
Joseph Beuys, Deutsche Studentenpartei, 1967
© National Galleries of Scotland; ARTIST ROOMS National Galleries of Scotland und Tate; gemeinsam im Rahmen der D'Offay-Spende mit Unterstützung des National Heritage Memorial Fund und des Art Fund erworben, 2008
26 Westhafen
Der Begriff „Eurasia“ bezeichnet ursprünglich die zusammenhängende Landmasse Europas und Asiens. Joseph Beuys entwickelte daraus ab 1966/67 ein künstlerisch-spirituelles Konzept: den „freien demokratischen sozialistischen Staat Eurasia“, den er am 12. Mai 1967 ausrief, gegliedert in die drei Sphären Recht, Kultur und Wirtschaft. Dieser Staat war kein geopolitisches Gebilde, sondern ein utopisches Gegenmodell zur bipolaren Weltordnung des Kalten Krieges. Beuys verstand ihn als dritten Weg jenseits von privatem und staatlichem Kapitalismus, geistig eng verbunden mit der Studentenbewegung von 1967. Das Halbkreuz als Symbol stand für die zu überwindende Spaltung der Welt – in der Hoffnung auf eine friedliche Wiedervereinigung von Ost und West.
Für What If Berlin überführt Akira Takayama nicht verwirklichte Projektideen aus den Archiven der Berliner Festspiele, anderer Berliner Kulturinstitutionen sowie von Architekt*innen und Künstler*innen in die Gegenwart und stellt die Frage, welche Vision wir künftig verwirklichen wollen.
Die Zukunftsvision für das Projekt Eurasia, die im Rahmen von What If Berlin ab dem 28. August 2026 präsentiert wird, antwortet auf die Frage: Was, wenn Berlin eine Schiffsroute zum Schwarzen Meer einrichten würde?