Porträt von Pascale Criton

Pascale Criton © Laurence Prat

Pascale Criton

Pascale Criton wurde 1954 in Paris geboren. Sie studierte Komposition bei Ivan Wyschnegradsky, Gérard Grisey und Jean-Etienne Marie. Sie nahm 1980/88 an den Darmstädter Ferienkursen teil, absolvierte eine elektroakustische Ausbildung am CIRM (Internationales Zentrum für Musikforschung, Nizza) sowie einen Kurs für Komponisten im Bereich Musikinformatik am IRCAM (Paris) im Jahr 1986. Aufgrund ihres Interesse an Musikethnologie nahm sie 1979 an der Forschungsgruppe für Oral History Abidjan, Elfenbeinküste, teil. 

Von 1975 bis 1980 war Pascale Criton Mitglied der Musiktheatergruppe Les Ulis, zusammen mit Michel Puig, Michaël Lonsdale, Catherine Dasté und Edith Scob, und war unter anderem mit Transcenic (1982), einem Stück für Tanz, Theater, Musik und audiovisuelle Medien auf der Bühne zu sehen. 

Seit den frühen 1980er Jahren konzentriert sich Pascale Criton auf die musikalische Erforschung von Mikrointervallen und deren Organisation, darunter Viertel-, Achtel-, Zwölftel- und Sechzehnteltonintervalle. In ihren Kompositionen verwendet sie Skordatur (eine spezielle Stimmung von Saiteninstrumenten, Gitarren und Klavier) in Kombination mit Orchesterinstrumenten und digitaler Synthese. 

Fasziniert von der Arbeit am Klangkontinuum, lernte Pascale Gilles Deleuze kennen und absolvierte ein Studium in Musikwissenschaft. Sie absolvierte einen Master bei Daniel Charles an der Universität Paris VIII, ein Postgraduiertenstudium bei Hugues Dufourt und eine Doktoratsstudium in Musik und Musikwissenschaft des 20. Jahrhunderts am IRCAM (1993), die sie mit ihrer Doktorarbeit Total chromatique et continuums sonores, une problématique de la pensée musicale du XXe siècle abschloss. 

Sie hat verschiedene Workshops an der Universität Paris, beim Festival von Avignon und am Konservatorium von Pantin geleitet. Ihre Forschungsarbeiten führten zu staatlichen Aufträgen und Vorträgen über Musikästhetik. Als beratende Komponistin am IRCAM (Abteilung für Musikforschung, 1989–91) arbeitet sie seit 1993 mit dem Labor für Wellen und Akustik der Hochschule für Physik und Industriechemie in Paris zusammen. 

1999 widmete das Ensemble 2e2m ihr ein Porträtkonzert und eine Solo-CD: Pascale Criton, les univers microtempérés. Ihre Werke werden von Jobert veröffentlicht und wurden sowohl in Frankreich als auch im Ausland aufgeführt: Centre Georges Pompidou, IRCAM, MANCA Festival (Nizza), Midem (Cannes), Intermusica, Ars Electronica, Darmstadt, Ijsbreker Institute (Amsterdam), Archipel Festival, 3. Pianoforum (Heilbronn), American Festival of Microtonal Music in New York und Radio-France. 

Ihre Werke, die im Verlag Jobert (Lemoine) erhältlich sind, werden sowohl in Frankreich als auch im Ausland aufgeführt: Centre Georges Pompidou, IRCAM, MANCA, MIDEM, Intermusica, Ars Electronica, Darmstadt, Institut Ijsbreker, Festival Archipel, Huddersfield Spring, III° Pianoforum (Heilbronn), American Festival of Microtonal Music (New York), Radio-France.  

Zu ihre Werken zählen Artefact (2001) für Instrumentalensemble (Auftrag des Staates); Objectiles (2002), Auftrag von Radio-France, und Scordatura (2003) für Gitarrenquartett, Auftrag des Centre international de recherches musicales; Gaïa (2004) für Sopran, Kontrabassklarinette, Schlagzeug, Live-Elektronik mit Echtzeit-Videogerät (Auftrag des Staates) und Plis (2005-2006), Zyklus für Instrumentalensemble und Live-Elektronik (Aufnahmen vor Ort) (Auftrag des Staates). 

Stand: Oktober 2025