Ein Porträt von Meredith Monk. Sie steht vor einer alten Mauer und lächelt in die Kamera.

Meredith Monk © LNDW studio

Meredith Monk

Meredith Monk ist Komponistin, Sängerin, Regisseurin/Choreografin, Filmemacherin und kreiert zeitgenössischer Opern, Musiktheaterstücke, Filme und Installationswerke. Sie gilt als eine der außergewöhnlichsten und einflussreichsten Künstler*innen unserer Zeit und ist eine Pionierin dessen, was heutzutage als „erweiterte Gesangstechniken” und „interdisziplinäre Performance” bezeichnet wird. Monks künstlerisches Werk wird international gefeiert und wurde bereits an bedeutenden Veranstaltungsorten auf der ganzen Welt präsentiert. Anlässlich des 50. Jubiläums ihrer Aktivitäten als Komponistin und Performerin wurde sie in den Jahren 2014/15 zum Richard and Barbara Debs Composer’s Chair an der Carnegie Hall berufen. In der jüngeren Vergangenheit erhielt Monk drei der höchsten Auszeichnungen, die Künstler*innen in den Vereinigten Staaten verliehen werden können: die Aufnahme in die American Academy of Arts and Letters im Jahr 2019, den Dorothy and Lillian Gish Prize 2017 und die National Medal of Arts 2015, die ihr von Präsident Barack Obama überreicht wurde.

1968 gründete Monk die Kompagnie The House, die sich einem interdisziplinären Performance-Ansatz verschrieb. Als Pionierin ortsspezifischer Arbeiten schuf sie Werke wie Juice: a theatre cantata in three installments (1969) und Ascension Variations (2009) für das Solomon R. Guggenheim Museum sowie American Archeology: Roosevelt Island (1994) und Songs of Ascension (2008) für den von der bildenden Künstlerin Ann Hamilton entworfenen tower. Monks preisgekrönte Filme, darunter der Kurzfilm Ellis Island (1981) und ihr erstes Werk in Spielfilmlänge, Book of Days (1988), wurden bei zahlreichen Filmfestivals gezeigt und unter anderem im US-amerikanischen Fernsehsender PBS ausgestrahlt. Der Film zu ihrem bahnbrechenden Werk Quarry: an opera in three movements (1976) wurde restauriert und im Jahr 2019 zum Streaming freigegeben. Ihre Filme, Installationen und Zeichnungen wurden in Museen und Galerien gezeigt, darunter Exit Art, der Frederieke Taylor Gallery, auf zwei Whitney-Biennalen und im Walker Art Center. Ihre Kurzfilme und mehrere ihrer Zeichnungen sind auch in der Sammlung des Museum of Modern Art vertreten.

1965 nahm Monk ihre innovative Forschung zur Stimme als einem facettenreichen Instrument auf. Sie komponierte Solostücke für sowohl unbegleitete Stimme als auch für Stimme und Klavier. 1978 gründete sie das Meredith Monk & Vocal Ensemble, um ihre musikalischen Ausdrucksmittel zu erweitern. Monk nimmt seit 1981 für das Label ECM Alben auf und wurde zu ihrem 80. Geburtstag mit einer Werkschau in Form einer 13-CD-Box, Meredith Monk: The Recordings, geehrt, die auch das im Jahr 2008 für einen GRAMMY nominierte Album impermanence enthält. Ihr neuestes Album, Cellular Songs, erschien im Oktober 2025. Ausgewählte Partituren ihrer Werke sind bei Boosey & Hawkes erhältlich. Neben ihren zahlreichen Vokalstücken, Musiktheaterwerken und Opern hat Monk ein bedeutendes neues Repertoire für Orchester, Kammerensembles und Soloinstrumente geschaffen, unter anderem im Auftrag der Carnegie Hall, von Michael Tilson Thomas für die San Francisco Symphony und New World Symphony, dem Kronos Quartet, der Saint Louis Symphony und dem Los Angeles Master Chorale. Im Jahr 2019 wurde eine Neuproduktion ihres Werks ATLAS: an opera in three parts (1991) unter der Regie von Yuval Sharon von der Los Angeles Philharmonic aufgeführt. Ihre Musik ist auch in Filmen von Regisseuren wie Terrence Malick, Jean-Luc Godard, David Byrne und den Coen-Brüdern zu hören.

