
Skizze zur WerkBundStadt Berlin
Zeichnung: Gottfried Müller
Station 24: Jungfernheide
Im Jahr 2016 begann der Deutsche Werkbund Berlin mit der Planung einer WerkBundStadt Berlin, die ein wegweisendes Zeichen im zeitgenössischen Wohnungsbau werden sollte. Auf dem 2,8 Hektar großen Gelände eines ehemaligen Tanköllagers in Berlin-Charlottenburg sollte ein autofreies, sozial durchmischtes Quartier mit 1.100 Mietwohnungen entstehen – entworfen von 32 namhaften Architekturbüros. Statt eines elitären Ausstellungsprojekts war ein lebendiges Viertel geplant, das sich der alltäglichen sozialen Realität des Wohnens stellt. So sollten 330 der Wohnungen mietpreisgebunden sein, während hohe ökologische und energetische Standards das Projekt zum Vorreiter klimaneutraler Stadtentwicklung machen würden.
Lange schien die Umsetzung möglich: Der Werkbund, das Bezirksamt Charlottenburg-Wilmersdorf und die damaligen Grundstückseigentümer einigten sich 2017 auf eine gemeinsame Zielvereinbarung. Doch nach mehrfachem Weiterverkauf des Geländes zu jeweils höheren Preisen schwand die Aussicht auf deren Realisierung. Der Werkbund kritisierte zudem, dass der Bezirk nicht ausreichend auf die Einhaltung der Vereinbarung drängte. Die WerkBundStadt Berlin blieb ungebaut.

Skizze zur WerkBundStadt Berlin
Zeichnung: Gottfried Müller
Für What If Berlin überführt Akira Takayama nicht verwirklichte Projektideen aus den Archiven der Berliner Festspiele, anderer Berliner Kulturinstitutionen sowie von Architekt*innen und Künstler*innen in die Gegenwart und stellt die Frage, welche Vision wir künftig verwirklichen wollen.
Die Zukunftsvision für das Projekt Werkbundstadt, die im Rahmen von What If Berlin ab dem 28. August 2026 präsentiert wird, antwortet auf die Frage: Was, wenn die Siemensbahn zur zentralen Infrastruktur eines neuen Stadtteils würde?