Gespräch | Willkommen in Kreuzberg!
Mit Aso Agace, Kook-Nam Cho-Ruwwe, Elisabeth Kimmerle und Serpil Yeter

Elisabeth Kimmerle, Kook-Nam Cho-Ruwwe, Serpil Yeter und Aso Agace © Livia Kappler / Kook-Nam Cho-Ruwwe / Serpil Yeter / Aso Agace
Ab den 1970er Jahren wurden insbesondere die Körper migrantischer Frauen zum Austragungsort rassistischer Debatten. In Kreuzberg und West-Berlin schlossen sich daher Migrantinnen unterschiedlicher Herkunft und Klasse zusammen, um für ein unabhängiges Aufenthaltsrecht, politische Teilhabe und Geschlechtergerechtigkeit zu kämpfen. Moderiert von Elisabeth Kimmerle widmet sich die Gesprächsrunde mit Aso Agace, Kook-Nam Cho-Ruwwe und Serpil Yeter diesen Netzwerken und Formen der Selbstorganisation. Dabei stehen insbesondere künstlerische und politische Strategien und ihr Vermächtnis für gegenwärtige migrantisch-feministische Kämpfe im Mittelpunkt.
Als Sozialpädagogin und Konflikt-Mediatorin widmet sich Aso Agace seit Jahrzehnten der Bildungsberatung für Migrantinnen und dem interkulturellen Dialog. 1981 gründete sie in Berlin-Spandau das Hînbûn – Internationales Bildungs- und Beratungszentrum für Frauen, ihre Familien und von Gewalt betroffene Migrantinnen, das sie 35 Jahre lang leitete. Seit 1991 engagiert sie sich als Beraterin und Dolmetscherin im Zentrum Überleben – Stiftung für Folteropfer.
Kook-Nam Cho-Ruwwe ist Vorständin von DaMigra, dem bundesweiten Dachverband der Migrantinnenorganisationen und Beirätin der Bundesstiftung Gleichstellung. Cho-Ruwwe kam 1970 im Zuge des Anwerbeabkommens mit Südkorea nach Westdeutschland und arbeitete als ausgebildete Krankenpflegerin in Berlin. 1978 war sie Mitbegründerin der Koreanischen Frauengruppe in Deutschland, die sich für Chancengleichheit für Migrantinnen im beruflichen und sozialen Leben einsetzt.
Elisabeth Kimmerle hat am Leibniz-Zentrum für Zeithistorische Forschung (ZZF) Potsdam über Migration, Geschlecht und politische Räume promoviert. Zuvor arbeitete sie als Co-Projektleiterin und Redakteurin bei dem deutsch-türkischen Onlineprojekt taz.gazete. Ihr Buch Frauen in Bewegung. Politische Räume von Migrantinnen aus der Türkei in West-Berlin, 1961–1989 ist 2025 bei Wallstein erschienen. Derzeit arbeitet sie an einem Forschungsprojekt zu Intimität und tödlicher Gewalt in Deutschland seit dem Ende des 19. Jahrhunderts.
Serpil Yeter hat Malerei an der Kunstakademie İstanbul Devlet Güzel Sanatlar Akademisi studiert. Sie hat über 20 Jahre in Berlin gelebt und arbeitet heute in Istanbul und Bodrum in der Türkei. Zwischen 1980 und 1985 gehörte sie zu den Gründer*innen der türkisch-deutschen Taschentheatergruppe, die u.a. mit der Theatermanufaktur Berlin zusammenarbeitete. Ihre Werke wurden international ausgestellt und sind in zahlreichen öffentlichen und privaten Sammlungen vertreten.
Im Rahmen der Berlin Art Week
Bei der Veranstaltung werden ggfs. Foto- und Videoaufnahmen entstehen, auf denen ihr zu erkennen sein könntet. Mit eurem Besuch willigt ihr ein, dass diese Aufnahmen zur Kommunikation der Veranstaltung bzw. Ausstellung verwendet werden.