Konzert

Staatskapelle Berlin

Susanna Mälkki, Leitung
Saariaho / Mahler

Mann und Frau spazieren über Hügel

Auf der Erde: Alma und Gustav Mahler beim Spaziergang durch die Wiesen über Toblach im dunklen Sommer 1909 © ÖNB, Bildarchiv Austria

Musik, die den Tod kennt, aber den Wert des Lebens greifen will, begegnet in diesem Programm der Staatskapelle Berlin unter Susanna Mälkki. Gustav Mahlers „Lied von der Erde“ entstand unmittelbar nach dem Tod seiner Tochter. „Hush“ ist das letzte vollendete Werk von Kaija Saariaho, dessen Uraufführung die Komponistin nicht mehr erleben konnte.

19:15, Südfoyer
Einführungsveranstaltung

Kaija Saariaho konnte ihr Opus ultimum noch vollenden, bevor sie Anfang Juni 2023 im Alter von 70 Jahren an den Folgen eines unheilbaren Hirntumors verstarb: ein Trompetenkonzert mit dem sprechenden Titel „Hush“ (Schweigen) – existenzielle, in der Gewissheit des eigenen Todes komponierte Musik, in der sinnlich-irisierende Klänge auf gähnende Abgründe treffen. Susanna Mälkki, Premierendirigentin des Konzerts in Helsinki, präsentiert „Hush“ nun am Pult der Staatskapelle Berlin in Deutscher Erstaufführung. Solist ist der finnische Trompeter Verneri Pohjola, der gemeinsam mit der Komponistin neue, experimentelle Spielweisen entwickelt hat. Mit Mahlers „Lied von der Erde“ steht ein weiteres Werk auf dem Programm, das um die Endlichkeit der menschlichen Existenz kreist – entstanden zu einer Zeit, in der Mahlers Leben aus den Fugen geraten war. Noch bevor seine Demission vom Amt des Direktors der Wiener Hofoper formal Gültigkeit hatte, starb seine ältere Tochter Maria Anna an Diphtherie, bei ihm selbst wurde ein schwerer Herzklappenfehler diagnostiziert. Mahler hatte „mit einem Schlage alles an Klarheit und Beruhigung verloren“ und stand in eigenen Worten „vis-à-vis de rien“. Nach Klängen vollkommener Verlassenheit und einem „Rausch der Selbstzerstörung“ (Adorno) scheint dieses Weltabschiedswerk am Ende in den unendlichen Weiten des Kosmos zu verhallen – mit zart schwebenden Klängen zum letzten Wort des gesungenen Textes „ewig“, zu dessen zahlreichen Wiederholungen sich die Musik allmählich im Nichts aufzulösen scheint.

Programm

In memoriam
Kaija Saariaho (1952 – 2023)
Hush (2023)
Konzert für Trompete und Orchester

Kompositionsauftrag des Finnish Radio Symphony Orchestra, Helsinki Festival, Orchestre Philharmonique de Radio France, Los Angeles Philharmonic, Asko|Schoenberg, Muziekgebouw, BBC Radio 3, Lahti Symphony Orchestra und Finnland-Institut

Gustav Mahler (1860 – 1911)
Das Lied von der Erde (1908/09)

Mitwirkende

Verneri Pohjola – Trompete
Wiebke Lehmkuhl – Mezzosopran
Eric CutlerTenor

Staatskapelle Berlin
Susanna MälkkiLeitung

Eine Veranstaltung der Staatsoper Unter den Linden in Kooperation mit Berliner Festspiele / Musikfest Berlin