Else Marie Pade

Else Marie Pade (1924–2016) gilt als bedeutendste Pionierin der elektronischen Musik und der musique concrète in Dänemark. Mit dem Komponieren begann sie nach dem Zweiten Weltkrieg, in dessen Verlauf sie aufgrund ihrer Beteiligung am Widerstand der Frauen inhaftiert war. 1952 entdeckte sie die musique concrète über Radiosendungen, was sie dazu inspirierte, Anfang der 1950er-Jahre ein Studio für elektronische Musik beim Dänischen Rundfunk aufzubauen. Pade verfolgte die zeitgenössischen europäischen Entwicklungen der Neuen Musik aufmerksam. Dabei waren Begegnungen mit Pierre Schaeffer, Karlheinz Stockhausen und György Ligeti prägend für ihre künstlerische Entwicklung. Ihr vielseitiges Œuvre umfasst elektronische Kompositionen ebenso wie Kammer- und Orchestermusik, Musik für Kinder, Hörspiele und Musiktheater.

Obwohl ihr Werk in der dänischen Musikgeschichtsschreibung nach den frühen 1980er-Jahren weitgehend in Vergessenheit geriet, erfährt es seit den 2000er-Jahren eine erneute Rezeption, begleitet von zahlreichen Neuaufnahmen, Remixes und Aufführungen.