Seit Ende ihres Studiums am Sarah Lawrence College im Jahr 1964 hat Monk zahlreiche Auszeichnungen erhalten, darunter den renommierten MacArthur Fellowship, zwei Guggenheim Fellowships, drei Obie Awards (darunter eine Auszeichnung für ihr nachhaltiges Wirken) und zwei Bessie Awards für ihr anhaltendes kreatives Schaffen. In jüngerer Zeit wurde Monk vom National Public Radio zu einer der 50 Great Voices, von Musical America zur Komponistin des Jahres 2012 und in Frankreich zur Officière de l’ordre des Arts et des Lettres ernannt. Außerdem erhielt sie den John Cage Award 2020, den Doris Duke Artist Award 2012, den Yoko Ono Lennon Courage Award for the Arts 2011 und 2006 den ersten USA Prudential Fellow Award. Monk ist Ehrendoktorin der Künste des Bard College, des Boston Conservatory, der Concordia University, des Cornish College of the Arts, der Juilliard School, des Lafayette College, des Mount Holyoke College, des San Francisco Art Institute, der University of the Arts und der University of Hartford. 

Zu den vielen Performance-Höhepunkten von Monks Karriere zählten in den letzten dreißig Jahren ein Vocal Offering für den Dalai Lama im Rahmen des World Festival of Sacred Music in Los Angeles im Oktober 1999. Mehrere Marathonaufführungen ihrer Werke fanden in New York im World Financial Center (1991), beim Lincoln Center Music Festival (2000), in der Zankel Hall der Carnegie Hall (2005 und 2015), im Symphony Space (2008) und im Whitney Museum (2009) statt. Im Februar 2012 erschien MONK MIX, eine CD mit Remixes und Interpretationen ihrer Stücke von 25 Künstler*innen aus den Bereichen Jazz, Pop, elektronische und Neue Musik. Außerdem wurden zwei Interviewbände veröffentlicht: Conversations with Meredith Monk (auf Italienisch erschienen unter dem Titel Meredith Monk. Irridanze) von der Kunstkritikerin und Herausgeberin des Performing Arts Journal, Bonnie Marranca, sowie Une voix mystique des französischen Autors Jean-Louis Tallon. Dazu gesellte sich die Anthologie Meredith Monk, herausgegeben von Deborah Jowitt.

Im Juni 2023 präsentierte Monk ihr neuestes Werk Indra’s Net beim Holland Festival. Es ist nach den hochgelobten Werken On Behalf of Nature (2013) und Cellular Songs (2018) der dritte Teil einer Trilogie, die sich mit unserer Beziehung zur Natur auseinandersetzt. Von Herbst 2023 bis Frühjahr 2024 wurde Meredith Monk. Calling, ihre erste Retrospektive im europäischen Raum, als Zusammenarbeit zwischen der Oude Kerk Amsterdam, der Hartwig Art Foundation und dem Haus der Kunst München realisiert. Begleitet wurde sie von einem 400-seitigen Katalog desselben Titels, der im Herbst 2024 erschien. Kürzlich feierte Monk ihr 60. Bühnenjubiläum mit einer Reihe von Veranstaltungen in New York City und zusätzlichen Auftritten und Workshops im Ausland. Im Oktober 2025 erhielt sie bei der Biennale in Venedig den Goldenen Löwen für ihr musikalisches Lebenswerk und nahm für das Wintersemester 2025/2026 die Pina-Bausch-Gastprofessur an der Folkwang Universität der Künste in Essen auf.

Weitere Informationen unter www.meredithmonk.org

Stand: Dezember 2025