
Laura Robles © Lorenzo Yori
Laura Robles Marcuello, 1981 in Eswatini (ehemals Swasiland) geboren und in Lima aufgewachsen, zählt zu den international bedeutendsten Cajón-Spieler*innen. Bekannt für ihre Virtuosität, ihren radikalen rhythmischen Ansatz und ihre intensive Auseinandersetzung mit afro-peruanischen Traditionen, hat sie sich als eine einzigartige Stimme im zeitgenössischen Jazz, in der Improvisation und in der experimentellen Musik etabliert. Seit 2012 lebt sie in Berlin.
Robles trat weltweit bei großen Festivals und Veranstaltungsorten auf, darunter das CTM Festival (Deutschland), das Unsound Festival (Polen und Unsound Adelaide in Australien), Le Guess Who? (Niederlande), Nuits Sonores (Frankreich), das B-Side Festival (Schweiz) und das Lost Music Festival (Italien). Internationalen Tourneen führten sie unter anderem in die USA, nach Kanada, Mexiko, Kolumbien, Peru, Argentinien, Portugal, Italien, Luxemburg, Spanien, Ghana und Australien.
Als Dozentin hat Robles Meisterkurse, Vorträge und spezialisierte Rhythmus-Workshops an renommierten Institutionen weltweit gegeben. Dazu gehören das Berklee College of Music Valencia, das Conservatorio di Santa Cecilia in Rom, die Hochschule für Musik und Theater Leipzig, die Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Stuttgart, die DePaul University in Chicago, die Indiana University sowie verschiedene Universitäten und Konservatorien in Lateinamerika und Europa. Der Schwerpunkt ihrer Lehrtätigkeit liegt auf afro-peruanischen Rhythmen, Cajón-Technik (akustisch und elektroakustisch) und zeitgenössischen Rhythmuskonzepten.
Ihr international gefeiertes Projekt Agua Dulce rückte die afro-peruanische Cajón erneut ins globale Rampenlicht. Das Album wurde von The Guardian zum „Global Album of the Month“ gekürt, wobei gelobt wurde, wie Robles „die rohe Kraft der Cajón kanalisiert“, und es wurde zu den besten Veröffentlichungen des Jahres gezählt. Darüber hinaus Robles leitet das innovative Soloprojekt ANTI-GROOVE, wo sie traditionelle Muster durch Morphing, Verschiebung, Mikro-Variationen und strukturelle Improvisation transformiert. ANTI-GROOVE fungiert sowohl als rhythmisches Experimentierfeld als auch als künstlerisches Manifest, das die Vorstellung über einen korrekten Groove in Frage stellt und einen Ansatz bietet, Rhythmus als eine sich ständig verändernde Architektur zu verstehen.
Im Laufe ihrer Karriere hat Robles mit zahlreichen Künstler*innen aus den Bereichen Jazz sowie zeitgenössische und experimentelle Musik zusammengearbeitet. Sie trat mit der WDR Big Band unter der Leitung von Maria Schneider auf und kollaborierte etwa mit dem Berlin Art Orchestra, Lauer Large, Resident Music Collective (Humboldt Forum), Ensemble Neue Musik Zürich, Pablo Held, Niels Klein, Malcolm Braff, Steffen Schorn, Robert Luccatio, Susana Baca, La Gran Resbaloza, Rodrigo Bauza, Dulcian Ensamble Berlin und dem langjährigen kreativen Projekt Perfektomat. Durch ihre Versatilität wechselt sie fließend zwischen Orchesterbesetzungen, Improvisation, elektronischer Musik und interdisziplinären Performances.
Stand: Dezember 2025