

2026 feiern die Berliner Festspiele ihr 75-jähriges Bestehen. Vom 27. bis 30. August verbinden sich die vielfältigen Jubiläumsaktivitäten der Festspiele zu einem polyphonen Festwochenende: Adam Tooze und Nesrine Malik eröffnen am Donnerstag, den 27. August die Thementage Reflexe & Reflexionen, die unter dem Titel Die große Unordnung nach den Herausforderungen einer neuen, multipolaren Weltordnung für liberale Gesellschaften und ihre Kulturinstitutionen fragen. Zum ersten Mal präsentieren sich in diesem Rahmen Berliner Schüler*innen mit einer thematischen Ausstellung im Haus der Berliner Festspiele. Am Freitag, den 28. August läuft die künstlerische Arbeit What If Berlin von Akira Takayama auf der Berliner Ringbahn an, die bis zum 20. September unrealisierte künstlerische Zukunftsvisionen auf 27 Ringbahnhöfen präsentiert. Mit Le Grand Macabre von György Ligeti startet am selben Abend in der Berliner Philharmonie das Musikfest Berlin in Kooperation mit der Stiftung Berliner Philharmoniker, begleitet von einer Eröffnungsrede von Meron Mendel. Am Samstag, den 29. August wiederum ist Bundeskanzlerin a. D. Angela Merkel im Gespräch mit Saba-Nur Cheema und Meron Mendel, den Kurator*innen von Reflexe & Reflexionen, zu Gast im Haus der Berliner Festspiele. Am späteren Samstagabend performt die Künstlerinnengruppe Exterra XX, ehemals Künstlerinnengruppe Erfurt, im Rahmen der Ausstellung Dabei sein und nicht schweigen von Gabriele Stötzer auf dem Dach des Gropius Bau. Dort öffnet am Sonntag außerdem letztmalig die Ausstellung Marina Abramović: Balkan Erotic Epic. The Exhibition. Zum Abschluss des Jubiläumswochenendes begegnen sich im Rahmen von Reflexe & Reflexionen der ehemalige chilenische Präsident Gabriel Boric, die KI-Expertin und Präsidentin der Signal Foundation Meredith Whittaker und die Ökophilosophin Corine Pelluchon und wagen einen Ausblick: Welches Wissen braucht die Zukunft?
Ausführliche Informationen zu allen Programmbestandteilen werden auf dieser Seite abgebildet.
75 Jahre Berliner Festspiele!
75 Jahre Musik, Theater, Tanz, Literatur und bildende Kunst in Berlin!
75 Jahre immer neue Wege und Wagnisse mit großartiger internationaler, intermedialer, interdisziplinärer und interkultureller Kunst!
Herzlichen Glückwunsch und das Beste für die Zukunft,
liebe Berliner Festspiele!
Frank-Walter Steinmeier, Bundespräsident
27. bis 30. August 2026
Die große Unordnung
Die Berliner Festspiele sind als Kulturinstitution eng mit der wechselvollen Geschichte Berlins und des geteilten Europa verbunden. Doch was kennzeichnet die gegenwärtige Weltlage? Welche politischen, gesellschaftlichen und kulturellen Konsequenzen ergeben sich aus einer globalen Ordnung, die zunehmend von Kriegen, imperialen Machtansprüchen und multipolaren Konfliktlinien geprägt ist? Die Thementage Reflexe & Reflexionen Die große Unordnung widmen sich den Auswirkungen dieser Entwicklungen auf liberale Demokratien und internationale Kooperationen.

© Berliner Festspiele, Foto: Fabian Schellhorn
28. August bis 20. September 2026
Die Ringbahn als Bühne für 27 vergessene Zukunftsvisionen
Für das 75. Jubiläum lädt der japanische Künstler Akira Takayama das Publikum der Berliner Festspiele auf die Berliner Ringbahn ein. An vier Wochenenden veranstaltet er „guided tours” über die 27 Ringbahnhöfe, für deren Umgestaltung er die Realisierung jeweils eines ortsspezifischen künstlerischen Projekts vorschlägt. Die Ideen zu diesen Projekten sind nicht neu, sondern stammen aus den Schubladen der Berliner Festwochen, der Berliner Festspiele, anderer Berliner Kulturinstitutionen oder Künstler*innen. Es sind unrealisierte Projekte aus der Vergangenheit, die von erfahrenen Stadtführer*innen auf der Ringbahn vorgestellt und von Takayama, der die sichtbaren wie unsichtbaren, alten wie neuen Grenzen Berlins thematisiert, auf diese Weise in die Gegenwart überführt werden. Am Ende fragt er uns, welche Projekte wir tatsächlich in der Zukunft realisiert sehen wollen – für ein nächstes, für unser Neues Berlin.

28. August bis 23. September 2026
Mit Le Grand Macabre von György Ligeti wird am 28. August 2026 in Kooperation mit der Stiftung Berliner Philharmoniker das Musikfest Berlin eröffnet, das dieses Jahr ganz im Zeichen des 75-jährigen Jubiläums der Berliner Festspiele steht. Ligetis einzige Oper ist eine rabenschwarze Parabel auf den Krieg und das Ende der Welt. Doch letztlich gewinnt der Humor und hilft ganz nebenbei, die Angst vor dem Tod zu überwinden. György Ligetis Musik war seit den 1960er-Jahren immer wieder im Programm der Berliner Festwochen und später beim Musikfest Berlin zu erleben: „Meine Heimat ist eigentlich Berlin, so merkwürdig das auch klingen mag. […] Die Stadt ist durch die Verfügbarkeit von Ost und West sehr interessant geworden“, so der Komponist 2003.
Auch das Ausnahmestück Tutuguri des jungen Wolfgang Rihm, Hans Werner Henzes Tristan oder die konzertant aufgeführte Oper Porgy and Bess zählen zu den Programmhighlights, die im Kontext des Jubiläums stattfinden.

Norrköping Symphony Orchestra
© Berliner Festspiele, Foto: Fabian Schellhorn
Über die Berliner Festspiele – Geschichte
Zur Chronik der Berliner FestspieleProjektleitung/Dramaturgie Moritz Frischkorn
Projektleitung/Produktion Claudia Peters
Technische Leitung Maria Kusche
Dramaturgieassistenz Lisa Homburger, Jette Büchsenschütz
Technische Produktionsassistenz Johann Arendt
Studentische Mitarbeit Sophie Beck
Kommunikation und Pressekontakt Nancy Henze
+49 30 254 89 228
nancy.henze@berlinerfestspiele.de