75 Jahre Berliner Festspiele

75 Jahre Berliner Festspiele

Eine Gruppe von Menschen steht bei Nacht im Garten des Haus der Berliner Festspiele.

© Berliner Festspiele, Foto: Fabian Schellhorn

2026 feiern die Berliner Festspiele ihr 75-jähriges Bestehen. Über das gesamte Jahr verteilt thematisieren ausgewählte Programmpunkte dieses Jubiläum oder nehmen es zum Anlass für Veranstaltungen im Haus der Berliner Festspiele, im Gropius Bau, in der Philharmonie Berlin, auf der Berliner Ringbahn und an anderen Orten in der Stadt. International herausragende Künstler*innen wie Marina Abramović, Gabriele Stötzer und Akira Takayama setzen dabei inhaltliche wie ästhetische Akzente. Unter dem Titel Die große Unordnung fragen die Thementage Reflexe & Reflexionen zugleich nach den Herausforderungen einer neuen, multipolaren Weltordnung für liberale Gesellschaften und ihre Kulturinstitutionen.

15. April bis 23. August 2026 | 14. bis 17. Oktober 2026

Marina Abramović: Balkan Erotic Epic

Im Jubiläumsjahr ist Marina Abramović, eine der bis heute einflussreichsten Performancekünstlerinnen, mit ihrer Arbeit Balkan Erotic Epic sowohl im Gropius Bau als auch in der Performing Arts Season im Haus der Berliner Festspiele präsent:

Im Gropius Bau ist ab April 2026 Balkan Erotic Epic. The Exhibition zu sehen. Ausgehend von der Folklore des Balkans – der Region, in der Abramović aufgewachsen ist – verwebt die Künstlerin filmische und skulpturale Installationen mit Live-Performances. Sie erforscht darin Erotik als Brücke zwischen Leben und Tod, die das Selbst und den Kosmos miteinander verbindet.

Im Oktober 2026 präsentiert die Performing Arts Season Balkan Erotic Epic. The Stage Version im Haus der Berliner Festspiele. Ausgehend von ihrer gleichnamigen Videoarbeit aus dem Jahr 2005 entfaltet Abramović ein kraftvolles neues Bühnenwerk über weibliche Energie, Scham, Lust und das Verhältnis von Körper und Geschichte.

Eine weiblich gelesene Person mit einem schwarzen Tuch auf dem Kopf massiert sich im Freien ihre nackten Brüste.

Marina Abramović, Women Massaging Breasts I aus der Serie Balkan Erotic Epic, C-Print, 2005, Serbien

© Marina Abramović, Courtesy der Marina Abramović Archives / VG Bild-Kunst, Bonn 2026

19. Juni bis 6. Dezember 2026

Gabriele Stötzer

Ausstellung und Jubiläumsplakat

Gabriele Stötzer, die im Oktober 2026 mit dem Goslarer Kaiserring einen der bedeutendsten Kunstpreise der Welt erhält, hat für das Jubiläum ein Plakat in exklusiver Sonderedition gestaltet, das ab Mai erhältlich ist. Seit über fünf Jahrzehnten setzt sie sich mit Themen wie Gerechtigkeit, Selbstbestimmung und Geschlecht auseinander. Ihr eigener Körper spielt dabei oft eine zentrale Rolle – nicht als Objekt, sondern als Schauplatz von Widerstand und feministischer Selbstbehauptung. Mit Dabei sein und nicht schweigen zeigt der Gropius Bau ab Juni 2026 die bislang größte institutionelle Einzelausstellung der Künstlerin.

Buntes abstraktes Gemälde mit zwei dynamisch dargestellten Figuren in leuchtenden Farben, die sich gegenüberstehen.

Brückenbegegnung

© Gabriele Stötzer

27. bis 30. August 2026

Reflexe & Reflexionen

Die große Unordnung

Die Berliner Festspiele sind als Kulturinstitution eng mit der wechselvollen Geschichte Berlins und des geteilten Europa verbunden. Doch was kennzeichnet die gegenwärtige Weltlage? Welche politischen, gesellschaftlichen und kulturellen Konsequenzen ergeben sich aus einer globalen Ordnung, die zunehmend von Kriegen, imperialen Machtansprüchen und multipolaren Konfliktlinien geprägt ist? Die Thementage Reflexe & Reflexionen Die große Unordnung widmen sich den Auswirkungen dieser Entwicklungen auf liberale Demokratien und internationale Kooperationen. 

