MaerzMusik

MaerzMusik 2026

In diesem Jahr heißt MaerzMusik Sie erneut in einem Raum willkommen, in dem das Zuhören zu einer Form des Miteinanders wird. Die diesjährige Festivalausgabe entfaltet sich als offener künstlerischer Ort sowie als Laboratorium und reagiert auf eine Zeit voller Unsicherheiten, Umbrüche und Möglichkeiten. Komponist*innen, Künstler*innen, Musiker*innen und Partner*innen aus unterschiedlichen Kontexten kommen zusammen, um Ideen auszutauschen und Werke miteinander zu teilen, die sich verschiedenster musikalischer Sprachen bedienen. Ihre Stücke befassen sich mit den Strukturen und Texturen der Gegenwart und spinnen einen feinen, aber merklichen roten Faden durch das Programm: Klang lehrt uns neue Arten des Zusammenlebens, die Entwicklung von Alternativen und die Erneuerung unserer Wahrnehmung der Welt.

Eröffnet wird das Festival durch das Klangforum Wien mit Georg Friedrich Haas’ monumentalem Stück 11.000 Saiten – ein mikrotonales Erlebnis, das die Sinne weitet. Die immersive Konzertinstallation für 50 Klaviere wird im MaHalla, einer ehemaligen Fabrikhalle in Oberschöneweide, zur Aufführung gebracht und berührt jene Fragen, die MaerzMusik seit Langem beschäftigen: Wie können wir die Beziehung zwischen Bühne und Publikum neu denken? Wie können wir jenseits der tradierten Strukturen neue Hörgewohnheiten etablieren? Was überhaupt gilt als Musik – und warum?

Bei seinem zweiten Auftritt bewegt sich das Klangforum Wien in einem Matinee-Konzert durch archipelische Klänge – mit einem neuen Auftragswerk von Laure M. Hiendl und Kompositionen von Luxa M. Schüttler und Gerhard Stäbler. Das Ensemble Dedalus präsentiert im Rahmen seines Festivaldebüts Stücke von Éliane Radigue, Catherine Lamb und Pascale Criton, welche die Materialität des Klangs erforschen. Dedalus würdigt überdies den kürzlich verstorbenen Komponisten und Klangphilosophen Peter Ablinger.

Meredith Monk ist die diesjährige Gewinnerin des Großen Kunstpreises Berlin der Akademie der Künste, den die Künstler*innensozietät im Auftrag des Landes Berlin verleiht. Die Universalkünstlerin ist eine einzigartige Stimme in der zeitgenössischen Kunst und bei MaerzMusik 2026 in einem Preisträger*innen-Konzert zu erleben. Die Sopranistin Juliet Fraser wiederum entdeckt in ihrem performativen Konzert Lament – a ritual of letting go verloren geglaubte Stimmwelten jenseits klassischer Musiksphären neu.

Einen ganz eigenen Platz in der Geschichte der Musik nimmt die amerikanische Composer-Performerin Ellen Fullman mit ihrem Long String Instrument ein, das in der St. Elisabeth- Kirche auf die Musiker*innen des JACK Quartet trifft. Diese bis zu 30 Meter lange Installation, die aus Dutzenden parallel gespannter Saiten besteht, widersetzt sich den Symmetrien und Harmoniegesetzen herkömmlicher Saiteninstrumente. Sie wird durch Pelle Schillings LongStringInstallation, die sich zwischen den Bäumen im Garten des Festspielhauses aufspannt, tiefgehender erforscht.

Vibration und Resonanz sowie die Auseinandersetzung mit unterschiedlichen Harmoniesystemen sind wiederkehrende Themen im Programm von MaerzMusik 2026. Dazu gehört auch der unkonventionelle Umgang mit Saiteninstrumenten durch den Kontrabassisten Florentin Ginot und die Cellistin Okkyung Lee. Während Lee ihre Improvisationspraxis für Berliner Musiker*innen öffnet, verknüpft Ginot die transhumanen Ansätze von Carola Bauckholt und Lou Kilger im Garten des Festspielhauses. Das Ensemble KNM Berlin erkundet mit Werken von Fang-Yi Lin, Tine Surel Lange, AnA Maria Rodriguez und Zesses Seglias, auf welche Weise Mythen und transzendente Begegnungen mit individuellen Erfahrungen verschmelzen.

Im Radialsystem präsentiert Jan St. Werner gemeinsam mit Erwan Keravec, Dirk Rothbrust und Louis Chude-Sokei Music for Commons Sensed++. Komponierter Klang steht im Fokus dieses kollaborativen Projekts und bringt akustische Impulse, Zuhörer*innen und Raum miteinander in Verbindung. In Cybernetic Entanglement vertieft Viola Yip gemeinsam mit Ken Ueno ihre Praxis als Instrumentenbauerin durch ein außergewöhnliches Klang-Kostüm für zwei Performer*innen.

