Porträu von Ellen Fullman

Ellen Fullman ©Theresa Wong

Ellen Fullman

Seit mehr als vier Jahrzehnten setzt sich die amerikanische Komponistin, Instrumentenbauerin und Performerin Ellen Fullman intensiv mit ihrem Projekt The Long String Instrument auseinander – eine je nach Aufführungsort bis zu 30 Meter lange Installation, die aus Dutzenden parallel gespannter Saiten besteht und bereits weltweit architektonische Räume zum Klingen gebracht hat, unter anderem im Rahmen von Tectonics Athens, des Sydney Festival, des London Contemporary Music Festival oder der Ars Electronica. Durch ihre Forschung zur reinen Stimmung (Just Intonation), zur Saitenharmonik und zum Design von Instrumenten hat Fullman einen kompositorischen und performativen Ansatz entwickelt, der die harmonische Bewegung durch die Konzentration auf Obertöne erweitert. 

Fullman wurde mit zahlreichen Preisen, Aufträgen und Stipendien ausgezeichnet, darunter die Special Awards der Gerbode Foundation und ein Guggenheim-Stipendium für Musikkomposition im Jahr 2020, ein Grant der Foundation for Contemporary Arts im Jahr 2015, ein Creative Artist Exchange Fellowship für Japan von der Japan-US Friendship Commission/NEA im Jahr 2007 sowie ein Residenzaufenthalt im Rahmen des Berliner Künstlerprogramms des DAAD im Jahr 2000. 

Zu ihren Aufnahmen gehören unter anderem Harbors (Room40, 2020), eine Zusammenarbeit mit Theresa Wong, sowie The Long String Instrument (Superior Viaduct, 2015), das erstmals 1985 bei Apollo Records erschien und von The Wire im Jahr 2015 zur Nummer eins unter den Wiederveröffentlichungen gewählt wurde. 

2016 war Fullman Distinguished Alumni Speaker und Gastkritikerin am Kansas City Art Institute. Alvin Lucier würdigte ihre Arbeit in sein Buch Music 109: Notes on Experimental Music (Wesleyan University Press, 2012). 

Stand: Oktober 2025