Porträt von Zesses Seglias

Zesses Seglias © Jannis Tomtsis

Zesses Seglias

Zesses Seglias konzentriert sich in seinen Kompositionen auf klingende Körper und sprachliche Strukturen und untersucht die Beziehung zwischen Klang, Stimme und Semiotik. In seinen jüngsten Werken verschmilzt er Musik und Sprache, um eine Mischform aus Klang und Bedeutung zu schaffen, die er als gesprochenes Klangtheater bezeichnet. Seine Musik zeichnet sich durch lange Formate, eine Betonung klanglicher Details, aus anderen Kunstformen entlehnte Erzähltechniken, unverwechselbare stimmliche Qualitäten, scharfe Kontraste mit gelegentlichen grotesken Elementen und langsame, statische Strukturen aus, die von dichten Episoden durchsetzt sind. 

Seglias (Edessa, 1984) studierte Komposition und Musiktheater an der Aristoteles-Universität Thessaloniki bei Michalis Lapidakis und an der Universität für Musik und darstellende Kunst in Graz, Österreich, bei Beat Furrer. Er bildete sich weiter bei Georges Aperghis, Brian Ferneyhough, Pierluigi Billone, Mark Andre, Chaya Czernowin und anderen. Er promovierte und absolvierte einen PosDoc an der Aristoteles-Universität Thessaloniki bei Dimitris Papageorgiou. Er unterrichtete Musik und Komposition an der Aristoteles-Universität Thessaloniki, der Universität Mazedonien, der Universität Thessalien und der Universität Westmazedonien. 

Ein Höhepunkt von Seglias internationaler Karriere ist die Oper To the Lighthouse (2017), ein Auftragswerk der Bregenzer Festspiele in Österreich mit einem Libretto von Ernst Binder/Virginia Woolf. Das Stück Not I (2023), basierend auf einem Text von Samuel Beckett, wurde von der Griechischen Nationaloper in Auftrag gegeben und mit der Theatergruppe Zero Point unter der Regie von Savvas Stroumpos realisiert. 2014 wurde seine Mini-Oper hystéra unter der Leitung von Beat Furrer an der Oper Graz aufgeführt. 

2018 nahm die Musikfabrik sein Stück madrigali al vento e ai sospiri auf. Die madrigali alla luce e al sangue (2021) wurde vom Ensemble Phace unter Nacho de Paz in Krems, Österreich, und 2022 unter Lars Mlekush in Salzburg aufgeführt. Zwischen 2020 und 2022 wurde seine Trilogie Conversations in New York, Toronto und Wien von Jana Luksts, dem Longleash Trio und dem Schallfeld Ensemble präsentiert. 2014 wurde sein Stück her im Rahmen des Festkonzerts zum 60. Geburtstag von Beat Furrer vom Klangforum Wien unter Peter Rundel aufgeführt. 2024 nahm Seglias am Konzert zum 70. Geburtstag von Furrer im Radialsystem in Berlin teil. 

Für eine Premiere im Jahr 2026 wurde Seglias vom Konzerthaus Wien in Österreich mit einem neuen Musiktheaterstück mit dem Titel Qu4d beauftragt, welches auf Becketts Fernsehspiel Quad basiert und mit den Ensembles ExVoCo (Stuttgart) und Crossing Lines (Barcelona) aufgeführt werden soll. Ebenfalls im Jahr 2026 wird KNM Berlin sein Werk …a drop on my fingers, two lips as a fuzz, a sun on our heads (is the pattern) für Ensemble und Licht uraufführen, sowohl an der Griechischen Nationaloper als auch in Berlin. Im akademischen Jahr 2025–2026 wird er das Programm Composing Sound Paintings kuratieren und unterrichten, das sich an Kinder im Alter von 5 bis 10 Jahren im Museum of Modern Art richtet. 

Stand: Oktober 2025