Gespräch | Willkommen in Kreuzberg!

Aufwachsen in Kreuzberg

Mit Neco Çelik, Abuzer Güler, Claudia Hummel und Mehrangis Montazami-Dabui

Porträts von vier Personen nebeneinander: männlich gelesene und weiblich gelesene Personen unterschiedlichen Alters.

Neco Çelik, Abuzer Güler, Mehrangis Montazami-Dabui und Claudia Hummel © Sven Serkis / Abuzer Güler / Gropius Bau / ZHdK-Guillaume Musset

Ausgehend von der Ausstellung Kreuzberg: Kunst und Migration seit 1960, bringt die Gesprächsrunde Aufwachsen in Kreuzberg Künstler*innen und Zeitzeug*innen zusammen. Im Mittelpunkt stehen dabei politische und künstlerische Praktiken der Selbstbestimmung, die Kreuzberg und West-Berlin in den 1970er und 1980er Jahren geprägt haben.

Die Präsenz migrantischer Kinder in den Straßen Kreuzbergs beeinflusste bereits in den 1970er Jahren den Blick von Künstler*innen auf den Stadtteil. Werke mit Titeln wie Sanierungsspielplatz (1974), Analphabeten in zwei Sprachen (1975), und Kinderwünsche (1979) thematisierten die schwierigen Ausgangsbedingungen für die Kinder, die im System der sogenannten Gastarbeit nicht vorgesehen waren. Wie Kindheit und Jugend in Kreuzberg künstlerisch erzählt werden, wird im Gespräch ebenso reflektiert wie das Aufkommen von Jugendinitiativen, die prägend für die Entwicklung neuer künstlerischer Ausdrucksformen waren.

Neco Çelik ist ein Berliner Filmemacher, Drehbuchautor und Theaterregisseur. Seine künstlerische Arbeit bewegt sich zwischen Kino, Fernsehen, Theater, Oper und Tanz. Çelik inszenierte zahlreiche Filme, darunter Urban Guerillas (2003) und Alltag (2002). Geprägt von der Jugend- und Hip-Hop-Kultur Kreuzbergs engagiert er sich seit vielen Jahren in der kulturellen Jugend- und Sozialarbeit.

Abuzer Güler kam in den 1970er Jahren aus der Türkei nach West-Berlin und studierte Malerei an der Hochschule der Künste. In seinen Werken der 1980er Jahre überlagern sich oftmals persönliche Erinnerungen an seine alevitisch-kurdische Familie in der Türkei mit alltäglichen Beobachtungen aus Kreuzberg. Neben seiner künstlerischen Praxis engagiert er sich seit 1983 in dem Internationalen JugendKunst- und Kulturhaus Schlesische27.

Claudia Hummel arbeitet künstlerisch vermittelnd und forscht zur Geschichte der künstlerisch-edukativen Praxis in West-Berlin seit der 1970er Jahre. Von 2009–2024 lehrte sie an der Universität der Künste Berlin, aktuell leitet sie das Studienprogramm Major Critical Social Practice in Art Education an der Zürcher Hochschule der Künste.

Mehrangis Montazami-Dabui kam aus dem Iran nach West-Berlin und studierte ab 1972 an der Deutschen Film- und Fernsehakademie Berlin (dffb). In ihren Dokumentarfilmen, darunter Analphabeten in zwei Sprachen (1975), Wir wollen auch leben (1976/1978) und Kindertränen (1985), setzte sie sich systematisch mit den Lebensbedingungen von Kindern von Arbeitsmigrant*innen in Kreuzberg und West-Berlin auseinander.

Im Rahmen der Berlin Art Week

Bei der Veranstaltung werden ggfs. Foto- und Videoaufnahmen entstehen, auf denen ihr zu erkennen sein könntet. Mit eurem Besuch willigt ihr ein, dass diese Aufnahmen zur Kommunikation der Veranstaltung bzw. Ausstellung verwendet werden.