Konzert

RIAS Kammerchor Berlin

Akademie für Alte Musik Berlin

Łukasz Borowicz, Leitung
Bruckner

Grafik, Silhouette zahlreicher Männer mit Putten.

Bruckner im Komponistenhimmel: Schattenbild von Otto Böhler, 1914 © Otto Böhler

2024 ist Bruckner-Jahr. Dabei denkt die Klassik-Welt sicher zunächst an den Sinfoniker oder aber an seine monumentalen sakralen Werke. Deutlich weniger bekannt hingegen sind seine Werke für den liturgischen Gebrauch. Der RIAS Kammerchor begibt sich gemeinsam mit der Akademie für Alte Musik Berlin auf Entdeckungsreise und präsentiert neben einigen kleineren Werken die Messe Nr. 1 in d-Moll – mit dem Ziel, dem ursprünglichen Klangerlebnis der Entstehungszeit durch eine deutlich verschlankte Besetzung auf die Spur zu kommen.

19:15, Südfoyer
Einführungsveranstaltung 

Als tiefreligiöser Katholik hat Anton Bruckner die Geheimnisse des Glaubens zum zentralen Thema seiner Musik gemacht. Natürlich komponierte er zu Beginn seiner Laufbahn als Linzer Domorganist auch zahlreiche geistliche Vokalwerke wie etwa den „Psalm 112“ WAB 35 oder das siebenstimmige „Ave Maria“ WAB 6, in dem sich sein besonderes Gespür fürs Monumentale bereits Bahn bricht. Mit seiner Messe d-Moll ließ Bruckner dann den gängigen Bereich des funktionsbezogenen sakralen Komponierens endgültig hinter sich, da Dimension und Formgestaltung alles übertraf, was man bis dahin im Linzer Musikleben gehört hatte. Dabei werden in jedem der einzelnen Werkteile die im „Kyrie“ exponierten Motive menschlicher Angst und Verzweiflung buchstäblich aufgelöst, bevor das Ganze mit einem besinnlichen Nachspiel endet. Der RIAS Kammerchor gibt, begleitet von der Akademie für Alte Musik Berlin und gemeinsam mit einem international renommierten Solistenensemble, Einblicke in Bruckners frühes Schaffen als Kirchenmusiker, wobei auch seine späte Motette „Ecce sacerdos“ WAB 13 auf dem Programm steht, in deren ekstatische Musik dem Komponisten Anklänge an Wagners „Parsifal“ hineingerieten. Eingeleitet wird der Abend mit der selten zu hörenden Ouvertüre g-Moll WAB 98, die Bruckner noch während seines Unterrichts bei Otto Kitzler schrieb: Musik, die im leidenschaftlichen Tonfall von Wagners „Tristan“-Vorspiel beginnt, doch ganz anders als dieses mit plötzlichen Tuttiausbrüchen und ebenso plötzlichen Rücknahmen ins Pianissimo überrascht.

Programm

Anton Bruckner (1824 – 1896)

Ouvertüre g-Moll WAB 98

Ecce sacerdos magnus WAB 13
für gemischten Chor, drei Posaunen und Orgel

Ave Maria WAB 6
für siebenstimmigen Chor a cappella

Psalm 112 WAB 35
für gemischten Chor und Orchester 

Messe Nr. 1 d-moll WAB 26
für Solisten, gemischten Chor und Orchester 
 

Mitwirkende

Johanna WinkelSopran 
Catriona MorisonMezzosopran 
Martin MitterrutznerTenor 
Arttu KatajaBariton 

RIAS Kammerchor Berlin
Akademie für Alte Musik Berlin

Łukasz BorowiczLeitung

Eine Veranstaltung des RIAS Kammerchor Berlin in Kooperation mit Berliner Festspiele/Musikfest Berlin