
Planungsskizze
Zeichnung: Jan Fiebelkorn
18 Heidelberger Platz
Für die 750-Jahr-Feier der Stadt Berlin im Jahr 1987 waren die Berliner Festspiele mit der Durchführung der Festlichkeiten in West-Berlin beauftragt. Torsten Maß, damals Programmdirektor der Berliner Festspiele, entwickelte zu diesem Zweck über einen Zeitraum von zwei Jahren diverse Konzepte. Eine Idee: auf kleinen und großen Bühnen im gesamten Tiergarten ein eintägiges, historisches Theaterfestival zu veranstalten. Die unterschiedlichen Spielorte sollten die verschiedenen Epochen der Geschichte des Berlinischen erzählen – vom Mittelalter und der Reformation über den Barock, das Rokoko und die Revolution bis hin zum Aufschwung zur modernen Stadt und zu verschiedenen Visionen für die Zukunft. Besucher*innen würden sich beim Spaziergang durch den Park von einer Station zur nächsten bewegen und die Geschichte der Stadt als physische Reise erleben. Der Tiergarten wäre dabei Schauplatz und Zeitzeuge historischer Ereignisse zugleich – Monarchie, bürgerliche Gesellschaft, Diktatur, Krieg, Zerstörung, Wiederaufbau und Teilung. Das Festival sollte mit einem Finale im heutigen Haus der Kulturen der Welt enden, jedoch konnte zum Planungszeitpunkt der Abschluss des Wiederaufbaus des Außendachs nicht garantiert werden.
Anstelle der Bespielung des gesamten Tiergartens genehmigte der Regierende Bürgermeister Eberhard Diepgen letztlich eine große Bühne am Großen Stern. Vor insgesamt 200.000 Zuschauer*innen wurde dort über mehrere Wochen hinweg unter dem Titel Sternstunden die Berliner Stadtgeschichte in vier große Revuen vorgeführt.
Für What If Berlin überführt Akira Takayama nicht verwirklichte Projektideen aus den Archiven der Berliner Festspiele, anderer Berliner Kulturinstitutionen sowie von Architekt*innen und Künstler*innen in die Gegenwart und stellt die Frage, welche Vision wir künftig verwirklichen wollen.
Die Zukunftsvision für das Projekt Eine Geschichte des Berlinischen, die im Rahmen von What If Berlin ab dem 28. August 2026 präsentiert wird, antwortet auf die Frage: Was, wenn Berlin die Ringbahn als Bühne für seine menschliche und nicht-menschliche Geschichte nutzen würde?