

Maryam Khalili © Nazanin Khalili
Autorin, Regisseurin
Maryam Khalili, geboren 2001 im Iran, arbeitet als Autorin und Regisseurin an der Schnittstelle von Dokumentartheater und öffentlichem Raum. Sie studierte Theaterliteratur an der Universität Teheran und ist seit 2016 als Regisseurin, Autorin und Darstellerin tätig. 2021 wurde sie beim 40. Fajr Theater Festival für ihren innovativen räumlichen Ansatz mit dem Preis für beste Darbietung ausgezeichnet.
Seit dem Aufkommen der „Frau-Leben-Freiheit“-Bewegung arbeitet Khalili unabhängig und im Untergrund. Zensierte Plattformen lehnt sie ab. In ihren jüngsten Arbeiten beschäftigt sie sich mit dokumentarischen Formen, die sozialen Widerstand und die Politik von Präsenz und Abwesenheit erforschen.
Im Jahr 2025 entstand Date of Performance, eine Lecture-Performance über Theaterstücke, die in iranischen Gefängnissen aufgeführt wurden – zunächst in einer Volleyballhalle in Teheran, später im Berliner Ballhaus Ost. Im selben Jahr wurde sie in die Performing Exiles Summer School aufgenommen, konnte wegen des Kriegsausbruchs und der geschlossenen Grenzen jedoch nicht nach Berlin reisen. In dieser Zeit schrieb sie täglich Kriegstagebuch, dessen Einträge bei der Abschlusspräsentation der Berliner Festspiele aufgeführt wurden.
Khalilis Arbeit überschreitet die Grenzen konventioneller Bühnen: Die Stadt wird zum lebendigen dramaturgischen Feld, der öffentliche Raum zum Ort der Begegnung, des kollektiven Gedächtnisses und des dringlichen Gesprächs.
Stand: April 2026