Ein Mann mit Brille und Bart in weißem Top steht mit hinter dem Rücken verschränkten Armen vor einer weißen Wand

Leonardo Crusoé © Roama

Leonardo Crusoé

Dramaturg, Regisseur

Leonardo Crusoé ist Schauspieler, Regisseur, Dramaturg, Produzent und Umweltaktivist aus Salvador, Brasilien. Er ist Mitglied der Acerola Theater Company und studierte Theaterregie an der Universidade Federal da Bahia (UFBA). Crusoé entwickelt sein künstlerisches Schaffen aus einer Perspektive der Queerness und der Solidarität unter den Bewohner*innen der sog. „Dritten Welt“. Formal greift er dabei auf das Theater des Absurden und die Performancekunst zurück und konstruiert politische Narrative, die sich mit dem Globalen Süden auseinandersetzen und die Mechanismen kapitalistischer Macht hinterfragen.

Sein Debüt als Dramaturg und Regisseur gab er mit Jacinto Morto (2023), einem Stück über Begehren, das um ein queeres, interethnisches Paar kreist und über ein Jahr lang aufgeführt wurde. In der Straßenperformance leonardo-jesus-carranca (2024) untersuchte er familiäre Beziehungen und den übermäßigen Konsum tierischer Produkte. 2025 schrieb und inszenierte er das Solostück Karina über die afrikanische Diaspora als prägende Kraft der ethnischen Vielfalt Brasiliens und die Geburtenkontrolle im Kontext von Gesetzen zur Leihmutterschaft. Außerdem veröffentlichte er das Theaterstück Enterrar Francisco in Buchform und trat in Coco Loco unter der Regie der kanadischen Künstlerin Camille Banville als Schauspieler auf. 

Derzeit arbeitet Crusoé an einer Adaption von Madame de Sade (Dramaturgie: Yukio Mishima), in der körperliche Ausdrucksformen aus der Mode und dem Theater mit dissidenten Genderperformances zusammentreffen; die Premiere ist für Ende 2026 in Brasilien geplant.

Stand: April 2026