Musikfest Berlin

Musikfest Berlin 2026

75 Jahre Berliner Festspiele

Vom 28. August bis 23. September 2026 startet das Berliner Konzertleben mit dem Musikfest Berlin in die neue Spielzeit, veranstaltet von den Berliner Festspielen in Kooperation mit der Stiftung Berliner Philharmoniker. In 36 Veranstaltungen werden in der Philharmonie Berlin, in deren Kammermusiksaal, im Haus der Berliner Festspiele, im Konzerthaus Berlin und in der Deutschen Oper Berlin über 60 Werke von rund 40 Komponist*innen präsentiert, aufgeführt von den Orchestern und Chören der Musikstadt Berlin, von über 65 Solist*innen des internationalen Musiklebens und über 30 Instrumental- und Vokalensembles aus Finnland, Spanien, den USA, der Schweiz, Österreich, Südafrika, England, Japan und Deutschland, darunter die Wiener Philharmoniker, das London Symphony Orchestra, das Orchester Le Concert des Nations, das Freiburger Barockorchester, die Kansas City Symphony und das Chineke! Orchestra mit der Cape Town Opera. 

Mit György Ligetis Oper Le Grand Macabre eröffnen die Berliner Festspiele das diesjährige Musikfest Berlin und feiern zugleich ihr 75-jähriges Bestehen. Ligeti gehörte zu den prägenden Komponist*innen der Berliner Festwochen, die 1951 erstmals veranstaltet wurden. Seine Oper Le Grand Macabre, die er selbst als „Anti-Oper“ verstand, ist eine vehemente Persiflage auf totalitäre Herrschaft, Misswirtschaft und Korruption, angeregt durch die Bildwerke Pieter Bruegels und die gleichnamige Ballade von Michel de Ghelderode. Zum Musikfest Berlin kommt Le Grand Macabre als Produktion der Finnish Broadcasting Company, des Finnish Radio Symphony Orchestra und des Helsinki Festival, wo die Oper wenige Tage zuvor ihre finnische Premiere feiert.

Das Programm des Musikfest Berlin 2026 spielt mit zahlreichen Bezügen auf die 75-jährige Geschichte der Berliner Festspiele und vormaligen Berliner Festwochen an: auf die Präsentation vor allem der Musik und Kultur der westlichen Welt in den Gründerjahren (Gastspiel einer New Yorker Produktion von George Gershwins Porgy and Bess 1952 im Titania-Palast), auf die Etablierung und den Ausbau eines kontinuierlichen Ost-West-Dialogs über den Eisernen Vorhang hinweg in den 1970er- und 1980er-Jahren (Komponist*innen der sowjetisch-russischen Nachkriegsavantgarde), auf die musikalischen und theatralen Gastspiele der großen Weltkulturen schon in den 1950er- und 1960er-Jahren sowie auf die Komponist*innen der Gegenwart, die über viele Jahre die Programme der Berliner Festwochen geprägt haben (wie Igor Strawinsky, Hans Werner Henze, Sofia Gubaidulina und Wolfgang Rihm).

Neben Le Grand Macabre entstammen weitere großformatige Veranstaltungen des Musikfest Berlin 2026 der musiktheatralen, der szenischen oder performativen Sphäre: allen voran George Gershwins Oper Porgy and Bess in einer Neuproduktion der Cape Town Opera und des Chineke! Orchestra; Wolfgang Rihms Orchesterritual Tutuguri nach Antonin Artaud mit dem Lucerne Festival Contemporary Orchestra; Karlheinz Stockhausens Oper Mittwoch aus Licht in der Inszenierung von Susanne Kennedy, mit der Aviel Cahn, der neue Intendant der Deutschen Oper Berlin, eine neue Ära an Berlins traditionsreichem Opernhaus einläutet; Igor Strawinskys Geschichte vom Soldaten in der gefeierten Produktion des Salzburger Marionettentheaters, zu der Georg Baselitz die Puppen und die Ausstattung kreierte; schließlich das große Nō-Theater-Gastspiel aus Tokio mit Kiyokazu Kanze, dem XXVI. Großmeister von Japans berühmter Kanze-Schule.

