
Modell der Dammwegschule, 1928
Scan: Staatsbibliothek zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz; Signatur: 4"@NC 5582-35.1928; Entwurf: Bruno Taut
11 Neukölln
Im Jahr 1928 entwarfen Architekt Bruno Taut und Bildungsreformer Fritz Karsen eine groß angelegte Gesamtschule in Neukölln, die für mehr als 2.500 Schüler*innen konzipiert war – eine Größenordnung von etwa sechs regulären Schulen. Der Entwurf, der alle Bildungsstufen vom Kindergarten bis zur Oberstufe vorsah, verfolgte einen klaren sozialen Auftrag: die Verbesserung der Bildungschancen für Kinder aus der Arbeiterklasse. Die zentrale Idee bestand darin, eine bauliche Form zu schaffen, die diesem neuen Bildungsmodell entsprach.
Anstelle eines einzelnen architektonischen Blocks wurde die Schule als langer, modularer Komplex konzipiert, der aus einer Abfolge von Klassenzimmereinheiten bestand. Daneben sollte es freistehende Pavillons für den Fachunterricht mit direkter Verbindung zum Außenbereich geben. Außerdem waren mehrere Turnhallen, ein Schulkino, eine Bibliothek, Gärten und Spielplätze sowie ein Schwimmbad und ein Veranstaltungsraum geplant, wobei die beiden letzteren auch für die Öffentlichkeit zugänglich sein sollten. Das Schulgebäude wurde aufgrund der Auswirkungen der Weltwirtschaftskrise von 1929 nie errichtet, heute ist am Dammweg noch ein Musterpavillon zu sehen.

Modell der Dammwegschule, 1928
Scan: Staatsbibliothek zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz; Signatur: 4"@NC 5582-35.1928; Entwurf: Bruno Taut
Für What If Berlin überführt Akira Takayama nicht verwirklichte Projektideen aus den Archiven der Berliner Festspiele, anderer Berliner Kulturinstitutionen sowie von Architekt*innen und Künstler*innen in die Gegenwart und stellt die Frage, welche Vision wir künftig verwirklichen wollen.
Die Zukunftsvision für das Projekt Dammwegschule, die im Rahmen von What If Berlin ab dem 28. August 2026 präsentiert wird, antwortet auf die Frage: Was, wenn Berlin eine Stadt der Bildung werden würde?