
Gespräch
Mit Franklin Kirimi & Sreejata Roy
Franklin Kirimi: Nairobi/Kenia
Franklin Kirimi ist Senior Design Associate bei der Kounkuey Design Initiative (KDI) Kenia. Die KDI arbeitet mit den Anwohner*innen zusammen, um unsichere und ungenutzte Gebiete in `Produktive öffentliche Räume´ zu transformieren. Die KDI verbindet grassroot Design und technisches Wissen, um Armut und Umweltzerstörung zu bekämpfen. Den ersten öffentlichen Raum baute KDI auf einer Mülldeponie am Ufer des stark verschmutzten Staudamms von Nairobi; er war der Prototyp für einen `produktiven öffentlichen Raum´ mit selbst versorgenden Gemeinschaftseinrichtungen.
Bei einem Streifzug durch die Viertel von Kibera, die von den Bächen und Nebenflüssen des Ngong-Flusses durchzogen sind, fällt auf, in welch chaotischen und baufälligen Verhältnissen die Menschen dort leben. Während sich die älteren Kinder auf den Weg zu den etwas weiter von ihren Häusern entfernten Fußballplätzen machen, sind die Jüngeren sich selbst überlassen und erfinden ihre eigenen Spiele. Die meisten Spielplätze werden aus Holzpfählen, Beton, recycelten Autoreifen und wiederverwendeten Ölfässern gebaut. Das Team von KDI bezieht die Kinder in die Gestaltungsprozesse ein, um ihre Bedürfnisse zu berücksichtigen, und Community-Spielplätze entstehen können, die Kindern die Möglichkeit geben, ihre sozialen, emotionalen, kognitiven und physischen Fähigkeiten in einem sicheren Umfeld zu entfalten.
Die Projekte von KDI sind Teil von Gabriela Burkhalters Wanderausstellung “The Playground Project”, welche die politische Bedeutung des Spielens als gemeinschaftsbildende Maßnahme und Krisenmanagement beispielhaft zeigt. Franklin Kirimi wird im Gespräch Erfahrungen teilen und Wege, Ausdrucksformen und Interventionsmöglichkeiten aus den Projekten von KDI vorstellen.
Sreejata Roy: Neu Delhi/Indien
In den letzten zehn Jahren arbeitete Sreejata Roy an der Entwicklung einer sozial engagierten Kunstpraxis in Neu-Delhi in Indien. Dabei erprobte sie neue Kunstformen mit unterschiedlichen Gesellschaftsgruppen in den Arbeitervierteln der Metropole. Roys praxisbasierte Forschung konzentriert sich auf die Darstellung sozialer Phänomene durch Kunstwerke, die in Zusammenarbeit mit Gemeinschaften in den physischen Räumen der städtischen Nachbarschaften entstehen. Ihre Forschung ist Teil von Gabriela Burkhalters Wanderausstellung “The Playground Project” , welche die politische Bedeutung des Spielens als gemeinschaftsbildende Maßnahme und Krisenmanagement beispielhaft zeigt.
Im Gespräch wird Sreejata Roy ihre Erfahrungen teilen und Annäherungen, Artikulationen und Interventionen ihrer Forschung skizzieren. Ihre künstlerischen Interventionen befassen sich in erster Linie mit jungen Menschen und Frauen aus entrechteten, multiethnischen Migrant*innenengemeinschaften an drei Orten der Arbeiterklasse in Neu-Delhi: Einer Umsiedlungskolonie, zwei angrenzenden städtischen Dörfern in Süd-Delhi und einem von der Regierung betriebenen Heim für obdachlose Frauen und ihre Kinder in Alt-Delhi.
Sreejata Roy beschäftigt sich mit dem menschlichen Alltag und begreift die Entstehung von Kunstwerken aus den Lebens- und Arbeitsräumen der Stadt heraus. Sie lebt und arbeitet in Delhi.
Franklin Kirimi ist ein Senior Design Associate bei KDI Kenia. Er interessiert sich für die Funktion von Designern bei der Schaffung von sozial integrativen Stadtlandschaften.