Hans Werner Henzes Geburtstag jährt sich in diesem Jahr zum hundertsten Mal – und kaum ein anderer Komponist der Gegenwart war von Beginn an so sehr in den Programmen der Berliner Festspiele präsent. Noch 2007 wurde, als Kompositionsauftrag der Berliner Festspiele / Musikfest Berlin, seine letzte Oper Phaedra vom Ensemble Modern und im Bühnenbild von Ólafur Elíasson an der Staatsoper Unter den Linden uraufgeführt. Hans Werner Henze zu Ehren erklingen beim diesjährigen Musikfest Berlin die Musen Siziliens, uraufgeführt bei den Festwochen 1966, sein opulentes Klavierkonzert Tristan, eine komponierte Verehrung der Musik von Wagner, Chopin und Brahms, schließlich seine großformatige 9. Sinfonie – ein Auftrag der Berliner Festspiele von 1997 –, die Henze den Helden und Märtyrern des deutschen Antifaschismus widmete.

Vor 100 Jahren wurde auch Anatol Vieru geboren, Rumäniens großer Komponist einer strikt nonkonformistischen Avantgardemusik. Seiner Zweiten Sinfonie, entstanden 1973 im Rahmen eines Stipendiums des DAAD in Berlin, widmet sich das Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin. Während Vierus Moskauer Studienzeit in den 1950er-Jahren zählten Edison Denisov, Alfred Schnittke und Sofia Gubaidulina – die im Westen berühmte, in der Sowjetunion berüchtigte Avantgarde-Troika – zu seinen Kommiliton*innen, deren Werke auch bei den Berliner Festwochen große Resonanz fanden. Ihrer Musik widmen sich neben dem RSB das London Symphony Orchestra, der RIAS Kammerchor Berlin und das Deutsche Symphonie-Orchester Berlin.

Als Yvonne Loriod – die 1924 geborene, herausragende Pianistin und legendäre Klavierpädagogin der französischen Moderne und Avantgarde – 2010 verstarb, wusste kaum jemand etwas von der Hinterlassenschaft ihres immensen kompositorischen Schaffens. Dieses war in jungen Studienjahren entstanden und sollte von ihr nicht mehr weiterverfolgt werden, als sie als brillante Interpretin ihr pianistisches Können ganz in den Dienst der Musik ihres Mannes Olivier Messiaen stellte. Die nun gemachten Funde in der Pariser Nationalbibliothek haben sensationellen Charakter. 80 Jahre nach ihrer Entstehung kommt die 15-sätzige orchestrale Dichtung La Sainte Face beim Musikfest Berlin zur Uraufführung: mit dem WDR Sinfonieorchester unter der Leitung von Kent Nagano, das mit diesem Konzert die Einspielung des gesamten und bislang ungehörten Œuvres von Yvonne Loriod beginnt.

Brett Dean, Cathy Milliken und Liza Lim wiederum, führende Komponist*innen unserer Tage, verbindet ihr gemeinsames Herkunftsland Australien und die Tatsache, dass sie in ihrer Musik eine mehr oder weniger „globetrotternde“ Existenz führen. Ihren Werken widmen sich die Berliner Philharmoniker und das DSO. Und so mangelt es bei allen geschichtlichen Referenzen an die früheren Berliner Festwochen nicht an Veranstaltungen, die sich der heute entstehenden Musik widmen, darunter Werke von Alex Nante, Olga Neuwirth, Milica Djordjević, Clara Iannotta, Márton Illés und Enno Poppe.

