
Pressemitteilung, 1988
© Robert-Havemann-Gesellschaft / Radio 100
15 Schöneberg
1987 ging in West-Berlin erstmals Radio Glasnost – Außer Kontrolle auf Sendung und entwickelte sich zu einer zentralen Aktion der Ost-Berliner Opposition in den späten 1980er-Jahren. Der private Alternativsender Radio 100 mit Sitz im West-Berliner Bezirk Schöneberg stellte den Sendeplatz zur Verfügung. Die Beiträge wurden aus der DDR nach West-Berlin geschmuggelt und von dort zurück in den Osten ausgestrahlt.
In insgesamt 27 Sendungen sprachen Oppositionelle offen über ihre Reformideen und ihre Erfahrungen im DDR-Alltag. Zudem wurde Musik von DDR-Liedermacher*innen, Independent-Bands und Punkgruppen gesendet. Die Initiatoren und Koordinatoren des Projekts waren der Radio-100-Redakteur Dieter Rulff und der zwangsausgebürgerte DDR-Bürgerrechtler Roland Jahn. Die Sendung erreichte schnell ein großes Publikum in der DDR. Unter den Hörer*innen befand sich auch die Staatssicherheit, die auf persönliche Anweisung von Minister Erich Mielke versuchte, die Ausstrahlung mithilfe von Störsendern zu verhindern, und zugleich einen umfassenden Maßnahmenplan gegen das Programm erarbeitete.

Pressemitteilung, 1988
© Robert-Havemann-Gesellschaft / Radio 100
Für What If Berlin überführt Akira Takayama nicht verwirklichte Projektideen aus den Archiven der Berliner Festspiele, anderer Berliner Kulturinstitutionen sowie von Architekt*innen und Künstler*innen in die Gegenwart und stellt die Frage, welche Vision wir künftig verwirklichen wollen.
Die Zukunftsvision für das Projekt Radio Glasnost, die im Rahmen von What If Berlin ab dem 28. August 2026 präsentiert wird, antwortet auf die Frage: Was, wenn Berlin einen Amateurfunksender für unterdrückte Stimmen einrichten würde?