des Komponierens erlebte, so ernüchternd war die Publikumsreaktion auf die Uraufführung am 25. Juni 1850 im Leipziger Stadttheater unter Schumanns Leitung. Genoveva blieb seine einzige Oper.

Georg Frederick Bensell, St. Genevieve of Brabant in the Forest, 1860
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von Bernd Heyder
Mit dem Violinkonzert d-Moll von Robert Schumann verbindet sich aufs Engste die Künstlerpersönlichkeit des berühmten Geigers Joseph Joachim. Im Mai 1853 hatte der Virtuose beim Niederrheinischen Musikfest in Düsseldorf mit Ludwig van Beethovens Violinkonzert brilliert. Er war noch keine 22 Jahre alt und königlicher Konzertmeister am Hof von Hannover. Als Düsseldorfer Musikdirektor hatte Schumann die Aufführung geleitet. Kurz darauf erreichte ihn ein Brief Joachims: „Möchte doch Beethoven’s Beispiel Sie anregen, den armen Violinspielern, denen es, ausser der Kammermusik, so sehr an Erhebendem für ihr Instrument fehlt, aus Ihrem tiefen Schacht ein Werk an’s Licht zu ziehen, wunderbarer Hüter reichster Schätze!“ Schumann ließ sich nicht lange bitten. In einem wahren Schaffensrausch entstanden ab September die Fantasie C-Dur op. 131 für Violine und Orchester und das Violinkonzert d-Moll, außerdem als Gemeinschaftsarbeit mit seinem Schüler Albert Dietrich und dem ebenso jungen Johannes Brahms eine Violinsonate.

Isabelle Faust
© Marco Borggreve
von Bernd Heyder
Das Jahr 1844 brachte für Robert Schumann eine einschneidende psychische und künstlerische Krise mit sich. Er verließ die lebendige Musikszene Leipzigs und zog mit seiner Familie ins beschaulichere Dresden. Die schöpferische Neuorientierung dort verband sich mit einer Rückbesinnung auf die ältere Musik, vor allem auf die Kontrapunkt-Kunst Johann Sebastian Bachs. Schumanns Sinfonie C-Dur op. 61 ist eine Frucht seiner mit Problemen beladenen, letztlich aber wegweisenden ersten Zeit in Dresden: „Die Symphonie schrieb ich im Dezember 1845 noch halb krank; mir ist’s, als müßte man ihr dies anhören“, konstatierte der Komponist 1849 in einem Brief an den Hamburger Musikdirektor Georg Dietrich Otten. Dem Dresdner Werk waren schon 1841 die im Leipziger Gewandhaus uraufgeführten Sinfonien B-Dur und d-Moll vorausgegangen, von denen Letztere aber erst nach einer Revision 1853 als Schumanns 4. Sinfonie im Druck erschien.

Lucienne Collière, Portrait of Robert Schumann, 1842
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