Performance | Spätschicht x Gabriele Stötzer
Von Minh Duc Pham

Minh Duc Pham, Das Neue Wir, 2023, Foto: Studio Pramudiya, Nathan Ishar
Mit seiner Performance greift Minh Duc Pham zentrale Themen der Ausstellung Kreuzberg: Kunst und Migration seit 1960 auf: Migration und Gastarbeit. Er untersucht wie unterschiedliche Geschichten von Arbeit und Ausschluss innerhalb kultureller Institutionen zueinander in Beziehung gesetzt werden – und wie Vergleich und Aneignung ihre Interpretation prägen. Die Performance richtet den Blick auf das Museum als einen Ort, an dem Geschichten sichtbar gemacht und mit Bedeutung versehen werden, zugleich aber auch institutionellen Ordnungsmechanismen unterliegen. Dabei hinterfragt Pham, wie Institutionen Solidarität und marginalisierte Perspektiven aufgreifen und für die institutionelle Selbstdarstellung nutzen, ohne die eigenen Strukturen und Praktiken grundlegend zu verändern.
Minh Duc Pham ist ein in Berlin lebender Künstler, der in den Bereichen Skulptur, Installation und Performance arbeitet. In seiner künstlerischen Praxis untersucht er die Verflechtungen von Erinnerung, Fürsorge und politischer Kontrolle, wobei ein wiederkehrender Schwerpunkt auf der Migration vietnamesischer Vertragsarbeiter*innen in die ehemalige DDR liegt. Durch die Neuinterpretation bürokratischer Sprache und alltäglicher Gegenstände im Rahmen spekulativer Erzählungen zeichnet Pham die zugrunde liegenden Logiken institutioneller Gewalt nach und stellt ihnen Momente materieller Verletzlichkeit und Fürsorge gegenüber. Seine jüngsten Arbeiten und Projekte waren im Haus der Kulturen der Welt, Berlin; dem Museum der bildenden Künste, Leipzig; der Kunsthalle Osnabrück sowie in der Vietnam Art Collection, Hanoi, zu sehen.
Bei der Veranstaltung werden ggfs. Foto- und Videoaufnahmen entstehen, auf denen ihr zu erkennen sein könntet. Mit eurem Besuch willigt ihr ein, dass diese Aufnahmen zur Kommunikation der Veranstaltung bzw. Ausstellung verwendet werden.