Salzburger Marionettentheater

Das Salzburger Marionettentheater zählt zu den traditionsreichsten Figurentheatern weltweit. Es wurde 1913 von dem Bildhauer Anton Aicher gegründet und mit einer Aufführung von Mozarts Bastien und Bastienne eröffnet. Die von Aicher entwickelte und bis dato am Haus gepflegte Marionettenspielpraxis wurde von der UNESCO als Immaterielles Kulturerbe ausgezeichnet. Mit seinen Inszenierungen der großen Mozart-Opern erlangte das Salzburger Marionettentheater ab den 1950er-Jahren weltweite Bekanntheit. Heute umfasst das breite Repertoire des Theaters Produktionen aus den Bereichen Oper, Musical, Schauspiel, Märchen und Ballett. Dazu gibt es regelmäßig auch zeitgenössische Inszenierungen und Kooperationen mit renommierten Kulturpartner*innen und Künstler*innen. Mediale Verbreitung erreichte die Salzburger Marionettenspielkunst in den 1990er-Jahren durch Fernsehaufnahmen mit Peter Ustinov für ZDF/3sat sowie durch Streaming-Angebote des ORF. Das Ensemble besteht aus zehn Marionettenspieler*innen, die in den unterschiedlichsten handwerklichen Berufen ausgebildet sind, um Figuren, Bühnenbild und Requisiten selbst herzustellen. Das Theater beherbergt eine eigene Schneiderei, eine Tischlerei, eine Schlosserei und nicht zuletzt die Puppenwerkstätte. 20 bis 90 Marionetten werden in den einzelnen Produktionen eingesetzt, über 700 kleine Darsteller*innen sind derzeit am Salzburger Marionettentheater „engagiert“. Neben ca. 160 Vorstellungen pro Jahr in Salzburg geht das Ensemble jährlich auf weltweite Tourneen.

Stand: April 2026