Schwarz-weiß-Grafik eines Gebäudekomplexes mit Säulen, zentralem Bau und offener Fläche davor.

Entwurf für das Gilly Monument, 1984/85

Scan: Anja Elisabeth Witte / Berlinische Galerie, Entwurf: Jasper Halfmann und Clod Zillich

1 Gesundbrunnen

Filmhaus Esplanade

Die Architekten Jasper Halfmann und Clod Zillich entwarfen 1984/85 das Filmhaus Esplanade im Rahmen des gleichnamigen Bauwettbewerbs – unterstützt u. a. vom damaligen Intendanten der Berliner Festspiele Ulrich Eckhardt. Geplant wurde ein Filmkulturkomplex für die leerstehende Grenzzone am Potsdamer Platz, um diese Peripherie als neues Zentrum zu aktivieren. Berlin sollte ein Filmhaus erhalten, das den großen Kulturinstitutionen anderer Künste ebenbürtig ist. Der Entwurf von Halfmann und Zillich sah vor, Studios, Werkstätten und Medienateliers entlang einer linearen Struktur zu bündeln, die den sequenziellen Prozess des Filmemachens selbst widerspiegelt. Öffentliche Einrichtungen wie Kinos, ein Filmmuseum und großzügige Foyers würden auf diese Weise prominent am Potsdamer Platz platziert.
 

Zentrale Elemente des Entwurfs waren außerdem die Integration des erhaltenen Fundaments des Grand Hotel Esplanade sowie die Umsetzung von Friedrich Gillys nie realisiertem Denkmal für Friedrich den Großen. Dieses sollte, so der Entwurf von Halfmann und Zillich, im Rahmen ihres übergreifenden Stadtvisionskonzepts am Leipziger Platz errichtet werden. In Anlehnung an einen dorischen Tempel könnte das Denkmal damit die Ideale der Aufklärung – Vernunft und Dialog – mit der von Teilung geprägten Geschichte Berlins verbinden. Halfmann und Zillichs Filmhaus Esplanade wurde nie gebaut und das Gelände nach dem Fall der Berliner Mauer an Daimler-Benz und Sony verkauft.

Schwarz-weiß-Grafik eines Denkmals mit handschriftlichem Text „Gilly Monument“, darunter Stadtplan mit hervorgehobener Markierung.

Entwurf für das Gilly Monument, 1984/85

Scan: Anja Elisabeth Witte / Berlinische Galerie, Entwurf: Jasper Halfmann und Clod Zillich

Für What If Berlin überführt Akira Takayama nicht verwirklichte Projektideen aus den Archiven der Berliner Festspiele, anderer Berliner Kulturinstitutionen sowie von Architekt*innen und Künstler*innen in die Gegenwart und stellt die Frage, welche Vision wir künftig verwirklichen wollen.

Die Zukunftsvision für das Projekt Filmhaus Esplanade, die im Rahmen von What If Berlin ab dem 28. August 2026 präsentiert wird, antwortet auf die Frage: Was, wenn Berlin die Träume seiner Bewohner*innen in den Himmel projizieren würde?