Robert Schumann. Illustration aus „Famous Composers and their Works“ (1906)
Das Leben von Robert Schumann (1810–1856), dem Inbegriff des romantischen Komponisten, steckte voller Schwierigkeiten, Belastungen und Gefährdungen. Schumann wurde am 8. Juni 1810 in der Kleinstadt Zwickau geboren. In seiner Jugend interessierte er sich in gleichem Maße für Literatur und Musik. Dennoch ergriff er 1828 zunächst ein Jurastudium in Leipzig, das er aufgab, nachdem er in dem Pädagogen Friedrich Wieck zum ersten Mal einen kompetenten Klavierlehrer gefunden hatte. Die Hoffnungen auf die angestrebte Virtuosenlaufbahn musste Schumann aber bald begraben, denn sporadisch aufgetretene Lähmungserscheinungen der rechten Hand ließen sich nicht wirksam bekämpfen. Der Einsatz einer selbst gebauten Maschine, die dem Übel abhelfen sollte, führte dann zu einer zeitweisen völligen Lähmung.
In dieser Situation fand Schumann neue Wege. Er gründete 1834 die bis heute bestehende Neue Zeitschrift für Musik, die rasch eine ansehnliche Leserschaft fand, und besann sich auf seine schöpferischen Fähigkeiten, auch wenn er als Komponist im Wesentlichen Autodidakt war. Bis 1839 entstanden zahlreiche bedeutende Klavierwerke. Parallel dazu entspann sich eine komplizierte Liebesbeziehung zur Tochter von Friedrich Wieck, Clara, die sich zu einer Virtuosin von europäischem Rang entwickelte. Nach vielen Höhen und Tiefen erreichte das Paar schließlich 1840 die Eheschließung und ließ sich in Leipzig nieder, wo Schumann von Felix Mendelssohn Bartholdy an das neu gegründete Konservatorium berufen worden war. Schumann erschloss sich nun systematisch neue Gattungen. Im sogenannten Liederjahr 1840 entstand mehr als die Hälfte seines gesamten Liedschaffens. 1841 konzentrierte er sich in ähnlicher Weise auf die Orchestermusik, 1842 auf die Kammermusik.
Trotz zunehmender künstlerischer Erfolge gestaltete sich das Eheleben nicht einfach. Neben ständigen Geldsorgen, die das Paar belasteten, litt Schumann darunter, im Schatten seiner weitaus bekannteren Frau zu stehen. Clara hingegen musste ihre Konzerttätigkeit stark einschränken und beklagte einen Mangel an Übezeit. 1844 zog sich Schumann aus seiner Zeitschrift zurück und das Paar zog nach Dresden. Schumann weitete seine Kompositionstätigkeit erheblich aus, wobei er nun stärker an die Verkäuflichkeit seiner Werke dachte, und übernahm die Leitung mehrerer Chöre. Die allgemeine Wertschätzung, die dem berühmten Musiker*innenpaar und Schumann als Komponist entgegengebracht wurde, führte 1850 zu seiner Berufung zum städtischen Musikdirektor in Düsseldorf.
Die anfängliche Begeisterung wich bald tiefer Enttäuschung, denn Schumann litt im persönlichen Umgang unter starken Hemmungen und konnte sich keinerlei Autorität erwerben. Die ihm unerträglich werdenden Bedingungen griffen Schumanns ohnehin belastete Psyche weiter an. Am 27. Februar 1854 unternahm Schumann einen Selbstmordversuch und wurde auf eigenen Wunsch in eine Nervenheilanstalt gebracht, wo er zwei Jahre später in geistiger Umnachtung starb.