Porträt von Carola Bauckholt

Carola Bauckholt © Regine Körner

Carola Bauckholt

Die Komponistin Carola Bauckholt wurde 1959 in Krefeld geboren. Nach mehrjähriger Mitarbeit im Krefelder Theater am Marienplatz (TAM) studierte sie an der Musikhochschule Köln bei Mauricio Kagel. 1985 gründete sie mit Caspar Johannes Walter den Thürmchen Verlag, 1991 das Thürmchen Ensemble. 

Ein zentrales Moment der Werke von Carola Bauckholt ist das Nachdenken über das Phänomen der Wahrnehmung und des Verstehens. Ihre Kompositionen vermischen oft Elemente aus visueller Kunst, Musiktheater und konzertanter Musik. Dafür arbeitet sie gerne mit geräuschhaften Klänge, oft mit ungewohnten Mitteln erzeugt, die nicht in ein vorgegebenes Kompositionsraster eingearbeitet, sondern in ihrer freien Entfaltung beobachtet und entwickelt werden. 

​Sie erhielt zahlreiche Stipendien und Auszeichnungen, so wurde ihr 2010 in der Kategorie Experimentelle Musik der Deutsche Musikautorenpreis der GEMA verliehen. 2019 erhielt sie den Best Sound Design Award des London International Animation Festival für Die Flunder (in Zusammenarbeit mit Elizabeth Hobbs und dem Klangforum Wien. 2021 erhielt sie eine Residenz in der Villa I Tatti in Florenz und 2022 in der Villa Aurora in Los Angeles. 2023 war sie Portraitkomponistin bei den Wittener Tagen für neue Kammermusik, 2024 wurde sie vom International Contemporary Ensemble in einem Porträtkonzert in New York vorgestellt. Ihre Doppel-CD mit Orchesterwerken wurde für den Preis der Deutschen Schallplattenkritik nominiert. Im Jahr 2025 wurde sie mit dem Louis-Spohr-Preis der Stadt Braunschweig ausgezeichnet. 

Als Gastdozentin wirkte sie an internationalen Universitäten u. a. in Santiago di Chile, Amsterdam, Krakau, Kiev, Oslo, Mexiko City, London, Barcelona, Haifa, Chicago, Luxembourg, Graz, Huddersfield, New York, Stockholm und im Inland. 2015 wurde sie zur Professorin für Komposition / Schwerpunkt zeitgenössisches Musiktheater an die Anton Bruckner Privatuniversität in Linz, Österreich berufen. 2013 wurde sie zum Mitglied der Akademie der Künste in Berlin gewählt, seit November 2021 ist sie Direktorin der Sektion Musik. Seit 2020 ist sie Mitglied der Nordrhein-Westfälische Akademie der Wissenschaften und der Künste.