Porträt von Okkyung Lee

Okkyung Lee © Lasse Marhaug

Okkyung Lee

Okkyung Lee ist eine Cellistin, Komponistin und Improvisatorin, die sich frei zwischen künstlerischen Disziplinen bewegt. Seit 2000 arbeitet sie in unterschiedlichen Kontexten als Solistin sowie in Zusammenarbeit mit Künstler*innen verschiedener Disziplinen. Die gebürtige Südkoreanerin lässt sich von einer Bandbreite an Stilen inspirieren darunter Noise, Improvisation, Jazz, westliche klassische Musik, traditionelle und populäre Musik ihres Heimatlandes und entwickelt daraus einen ganz eigenen Ansatz.  

Okkyung Lee ist vor allem für ihre Improvisationen bekannt, bei denen sie ihr Instrument mit erweiterten Techniken einsetzt. Darüber hinaus hat sie verschiedene Kompositionen und ortsspezifische Werke geschaffen, in denen sie auf die Architektur, das Publikum oder die sie umgebenden Objekte reagiert und auf diese Weise eine immersive Erfahrung erzeugt, welche die hierarchischen Momente traditioneller Konzertsituationen in Frage stellt. 

Sie hat bei mehr als 30 Alben mitgewirkt, darunter die jüngste Veröffentlichung 나를 (Na-Reul) bei Corbett vs. Dempsey und Teum (The Silvery Slit), das für das gefeierte Lautsprecherorchester Acousmonium der Groupe de Recherches Musicales (GRM) und Live-Cello geschrieben wurde und bei GRM Portraits / Editions Mego erschienen ist. 

Okkyung Lee erhielt zahlreiche Kompositions- und Projektaufträge von verschiedenen Festivals, darunter das Transit Festival in Leuven, das Huddersfield Contemporary Music Festival und das Festival rainy days in Luxemburg. Neue Werke präsentierte sie bei TIME:SPANS in New York, GRM in Paris, Sonic Acts in Amsterdam, Borealis in Bergen, den Donaueschinger Musiktagen und im Nam June Paik Art Center in Yongin. Als Musiker trat sie in international renommierten Museen wie dem Museum of Modern Art, dem Whitney Museum of American Art und dem Met Breuer in New York auf, sowie im Museum Tinguely in Basel, im Museo del Novecento in Mailand, in den Serpentine Galleries und der White Cube Galerie in London. 

2023 war sie Stipendiatin des Residency-Programms von La Becque, 2017 der Akademie Schloss Solitude in Stuttgart und 2015 der Civitella Ranieri in Umbrien. Okkyung Lee erhielt 2010 den Foundation for Contemporary Arts Grant und 2015 einen Doris Duke Performing Artist Award.  

Sie hat einen Bachelor-Abschluss in Contemporary Writing & Production und in Film Scoring vom Berklee College of Music (1998) und einen Master-Abschluss in Contemporary Improvisation vom New England Conservatory of Music (2000). 

2025 ist Okkyung Lee Stipendiatin des Berliner Künstlerprogramms des DAAD. 

Stand: Oktober 2025