Die Freund*innen des klassisch-romantischen Repertoires und der frühen Moderne begegnen der Musik von Felix Mendelssohn Bartholdy, Ludwig van Beethoven, Johannes Brahms, Benjamin Britten, Anton Bruckner, Claude Debussy, Antonín Dvořák, Manuel de Falla, Leoš Janáček, Gustav Mahler, Wolfgang Amadeus Mozart, Sergej Prokofjew, Sergej Rachmaninow, Robert Schumann, Peter Tschaikowsky und Richard Wagner.

In einer besonderen Veranstaltung schließlich, nach der großen Nō-Theater-Aufführung am Tag zuvor, gibt Kiyokazu Kanze für Berliner Schüler*innen Einblicke in die japanische Kunst und Kultur des Nō-Theaters. Und für die Jüngsten Berlins, einschließlich derer, die sich das Kinderherz bewahrt haben, gastiert erstmals zusammen mit dem WDR Sinfonieorchester Das Konzert mit der Maus in der Philharmonie Berlin.

Zusammen mit den Kolleg*innen der Berliner Festspiele und dem Team des Musikfest Berlin danken wir allen beteiligten Künstler*innen und Institutionen, der gastgebenden und kooperierenden Stiftung Berliner Philharmoniker und ihrer Intendantin Andrea Zietzschmann, den in Berlin ansässigen Partnerorchestern und dem Japanisch-Deutschen Zentrum Berlin für die ausgezeichnete Zusammenarbeit, schließlich dem Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien, Staatsminister Dr. Wolfram Weimer, für die Förderung des Musikfest Berlin der Berliner Festspiele.

Viel Freude beim Besuch der Veranstaltungen des Musikfest Berlin 2026 wünschen Ihnen

Matthias Pees
Intendant der Berliner Festspiele

Winrich Hopp
Künstlerischer Leiter des Musikfest Berlin

Impressionen 2025

Musikfest Berlin in der Mediathek

Erleben Sie Musiker*innen und Dirigent*innen im Gespräch oder lesen Sie spannende Interviews mit Komponist*innen. Außerdem stehen On-Demand-Angebote aus vergangenen Jahren zur Verfügung.

Drei Männer im Anzug stehen vor dem Orchester auf der Bühne und halten sich an den Händen.

Das Musikfest Berlin

Das Musikfest Berlin versteht sich als ein Forum für die innovative künstlerische Arbeit der großen Orchester und Ensembles im Bereich der klassischen und modernen Musik. Es präsentiert ein ambitioniertes Festivalprogramm mit wechselnden Schwerpunkten.

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Schwarz-weiß-Porträt eines Mannes, der sich mit der rechten Hand ins Auge fasst.

Gropius Bau |

Ausstellung

Peter Hujar / Liz Deschenes: Persistence of Vision

19. März bis 28. Juni 2026

Peter Hujar, der in der Zeit zwischen den Stonewall-Protesten von 1969 und dem Ausbruch der AIDS-Krise in den 1980er Jahren in New York City arbeitete, hielt eine entscheidende kulturelle Phase in eindringlichen Schwarz-Weiß-Fotografien fest. Die Ausstellung Persistence of Vision vereint Hujars Fotografien und Werke der in New York City lebenden Künstlerin Liz Deschenes und bringt diese in einen generationsübergreifenden Dialog über Fotografie.

Eine weiblich gelesene Person mit einem schwarzen Tuch auf dem Kopf massiert sich im Freien ihre nackten Brüste.

Gropius Bau |

Ausstellung

Marina Abramović: Balkan Erotic Epic. The Exhibition

15. April bis 23. August 2026

Marina Abramović, eine der bis heute einflussreichsten Performancekünstlerinnen, präsentiert im Frühjahr 2026 Balkan Erotic Epic. The Exhibition im Gropius Bau. Im Zentrum steht ihr fortwährendes Interesse an Ritualen, Erotik, Tod und dem Körper als Ort politischen Widerstands. Ausgehend von der Folklore des Balkans – der Region, in der Abramović aufgewachsen ist – verwebt die Ausstellung filmische und skulpturale Installationen mit Live-Performances.