Person in weißem Oberteil vor urbaner Straßenkulisse mit gelbem Bus und Gebäuden im Hintergrund.

Videostill aus Frauen in Berlin, 1981

© C. Vora, L. Barthel, Hochschule für Film und Fernsehen der DDR, 1981; Digitalisierung und Restaurierung der Filmuniversität Babelsberg KONRAD WOLF, unterstützt durch das Förderprogramm Filmerbe, finanziert durch BKM, Länder und FFA

7 Frankfurter Allee

Frauen in Berlin

Der Film Frauen in Berlin wurde 1981 von der indischen Filmregiestudentin Chetna Vora im Rahmen ihrer Diplomarbeit an der Hochschule für Film und Fernsehen der DDR in Potsdam-Babelsberg gedreht. Der Film zeigt 14 Frauen zwischen elf und 83 Jahren, die mit einer für die DDR ungewöhnlichen Offenheit über ihr Leben, ihre Hoffnungen und Erfahrungen in der Arbeitswelt und in persönlichen Beziehungen sprechen. In langen, kaum geschnittenen Einstellungen wird die Spannung zwischen individuellen Ambitionen und erzwungener Pragmatik thematisiert.

Die mehr als zweistündige Arbeitskopie des Films wurde jedoch von der Schulleitung abgelehnt und konfisziert, auch weil Vora sich weigerte, den Film von 140 auf 40 Minuten zu kürzen. Kurzzeitig stahl sie die Filmrollen sogar, um eine eigene Kopie anfertigen zu können, blieb dabei aber erfolglos. Die Hochschule ließ den Film schließlich vernichten. Überlebt hat lediglich eine auf VHS-Kassette abgefilmte Kopie der Arbeitsversion – als materielle Spur eines Aktes institutionellen Verschwindenlassens. Der Film gilt heute als einer der mutigsten erhaltenen Dokumentarfilme über Frauen und Emanzipation in der DDR.

Für What If Berlin überführt Akira Takayama nicht verwirklichte Projektideen aus den Archiven der Berliner Festspiele, anderer Berliner Kulturinstitutionen sowie von Architekt*innen und Künstler*innen in die Gegenwart und stellt die Frage, welche Vision wir künftig verwirklichen wollen.

Die Zukunftsvision für das Projekt Frauen in Berlin, die im Rahmen von What If Berlin ab dem 28. August 2026 präsentiert wird, antwortet auf die Frage: Was, wenn die Berlinale eine Sektion für unverwirklichte Filme einrichten würde?