
Nutzungsentwurf für die Gasometer, 1983
Entwurf: Andreas Strozyk (Diplom-Architekt), Foto: Anneliese Bonitz, Landesarchiv Berlin, C Rep. 711, Nr. 321
3 Prenzlauer Allee
Anfang der 1980er-Jahre wurde der Architekturstudent Andreas Strozyk im Rahmen seiner Diplomarbeit beauftragt, Ideen zur Nachnutzung der drei Gasometer des stillgelegten Gaswerks an der Prenzlauer Allee zu entwickeln. Der runde Grundriss schien zunächst prädestiniert für einen Zirkus, doch Strozyk verwarf diese Pläne aufgrund zu geringer Fläche. Es folgte die Vision für das erste Technikmuseum der DDR. Jeder der drei alten Gasspeicher, selbst historische Industriebauten, sollte ein großes Oberthema beherbergen: zu Land, zu Wasser und in der Luft. Das große Volumen und die enorme Raumhöhe der Gasometer boten das Potenzial, Fluggeräte und Segelboote in ganzer Größe von der Decke schweben zu lassen.
„Fahrzeuge sollten über die sich spiralförmig an der Gasometerhülle erstreckenden Rampen erkundet, Flugzeuge über ein mehrstufiges Klettergerüst erreicht und ein Gasometer für die Präsentation der Schiffe mit Wasser gefüllt werden“, so Strozyk. Obwohl die Pläne bei der Präsentation im Jahr 1983 auf Begeisterung stießen, verschwanden sie in der Schublade, denn schon im Juli 1984 wurden alle drei Gasometer trotz zahlreicher Proteste gesprengt. Sie mussten der sich damals im Bau befindlichen Siedlung Ernst-Thälmann-Park weichen.
Für What If Berlin überführt Akira Takayama nicht verwirklichte Projektideen aus den Archiven der Berliner Festspiele, anderer Berliner Kulturinstitutionen sowie von Architekt*innen und Künstler*innen in die Gegenwart und stellt die Frage, welche Vision wir künftig verwirklichen wollen.
Die Zukunftsvision für das Projekt Gasometer / Technikmuseum der DDR, die im Rahmen von What If Berlin ab dem 28. August 2026 präsentiert wird, antwortet auf die Frage: Was, wenn Berlin die Geschichte seines Ostteils im Ernst-Thälmann-Park digital wiederauferstehen lassen würde?