Das erneut von Wojtek Blecharz co-kuratierte Finale des Festivals nimmt Fragestellungen des ersten Teils von I AM ALL EARS (2025) auf und erweitert diese: Wie lassen sich normative Formen der Präsentation und Rezeption von Musik aufbrechen und verändern? Wie können Musik und Klang für die Zuhörer*innen zu einer körperlichen Erfahrung werden? Der Theatersaal öffnet seine Türen, die Bühne dehnt sich aus und das Gebäude wird selbst zu einem hörenden Körper.

Wir freuen uns auf Ihren Besuch beim Festival!

Zeichnung einer Person, die unter einem Flügel liegt, mit den Händen auf der Tastatur

Trailer MaerzMusik 2026, Illustration: Peter Ablinger „Piano Piece für Klaus Rinke von Andrew Smith” 2015, Musik: Peter Ablinger „Song for Less” 2020, Design: 3pc

© Berliner Festspiele / MaerzMusik

Großer Kunstpreis Berlin für Meredith Monk

Eine Frau im schwarzen Pullover wirft ihre Hände in die Luft, auch ihre zu Zöpfen geflochtenen Haare fliegen in die Luft.

Meredith Monk

© Christine Alicino

Meredith Monk ist die diesjährige Gewinnerin des GroßenKunstpreises Berlin der Akademie der Künste, den die Künstler*innensozietät im Auftrag des Landes Berlin verleiht.
Die interdisziplinäre Künstlerin ist eine einzigartige Stimme in der zeitgenössischen Musik und eine Pionierin der erweiterten Gesangstechnik. Bei MaerzMusik ist sie am 21.3.2026 in einem Preisträger*innen-Konzert gemeinsam mit Katie Geissinger und Allison Sniffin im Haus der Berliner Festspiele zu erleben. Zusätzlich wird ihr Film Book of Days gezeigt sowie der Porträtfilm Monk in Pieces, der 2025 bei der Berlinale Premiere feierte. 

Sparen Sie 20 %

Wählen Sie mehrere Veranstaltungen aus dem Programm und sparen Sie bis zu 20 % im Vergleich zum Einzelpreis. Das Angebot ist für Normalpreise sowie Ermäßigungen gültig. Das Kontingent ist begrenzt.

In der Mediathek

Erfahren Sie mehr über ausgewählte Künstler*innen von MaerzMusik 2025: Gespräche, Interviews und Porträts stehen in der Berliner Festspiele Mediathek zur Verfügung.

Pamela Z steuert mit Gesten Musikcontroller auf einer Bühne.

Pamela Z

© Gretchen Robinette

MaerzMusik 2025

Impressionen

Die MaerzMusik

MaerzMusik versteht sich als ein Ort des Austauschs von künstlerischem Wissen durch neue Begegnungen und geteilte Erfahrungen. Entwickelt aus der Multimodalität des Hörens, der zeitgenössischen Musik und des Klangs, öffnet das Festival mit Konzerten, Performances, Installationen, Musiktheater, Filmvorführungen und Diskursformaten einen Raum, in dem Leben, Kunst und Theorie neben- und miteinander bestehen können.

Mehr Berliner Festspiele

Schwarz-weiß-Porträt eines Mannes, der sich mit der rechten Hand ins Auge fasst.

Gropius Bau |

Ausstellung

Peter Hujar / Liz Deschenes: Persistence of Vision

19. März bis 28. Juni 2026

Peter Hujar, der in der Zeit zwischen den Stonewall-Protesten von 1969 und dem Ausbruch der AIDS-Krise in den 1980er Jahren in New York City arbeitete, hielt eine entscheidende kulturelle Phase in eindringlichen Schwarz-Weiß-Fotografien fest. Die Ausstellung Persistence of Vision vereint Hujars Fotografien und Werke der in New York City lebenden Künstlerin Liz Deschenes und bringt diese in einen generationsübergreifenden Dialog über Fotografie.

Eine weiblich gelesene Person mit einem schwarzen Tuch auf dem Kopf massiert sich im Freien ihre nackten Brüste.

Gropius Bau |

Ausstellung

Marina Abramović: Balkan Erotic Epic. The Exhibition

15. April bis 23. August 2026

Marina Abramović, eine der bis heute einflussreichsten Performancekünstlerinnen, präsentiert im Frühjahr 2026 Balkan Erotic Epic. The Exhibition im Gropius Bau. Im Zentrum steht ihr fortwährendes Interesse an Ritualen, Erotik, Tod und dem Körper als Ort politischen Widerstands. Ausgehend von der Folklore des Balkans – der Region, in der Abramović aufgewachsen ist – verwebt die Ausstellung filmische und skulpturale Installationen mit Live-Performances.