
Entwurf für Bandstadt Grunewald, 1974
Scan: Anja Elisabeth Witte / Berlinische Galerie, Entwurf: Ralf Schüler und Ursulina Schüler-Witte
21 Westkreuz
Anfang der 1970er-Jahre entwarfen die Architekten Ralf Schüler und Ursulina Schüler-Witte die Bandstadt Grunewald nach dem Vorbild des erst kurz davor vorgestellten Indapt-Systems, das seinen Bewohner*innen multifunktionale Raumnutzungskonzepte bietet und Begegnungsformen auf einem Spektrum von ungestörter Privatsphäre bis hin zu maximaler Kommunikation unterstützt.
Dabei sollen auch die Baustrukturen selbst flexibel bleiben und ohne wesentlichen Aufwand an sich verändernde Bedürfnisse oder Gruppenstrukturen der Bewohner*innen angepasst werden können. Kunststoff als Baumaterial, hergestellt aus Erdöl, würde diese Flexibilität ermöglichen. Der geplante Gebäudekomplex Bandstadt Grunewald über der AVUS-Autobahn und der Fernbahnstrecke sollte das frisch eingemauerte West-Berlin über diese Verkehrsknotenpunkte hinaus in den Grunewald erweitern und die Menschen in mehrstöckigen Häusern direkt darüber wohnen lassen. Die Ölkrise im Jahr 1973 führte jedoch zu einem abrupten Ende des Vorhabens.
Für What If Berlin überführt Akira Takayama nicht verwirklichte Projektideen aus den Archiven der Berliner Festspiele, anderer Berliner Kulturinstitutionen sowie von Architekt*innen und Künstler*innen in die Gegenwart und stellt die Frage, welche Vision wir künftig verwirklichen wollen.
Die Zukunftsvision für das Projekt Bandstadt Grunewald, die im Rahmen von What If Berlin ab dem 28. August 2026 präsentiert wird, antwortet auf die Frage: Was, wenn Berlin die AVUS mit organischer Architektur überbauen würde?