
Kaninchen im Grenzstreifen, Ost-Berlin
© Schwedischer Künstler Andreas Gedin
23 Westend
1997 entwarf der schwedische Künstler Andreas Gedin das Projekt A Walk in Paradise, welches die besonderen Lebensbedingungen der Fauna in der Sperrzone rund um die ehemalige Berliner Mauer beleuchten sollte. Gegenstand der Untersuchung waren allen voran die Kaninchen, die dort ein isoliertes und äußerst gutes Leben zu führen schienen. Gleichzeitig war dieses Kaninchenparadies in der Vergangenheit von den DDR-Grenztruppen gezielt vergiftet worden, um ein Wachstum der Vegetation zu verhindern, in der sich Flüchtige hätten verstecken können.
Gedin begann sein Projekt mit einer viertägigen Wanderung entlang der ehemaligen Grenze zwischen Ost- und West-Berlin – eine Strecke von etwa 155 km. Er hatte sich vorgenommen, nach Kaninchen zu suchen, aber auch mit Expert*innen aus verschiedenen wissenschaftlichen Feldern wie Giftkontrolle, Botanik, Biologie und Überwachung in Kontakt zu treten. Sie sollten Gedin auf Abschnitten seiner Wanderung begleiten und ihr Wissen im Gespräch teilen. Das Kunstprojekt blieb unrealisiert.
Für What If Berlin überführt Akira Takayama nicht verwirklichte Projektideen aus den Archiven der Berliner Festspiele, anderer Berliner Kulturinstitutionen sowie von Architekt*innen und Künstler*innen in die Gegenwart und stellt die Frage, welche Vision wir künftig verwirklichen wollen.
Die Zukunftsvision für das Projekt A Walk in Paradise, die im Rahmen von What If Berlin ab dem 28. August 2026 präsentiert wird, antwortet auf die Frage: Was, wenn Berlin einen Ringbahn-Rundwanderweg anlegen würde?