Publikum sitzt in einem großen Theatersaal und blickt auf eine Bühne mit grünem Bildschirm mit der Aufschrift „Berliner Festspiele – Reflexe & Reflexionen“.

© Berliner Festspiele, Foto: Fabian Schellhorn

28. August bis 23. September 2026

Musikfest Berlin

Mit Le Grand Macabre von György Ligeti wird am 28. August 2026 in Kooperation mit der Stiftung Berliner Philharmoniker das Musikfest Berlin eröffnet, das dieses Jahr ganz im Zeichen des 75-jährigen Jubiläums der Berliner Festspiele steht. Ligetis einzige Oper ist eine rabenschwarze Parabel auf den Krieg und das Ende der Welt. Doch letztlich gewinnt der Humor und hilft ganz nebenbei, die Angst vor dem Tod zu überwinden. György Ligetis Musik war seit den 1960er-Jahren immer wieder im Programm der Berliner Festwochen und später beim Musikfest Berlin zu erleben: „Meine Heimat ist eigentlich Berlin, so merkwürdig das auch klingen mag. […] Die Stadt ist durch die Verfügbarkeit von Ost und West sehr interessant geworden“, so der Komponist 2003. 

Auch das Ausnahmestück Tutuguri des jungen Wolfgang Rihm, Hans Werner Henzes Tristan oder die konzertant aufgeführte Oper Porgy and Bess zählen zu bereits veröffentlichten Programmhighlights, die im Kontext des Jubiläums stattfinden.

Großes Orchester auf einer hell ausgeleuchteten Bühne in einem Konzertsaal, mit Publikum im Vordergrund.

Norrköping Symphony Orchestra

© Berliner Festspiele, Foto: Fabian Schellhorn

28. August bis 20. September 2026

What If Berlin

Künstlerische Arbeit auf der Ringbahn

Für das 75. Jubiläum lädt der japanische Künstler Akira Takayama das Publikum der Berliner Festspiele auf die Berliner Ringbahn ein. An vier Wochenenden veranstaltet er „guided tours” über die 27 Ring-S-Bahnhöfe, für deren Verschönerung er die Realisierung jeweils eines ortsspezifischen künstlerischen Projekts vorschlägt. Die Ideen zu diesen Projekten sind nicht neu, sondern stammen aus den Schubladen der Berliner Festwochen, der Berliner Festspiele, anderer Berliner Kulturinsitutionen oder Künstler*innen. Es sind unrealisierte Projekte aus der Vergangenheit, die von erfahrenen Stadtführer*innen auf der Ringbahn vorgestellt und von Takayama, der die sichtbaren wie unsichtbaren, alten wie neuen Grenzen Berlins thematisiert, auf diese Weise in die Gegenwart überführt werden. Am Ende fragt er uns, welche Projekte wir tatsächlich in der Zukunft realisiert sehen wollen – für ein nächstes, für unser Neues Berlin.  

Ein Mann steht in einem schmalen, mit Technik‑ und Stuhlmaterial vollgestellten Lagerraum und blickt in Richtung Kamera.

Akira Takayama

© privat, Foto: Bea Borgers

Über die Berliner Festspiele – Geschichte

1951 fanden in West-Berlin erstmals die Berliner Festwochen und die Internationalen Filmfestspiele statt. Daraus entwickelten sich die Berliner Festspiele als eine der bedeutendsten Kulturinstitutionen Deutschlands.

Mehr über die Erfolgsgeschichte und die vielfältigen, daraus entstandenen internationalen Festivals und Programme wie das Musikfest Berlin, das Theatertreffen, das Jazzfest Berlin, die MaerzMusik, die Treffen junge Szene, die Performing Arts Season, Reflexe & Reflexionen, über den Gropius Bau und die Ausstellungen der Berliner Festspiele, über das Haus der Berliner Festspiele, über die Berlinale und über das Haus der Kulturen der Welt erfahren Sie in unserer Chronik.

Zur Chronik der Berliner Festspiele

Team 75-jähriges Jubiläum

Projektleitung/Dramaturgie Moritz Frischkorn 
Projektleitung/Produktion Claudia Peters

Dramaturgieassistenz Lisa Homburger, Jette Büchsenschütz
Studentische Mitarbeit Sophie Beck

Kommunikation und Pressekontakt Nancy Henze  
+49 30 254 89 228
nancy.henze@berlinerfestspiele.de