Kreuzberg: Stimmen und Geschichten

Erweiternde Perspektiven zur Ausstellung

Das Online-Magazin erweitert die Ausstellung Kreuzberg: Kunst und Migration seit 1960 in den digitalen Raum: Entlang der elf Ausstellungsräume versammelt es die Arbeiten von mehr als 40 Künstler*innen, deren vielfältige Perspektiven auf den Stadtteil sich in Malereien, Zeichnungen, Skulpturen, Bewegtbildern, Installationen und Performances widerspiegeln. Ergänzt durch Texte, Interviews, Bilder, Zitate und weitere Materialien entsteht ein wachsendes Archiv, das die verschiedenen künstlerischen Positionen dauerhaft zugänglich macht. Zugleich eröffnet das Online-Magazin Zugänge zu den Themen, Geschichten und Kontexten der Ausstellung.

Schwarz-Weiß-Fotografie einer Wohnstraße. Im Vordergrund gehen vier Kinder auf dem Gehweg vor einem Mehrfamilienhaus entlang. Im Hintergrund stehen weitere Personen auf dem Bürgersteig.

Esther Friedman, Kreuzberg, 1978/2026

© VG Bild-Kunst, Bonn 2026

Einführung

In der Ausstellung Kreuzberg: Kunst und Migration seit 1960 zeigt der Gropius Bau – selbst am Rand von Kreuzberg gelegen – künstlerische Perspektiven auf migrantisches Leben im Bezirk. Im Mittelpunkt stehen Arbeiten von Künstler*innen, die in den 1970er und 1980er Jahren durch Stipendien, zum Studieren, aus politischen, ökonomischen oder familiären Gründen nach West-Berlin kamen. Ihre Werke thematisieren Migration und Exil, Rassismuserfahrungen, Wohnungsnot sowie die Lebensbedingungen sogenannter Gastarbeiter*innen und ihre systematische Anwerbung – insbesondere aus der Türkei, aber auch aus Ländern wie Griechenland, Italien, Südkorea und dem damaligen Jugoslawien. Gleichzeitig erzählt die Ausstellung von Selbstermächtigung, Widerstand,
Solidarität und Gemeinschaft und macht deutlich, wie sich Menschen mit ihren eigenen Bildern gegen fremde Zuschreibungen wehren. Neben den gezeigten Malereien, Skulpturen, Filmen und Fotografien aus dieser Zeit blicken jüngere Künstler*innen mit Neuproduktionen zurück und stellen Bezüge zum heutigen Kreuzberg her.

Kreuzberg: Kunst und Migration seit 1960 gibt einen Einblick in die bewegte Geschichte des Stadtteils: Nach dem Bau der Berliner Mauer 1961 war Kreuzberg an den Rand West-Berlins gerückt. Durch Leerstand, niedrige Mieten und das Desinteresse der Stadtpolitik entstand ein Ort, an dem viele Menschen zusammenkamen, die anderswo wenig Platz fanden: darunter Arbeitsmigrant*innen, Studierende, Hausbesetzer*innen und Künstler*innen. Dadurch war der Bezirk gleichzeitig Ausgangspunkt und lebendige Bühne für künstlerische Ausdrucksweisen. Hier wurden im Kleinen gesellschaftliche Veränderungen sichtbar, die auch die bundesdeutsche Realität prägten. Die Ausstellung macht Kreuzberg als künstlerischen Möglichkeitsraum sichtbar: als Ort, an dem gelebte Erfahrungen von Migration, Geschlecht und Klasse zu Bildern, Stimmen und Haltungen wurden, die bis in die Gegenwart fortwirken.

Künstler*innen-Interviews

Ausstellungsansichten

Mit Arbeiten von: Alexis Akrithakis, Mehmet Aksoy, Atiye Altül, Ararat‑Verlag, Eduardo Arroyo, Paolo Baratella, Akbar Behkalam, Kaya Behkalam, Cecilia Boisier, Vlassis Caniaris, Nuray Demir, Grazia Eminente, Kerem Ergün, Harun Farocki, Mathèos Florakis, Esther Friedman, Abuzer Güler, Sarah Haffner, Kim Min-ki / Lee Hye-kyung, Azade Köker, Evelyn Kuwertz, Stathis Logothetis, Colette Lumiere, Mihály Moldvay, Mehrangis Montazami-Dabui, Pınar Öğrenci, Aras Ören und Friedrich Wilhelm Zimmermann, Emine Sevgi Özdamar, Eduardo Paolozzi, Minh Duc Pham, Caroline Pinger, Jannis Psychopedis, Aykan Safoğlu, Ludmila Seefried‑Matějková, Sohrab Shahid Saless, Monika Sieveking, Antonio Skármeta, Hyun-Sook Song, Metin Talayman, Filiz Taşkın, Evanthia Tsantila, Mehmet Ünal, Natascha Ungeheuer, Irena Vrkljan, Hanefi Yeter und Serpil Yeter

 

Impressum

Redaktion: Sonja Borstner, Isabel Eberhardt, Luise Göttel
Videoproduktion: Luis Kürschner